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Potsdam Fünf Jahre Bildungsforum
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13:10 06.09.2018
Jann Jakobs, Marion Mattekat, Simone Leinkauf und Myrtan Xhyra am Dienstag auf dem Dach des Bildungsforums. Quelle: Foto: Martin Müller
Potsdam/Innenstadt

Mit einem dreitägigen Fest feiern die im Bildungsforum vereinten Einrichtungen ab Donnerstag das fünfjährige Bestehen des „klügsten Hauses“ der Stadt. Er habe „noch gut in Erinnerung“, wie „heiß“ die Diskussion zur Frage war, ob das alte Gebäude der Stadt- und Landesbibliothek „im Kern erhalten bleiben“ oder „weg soll“, sagte Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) am Dienstag bei der Vorstellung des Programms.

Das Bildungsforum wurde am 7. September 2013 im Gebäude der um 1970 errichteten Wissenschaftlichen Allgemeinbibliothek neu eröffnet. Der Vorgängerbau wurde dafür bis auf Decken und Stützen komplett entkernt und neu gestaltet. Vor dem Umbau wurde jahrelang gestritten. Kritiker wie die Initiative Mitteschön verwiesen auf die Dimensionen des Gebäudes, die nicht zu der kleinteilig geplanten Rekonstruktion der historischen Stadtmitte passten.

„Ich bin sehr froh darüber, dass wir uns in diesem Fall entschieden haben, das Gebäude im Kern zu sanieren“, sagte Jakobs, „auch wenn es eine andere Architektur bekommen hat“. Aber es sei in der Kubatur erhalten geblieben und habe „damit ein anderes Schicksal erfahren als die Fachhochschule“, so der Oberbürgermeister. Er habe „immer gesagt“, das Gebäude müsse erhalten bleiben, weil es eine „ganz wichtige Funktion für die Potsdamer Mitte“ erfüllen könne.

17 Millionen Euro wurden in den Komplettumbau investiert. Am 7. September wurde das Bildungsforum mit der Stadt- und Landesbibliothek und der Volkshochschule unter einem Dach eröffnet. Im März 2014 kam die vom Verein Pro Wissen koordinierte Wissenschaftsetage im Obergeschoss hinzu.

Die Volkshochschule, die im kommenden Jahr ihr 100. Bestehen feiert, konnte ihre Angebote mit dem Umzug ins neue Haus beträchtlich erweitern. Nach Angaben von Direktor Myrtan Xhyra stieg die Anzahl der Unterrichtsstunden von 15 000 im Jahr 2012 auf 22 000 im Jahr 2017.

Zu den neuesten Kooperationspartnern im Kursprogramm zählen laut Xhyra das St. Josefs-Krankenhaus und das Museum Barberini. Das Festprogramm wird am Donnerstag um 17 Uhr mit einer Ausstellung „Bildung für alle! 100 Jahre VHS Potsdam“ eröffnet, zum Jubiläum selbst soll laut Xhyra ein Buch mit einer Vielzahl historischer Abbildungen und Zeitzeugenberichte erscheinen.

Entscheidend für den Erfolg der Bibliothek sei die neue Aufenthaltsqualität, sagte Direktorin Mattekat. Der Raum sei ein eigenes Medium, viele Besucher kämen zum Arbeiten ins Haus. „Ich denke, in Zeiten der Digitalisierung ist der Raum das Gebot der Stunde.“ Die Zahl der Nutzer und der Entleihungen sei beträchtlich gestiegen. 2009 habe die Bibliothek 14 200 registrierte Nutzer gehabt, 2017 seien es 19 200 gewesen – mehr als jeder zehnte Potsdamer.

Auch die Bilanz der von Simone Leinkauf geführten Wissenschaftsetage ist stattlich: Die Zahl der Veranstaltungen stieg von 429 im Jahr 2015 auf 508 im vergangenen Jahr.

Zu den Erschwernissen der Umbauzeit zählte das Exil der Bibliothek in der früheren Turnhalle der Fachhochschule am Alten Markt. Während des Abrisses der alten Fachhochschule sind in der Bibliothek laut Mattekat drei Scheiben zu Bruch gegangen.

Der Oberbürgermeister stimmte Gäste und Mitarbeiter am Dienstag schon einmal auf weitere Herausforderungen ein: „Auch in den kommenden Jahren werden sie hier im Herzen der Stadt mit den Schattenseiten der dynamischen Entwicklung der Potsdamer Mitte zurechtkommen müssen.“ Für die nötige Toleranz bedanke er sich schon jetzt.

Das Programm der Geburtstagsfeier

Die Volkshochschule eröffnet am Donnerstag um 13 Uhr das neue Bildungsjahr. Mit Unterstützung des Potsdamer Historikers Johannes Leicht entstand unter dem Titel „Bildung für alle! 100 Jahre VHS Potsdam“ eine Ausstellung, die um 17 Uhr eröffnet wird. Gespräche mit Zeitzeugen lassen die Geschichte der VHS lebendig werden.

Der Freitag steht ganz im Zeichen der Stadt- und Landesbibliothek. Es gibt eine besondere Führung durch die „Brandenburgica“, auf der man von 16 bis 18 Uhr „Brandenburg in zwei Stunden“ erkunden kann. Unter dem Titel „Worte & Töne“ lädt die SLB ab 19 Uhr zu einem Jazzkonzert mit der Saxofonistin Tina Tandler sowie den Potsdamer Schriftstellern Julia Schoch und Till Seiler ein.  

Am Sonnabend steigt das große Familienfest, das um 17 Uhr in der Wissenschaftsetage mit einer Geburtstagsparty seinen Höhepunkt hat. Dann wird eine dreistöckige Torte der Bäckerei Braune angeschnitten. Musizieren wird das vierköpfige A-Cappella-Ensemble DeltaQ. Um 11 Uhr gibt es eine Führung „Hinter die Kulissen“. Vor dem Haus folgen Riesenpuzzles. In der Wissenschaftsetage steht von 14 bis 15.30 Uhr ein Roboter als intelligenter Spielkamerad bereit.

Von Volker Oelschläger

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