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Potsdam Fünfte jüdische Gemeinde in Potsdam gegründet
Lokales Potsdam Fünfte jüdische Gemeinde in Potsdam gegründet
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19:17 22.10.2014
Potsdam hat fünf jüdische Gemeinden. Quelle: Ingo Wagner
Potsdam

Wie erst jetzt bekannt wurde, gibt es bereits seit Mai eine neue jüdische Gemeinde in Potsdam. Ihr Name "Mitzwa" bedeutet übersetzt aus dem Hebräischen "Befehl", "Verordnung" und bezeichnet ein religiöses Gebot, von denen es im Judentum eine Vielzahl gibt – zum Beispiel die Vorschriften zur Familiengründung, zur Kindererziehung, zum siebten Tag als Ruhetag oder zum Verzicht auf bestimmte Fleischsorten.

Es ist mittlerweile die fünfte Gemeinde in der Landeshauptstadt nach der Jüdischen Gemeinde Potsdam, der Gesetzestreuen Jüdischen Landesgemeinde, der Synagogengemeinde (alle der orthodoxen Richtung zugehörig) und der liberalen Hochschulgemeinde Beth Hillel Berlin-Brandenburg. Über die religiöse Positionierung und Ziele der neuen "Mitzwa"-Gemeinde ist wenig bekannt. Laut Vereinsregister beim Potsdamer Amtsgericht heißt der Gemeindevorsitzende Dimitri Trofimov; Schatzmeister ist Dimitri Rytvine. Beide sind im Bereich der Altenpflege tätig. Trofimov ist Geschäftsführer beim Pflegedienst Veritas Brandenburg, dessen Angebot die "ambulante und häusliche Krankenpflege" sowie "Erwerb, Vermietung und Verwaltung von Immobilien, Unterstützung von Existenzgründung und Beteiligung an Firmengründung" beinhaltet. Auch Rytvine ist beim Veritas Pflegedienst engagiert. Außerdem ist er Geschäftsführer der "Fördergesellschaft Goodlife gGmbH".

Die Förderung nach Mitgliederzahlen weist nämlich Schwachstellen auf, weil es keinen gemeinsamen Maßstab für die Ermittlung der Mitgliederzahlen gibt. Die jüdischen Gemeinden werfen sich gegenseitig Tricksereien vor, die von einer allzu offenen Aufnahmepolitik bis hin zur Verschleierung der wahren Zahlen reichen. Bislang können sich die Gemeinden nicht darauf verständigen, wer als Jude in den Mitgliederangaben aufscheint. Während die Ausarbeitung der Förderregelung für die jüdischen Gemeinden in der Pipeline ist, steht beim Dauerthema Synagoge zumindest eines fest: Auch die neue Landesregierung hält an dem Projekt in der Schlossstraße 1 fest. "Die Entwicklung jüdischen Lebens im Land Brandenburg wird weiter gefördert. Die Koalition hält an dem Vorhaben fest, in Potsdam den Bau einer Synagoge zu ermöglichen", heiß es im Koalitionsvertrag. Linken-Politiker Hans-Jürgen Scharfenberg will das Bekenntnis nicht nur als Lippenbekenntnis verstanden wissen. "Je eher, desto besser", betont der Linken-Fraktionschef: "Aufgrund der Gesamtentwicklung in der Innenstadt muss dieses Vorhaben bald angegangen werden." Kritik kommt von der Gesetzestreuen Jüdischen Landesgemeinde. Sie stößt sich an der Formulierung "Entwicklung des jüdischen Lebens": "Entwickeln kann man entweder etwas, das bereits wiederaufgebaut wurde und existiert, oder etwas ganz Neues, das bisher nicht gegeben war." Deshalb solle sich der neue Landtag unmissverständlich zum Wiederaufbau jüdischens Lebens bekennen.

Für reformbedürftig hält sie auch die aktuelle Förderpolitik. Aufgrund des Gießkannenprinzips würden die Mittel so breit gestreut, dass die einzelnen Gemeinden nur schwer überlebensfähig seien.

Von Ildiko Röd

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