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Potsdam Für ein „Bud“ im Buchdeckel
Lokales Potsdam Für ein „Bud“ im Buchdeckel
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23:00 17.05.2013
Quelle: Bernd Gartenschläger

Doch statt „Vier Fäuste für ein Halleluja“ hieß es am Freitagabend im UCI-Kino vor allem: Warten auf ein „Bud“ im Buchdeckel.

Mehr als 700 Menschen waren in die Bahnhofspassagen geströmt, um sich eine Biographie des gebürtigen Neapolitaners signieren zu lassen. Bis auf die Lange Brücke stauten sich die Gäste: „So etwas haben wir noch nie erlebt, selbst bei Matthias Schweighöfer waren es nur 400“, erzählt Marko Hahn, der technische Leiter des Kinos. 450 Fans hatten sich zudem noch ein Ticket besorgt für die anschließende Plauderstunde mit Carlo Pedersoli, wie Bud Spencer mit bürgerlichem Namen heißt. Der große Saal war ausverkauft.

„Was soll ich sagen, er ist der Held meiner Jugend“, erzählt Julia Feuersenger. „Die Filme wie ,Banana Joe’ habe ich schon ich mit meinem Vater geschaut.“ Mit zwei Freundinnen ist die 32-Jährige aus Hamburg angegereist, um ihr großes Idol zu erleben. Für diesen Tag haben die drei sich extra freigenommen und sechs Stunden lang Schlange gestanden. Dafür sind sie nun immerhin die Ersten. Für sie und andere ist Bud Spencer längst zur Ikone geworden. Sein breites, bärtiges Gesicht mit den struppigen Haaren ziert inzwischen massenhaft T-Shirts und Oberarme – nur das Konterfei von Che Guevara dürfte man häufiger sehen. 1967 drehte Bud Spencer seinen ersten Western, „Gott vergibt ... Django nie!“ Von Anfang an mit dabei: Terence Hill, sein Kompagnon mit den wasserblauen Augen und dem Charme eines Sechsjährigen. In mehr als 40 Filmen prügelten sich die beiden fortan durch die Weltgeschichte, so absurd überzeichnet, dass es nie eine Altersbeschränkung brauchte – oder politische Zensur. Auch in der DDR war das unverwürstliche Duo eine feste Kino-Größe. Dabei sah es lange gar nicht so aus, als würde Carlo Pedersoli unter die Schauspieler gehen. 1929 als Sohn eines Industriellen geboren, übersprang er zwei Schulklassen und begann 1946 ein Chemie-Studium in Rom. Kurze Zeit später ging seine Familie nach Südamerika, wo er in einer Fabrik und einer Bibliothek arbeitete. Und natürlich seine Sportlerkarriere: 1952 und 1956 schwamm er für Italien bei den Olympischen Spielen.

Weitere Gaben: Jura, Musik und ein erfinderischer Geist. So entwickelte Pedersoli unter anderem eine Zahnbürste mit integriertem Pasta-Spender. Müßig zu spekulieren, ob dem vielseitigen Mann seine zweite Identität manchmal zur Last wurde. An diesem Abend jedenfalls erfüllt er alle Erwartungen seiner, Bud Spencers, Fans. Sogar ein paar Worte auf Deutsch hat er parat: „Das habe ich als Jugendlicher gelernt, aber alles vergessen“, charmiert er sein Publikum. Körperlich ist dem 83-Jährigen sein Alter anzumerken, gestützt auf einen Gehstock betritt er den Saal. Den Rollstuhl, mit dem seine Begleiter ihn bis an die Saaltür schieben, sollen seine Fans nicht sehen.

Aber im Kopf ist er frisch „wie ein 28-Jähriger“, wie er selbst sagt. Mehr als eine Stunde lang lässt er den Menschenstrom an sich vorbeiziehen, bevor er anschließend ein paar Anekdoten und Lebensweisheiten mit seinem Publikum teilt. „Futtetenne“ zum Beispiel, neapolitanisch für „scheiß’ drauf“: „Wenn deine Freunde dich ausnehmen – futtetenne. Wenn deine Liebe dich betrügt – futttetenne. Wenn du in den Spiegel schaust und alt wirst – futtetenne.“

Als echten Schauspieler habe er sich nie gesehen, erzählt Pedersoli im Gespräch mit seinem Verleger. Und schon gar nicht wolle er das Idol sein, das andere aus ihm gemacht hätten: „Es gibt nur ein Idol, und das sitzt im Himmel.“ (Von Martin Küper)

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