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Potsdam Exklusive Führung für MAZ-Leser durch die Barock-Ausstellung im Museum Barberini
Lokales Potsdam Exklusive Führung für MAZ-Leser durch die Barock-Ausstellung im Museum Barberini
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14:11 29.09.2019
Führung für MAZ-Leser durch die Ausstellung „Wege des Barock" im Museum Barberini. Quelle: Lisa Schmierer
Potsdam

Die Wände in der Barock-Ausstellung im Potsdamer Museum Barberini sind in kräftigen Farben gestrichen, die Bilder hängen in goldenen Rahmen, daneben in weißer Schrift eine Erklärung zum jeweiligen Gemälde und zu den Künstlern. Das Thema der Ausstellung: „Wege des Barock“. Sie zeigt 54 Werke aus der Sammlung des Palazzo Barberini und der Galleria Corsini. Gleich zu Beginn der Führung gibt Museumsführer Lutz Stöppler einen nützlichen Tipp: „Wenn Sie wissen wollen, welche Stücke die Aussteller für die wichtigsten halten, dann schauen Sie, wo die Bänke stehen“.

Artemisia Gentileschi: eine Ausnahmeerscheinung

Eine dieser Bänke steht auch vor dem Gemälde „Bathseba im Bade“. Ein Werk von Artemisia Gentileschi, die als bedeutendste Künstlerin des Barock gilt. Sie ist eine der wenigen weiblichen Ausnahmen. Das sei nicht so, weil Frauen weniger gut gemalt hätten, sagt Lutz Stöppler, sondern weil Frauen aufgrund ihres Geschlechts für ihre Werke nicht angesehen wurden. Artemisia hätte als Tochter eines bereits bekannten Malers Glück gehabt und nicht zuletzt auch die nötigen politischen Beziehungen, um an eine renommierte Künstlerschule gehen zu können.

Hauptwerk der Ausstellung: Caravaggios Narziss. Quelle: Lisa Schmierer

Der Star der Ausstellung: Das Gemälde „Narziss“, eines der früheren Werke des Italieners Michelangelo Merisi da Caravaggio, entstanden von 1597 bis 1599. Es zeigt eine Szene aus der griechischen Mythologie. Ein junger Mann betrachtet im Wasser sein eigenes Spiegelbild – es ist Narziss, ein schöner und stolzer Mann, der von vielen verehrt wird. Aber weil er diese Menschen herzlos zurückweist, verfluchen ihn die Götter: Narziss verliebt sich in sein eigenes Spiegelbild, ohne zu erkennen, dass er sich selbst sieht. Von diesem Mythos leitet sich auch der heutige Begriff „Narzissmus“ ab.

Farben verraten etwas über die Künstler

Typisch für den Barock sei, dass die Künstler sich und ihre Persönlichkeit nicht in ihre Bilder mit einbringen, erklärt Museumsführer Lutz Stöppler. Die Individualität der Bilder entstehe mehr dadurch, wie die Maler malten, wie sie die Bilder komponierten und welche Künstler sie sich als Vorbilder nahmen. Aber auch die Farbe kann einiges verraten: Im Barock haben die Maler ihre Farbe noch selbst hergestellt. So kann es durch die Analyse der Zusammensetzung der Farbe gelingen, ein Werk einem Maler zuzuordnen.

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„Absolut fantastisch und atemberaubend“, sagte MAZ-Leserin Anja Voss nach der Führung. Eigentlich sei sie nicht sonderlich kunstinteressiert und mit gemischten Gefühlen hergekommen. Ihr Mann hat bei der Verlosung gewonnen und sie mitgenommen. „Es war richtig schön, wie die Bilder in Ruhe erklärt wurden und auch die Tiefe ihrer Bedeutung erklärt wurde und zwar so, dass es jeder versteht“, sagte sie.

Noch bis zum 6. Oktober können Interessierte die Ausstellung im Museum Baberini besichtigen.

Von Lisa Schmierer

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