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18:21 01.05.2015
Bei der Demo durch die Potsdamer Innenstadt. Quelle: Christel Köster
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Potsdam

Für gute Arbeit und mehr soziale Gerechtigkeit, gegen Leiharbeit: Mehr als 300 Potsdamer haben am Donnerstag an der traditionellen – diesmal offenkundig bunteren und beschwingteren – 1.-Mai-Demonstration durch die Potsdamer Innenstadt teilgenommen. Die Teilnehmer unterstützten die Forderungen der Gewerkschaften nach sicheren Arbeitsplätzen mit Löhnen, „von denen man leben und die Miete bezahlen kann“, statt Werkverträgen, Mini-Jobs und Leiharbeit. Auf die Situation der Auszubildenden im städtischen Klinikum Ernst von Bergmann machte Joanna Huber, im zweiten Lehrjahr zur Gesundheits- und Krankenpflegerin, aufmerksam. Demnach werden die Azubis weit unter Tarif bezahlt. Gefordert wird eine rückwirkende Anwendung des Tarifvertrages für 2014. „Wir wollen endlich die gleiche Wertschätzung und Bezahlung wie in anderen Krankenhäusern.“

Tag der Arbeit – Tag der Solidarität: Angesichts der im Mittelmeer immer wieder ertrinkenden Flüchtlinge wurde an die Europäische Union appelliert, endlich für eine „menschenwürdige Asylpolitik“ zu sorgen. Zum Start des Demozuges auf dem Platz der Einheit gab es zaghafte Versuche, „Die Internationale“ anzustimmen, die dann nach gefühlt einer halben Strophe verebbten. Dafür erschallen „Hoch die internationale Solidarität“-Rufe. Etliche hundert Besucher zog es nach der Demo zur Mai-Feier mit Bratwurst, Live-Musik und Hüpfburg auf den Steubenplatz am Landtagsschloss.

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Den zum 1. Januar eingeführten Mindestlohn nannte Brandenburgs DGB-Chef Detlef Baer einen „historischen Erfolg“, obwohl dieser unter dem „Dauerbeschuss“ der Arbeitgeber stehe. Von 8,50 Euro Stundenlohn „lebt man nicht in Saus’ und Braus’, umso verwerflicher seien die Unternehmer, die Ausnahmen suchen, um die Regelung zu umgehen. „Aber der Mindestlohn ist Gesetz, nicht irgendein Orientierungsrahmen“, so Baer. Zu Demo und Volksfest hatten Gewerkschaften sowie Linke, SPD und Bündnisgrüne aufgerufen.

Am Vorabend des 1. Mai lud die DGB-Jugend zum 15. Festival „Rhythm against Racism“ auf den Luisenplatz ein. 3000 Besucher gingen ab zur Musik der Bands Ohrbooten, Sun, Das Pack, Berlin Boom Orchestra und Krogmann.

Von Ricarda Nowak

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