Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Potsdam Tausende GZSZ-Fans lassen sich als Stammzellenspender registrieren
Lokales Potsdam Tausende GZSZ-Fans lassen sich als Stammzellenspender registrieren
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:58 28.07.2019
GZSZ-Schauspieler Thaddäus Meilinger mit einem Fan. Quelle: Gartenschläger
Babelsberg

Stell dir vor, es gibt eine große Registrierungsaktion der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) für potenzielle Stammzellenspender – und alle gehen hin. Okay, vielleicht nicht alle, aber doch unglaublich viele. Vor der Metropolis-Halle in Babelsberg wand sich am Sonntagmittag eine extrem lange Schlange; fast so, als würde es drinnen Freibier gegen die Gluthitze geben oder einen Gratis-Geldschein.

Aber weder noch. Es ging schlicht darum, eine gute Tat zu vollbringen. Eingeladen zu der Aktion hatten RTL, der Filmpark Babelsberg und die GZSZ-Produktionsfirma UFA Serial Drama gemeinsam mit der DKMS. So richtig zugkräftig wurde das Ganze jedoch durch zahlreichen TV-Promis von „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“, die in der Metropolis-Halle mit viel Einsatz dabei waren – frei nach dem Motto „Gute Sache, gute Sache“.

Zusammenarbeit ist keine Ausnahme

Dabei ist die Zusammenarbeit mit der DKMS für die GZSZ-Stars und die Ufa-Mitarbeiter beileibe keine Eintagsfliege. Als vor einigen Jahren der Sohn einer GZSZ-Mitarbeiterin schwer erkrankte, bedeutete das die Initialzündung, wie Anne Menden (in der Serie spielt sie seit Jahren die Rolle der Emily) am Sonntag in der Metropolis-Halle berichtete: „Carlos brauchte eine Stammzellenspende.“ Der damals Zweijährige war an Leukämie erkrankt; gemeinsam mit den Schauspielern wurde daher eine Knochenmarkspender-Registrierungs-Aktion ins Leben gerufen.

Schauspieler Felix von Jascheroff. Quelle: Bernd Gartenschläger

Etliche Jahre später richtet nun auch das Drehbuch der erfolgreichen Dauerbrenner-Serie den Fokus auf lebensbedrohliche Erkrankungen wie Aplastische Anämie und Leukämie; verhilft ihnen auf diese Weise zu mehr Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit: Seriencharakter Laura Lehmann, gespielt von Chryssanthi Kavazi, erhält die Diagnose, an einer Form von Blutkrebs erkrankt zu sein. Um ihr Leben zu retten, wird in der Serie gemeinsam mit der DKMS eine Aktion organisiert, bei der sich potenzielle Stammzellspender registrieren lassen können.

Fans reisen weit nach Potsdam an

In der Metropolis-Halle wurde die fiktive Situation nun ins reale Leben transportiert – mit überwältigendem Erfolg. Viele waren sogar von weit her angereist. „Wir kommen aus Lübeck“, erzählten die beiden Schwestern Nandi (26) und Julia (23) Oldenburg. Nandi ist treue GZSZ-Guckerin, seitdem sie sieben Jahre ist. Die Handlung rund um die kranke Laura hat sie noch einmal zusätzlich für die schwere Krankheit sensibilisiert und war letztlich auch der Anstoß, sich registrieren zu lassen.

Highlight war dann die Begegnung mit den Stars, insbesondere das kurze Gespräch mit Chryssanthi. Die hatte schon zuvor in einem Aufruf auf die Dringlichkeit aufmerksam gemacht: „Vielleicht ist irgendwo da draußen Euer genetischer Zwilling, der Eure Hilfe braucht und dem Ihr damit das Leben retten könntet. Also: Bitte macht mit und lasst euch registrieren!“

Mit Stäbchen wird DNA gesammelt

Wie stark sich die Stars mit der Sache identifizieren, war am Sonntag auf Schritt und Tritt zu erleben. Unermüdlich posierten sie in der Metropolis-Halle für Erinnerungsfotos mit den Fans, beantworteten Fragen, schrieben Autogramme. Unter anderem waren Ulrike Frank (spielt Katrin Flemming), Felix von Jascheroff (John Bachmann), Thaddäus Meilinger (Felix Lehmann) und Niklas Osterloh (Paul Wiedmann) dabei. Weitere prominente Helfer mit Herz waren die Serienstars Iris Mareike Steen, Nils Schulz, Gisa Zach, Maria Wedig und Patrick Heinrich.

Riesiger Andrang vor der Metropolis-Halle. Quelle: Bernd Gartenschläger

Aber zuerst ging es für die vielen Hilfsbereiten in einen großen Raum zur Registrierungsaktion. Entwarnung für Angsthasen: Spritzen oder Kanülen waren nirgends zu entdecken. Die Registrierung läuft denkbar schmerzfrei und schnell ab. Alles, was man dazu braucht, sind drei Stäbchen, mit denen man nacheinander in den Mund fährt: „Links, rechts und dann der ganze Mund“, erklärten Ufa-Mitarbeiterin Janna Bardewyck und ihr Lebensgefährte Marco Quoohs, die beide als freiwillige Helfer an der Aktion teilnahmen. Mit den Stäbchen wird die DNA für eine Datenbank gesammelt. Sobald jemand erkrankt, wird die DNA abgeglichen und der potenzielle Spender kontaktiert. In der Folge gibt es weiterführende Untersuchungen, an deren Ende dann im besten Fall die Knochenmarkspende steht.

Mehr als 3000 lassen sich registrieren

Elke Neujahr, Geschäftsführerin der DKMS, freut sich sehr über die Plattform, die die Kultserie mit dem neuen Handlungsstrang bietet: „Mit der Erkrankung eines Seriencharakters zeigt GZSZ einer breiten Öffentlichkeit, wie dramatisch die Suche nach einem geeigneten Stammzellspender für Patienten ist, und gleichzeitig, wie einfach Hilfe sein kann.“ Die wichtige Botschaft: In Deutschland findet noch immer jeder zehnte Patient keinen passenden Stammzellspender.

Mit viel Herzblut wurde eine Registrierungsaktion für hilfsbereite Fans auf die Beine gestellt. Diesem Aufruf folgten rund 500 Menschen, die sich registrierten und damit schon bald dem weltweiten Spendersuchlauf für Blutkrebspatienten zur Verfügung stehen.

Auch die Lübeckerin Nandi Oldenburg war sich am Sonntag nach ihrem Trip in die Metropolis-Halle ziemlich sicher: Ohne die anrührende GZSZ-Story rund um die erkrankte Laura hätte sie sich wohl nicht registrieren lassen.

Drei Stäbchen braucht es für die Aktion. Quelle: Bernd Gartenschläger

Am Ende konnte Frank Pick, der die PR-Abteilung bei GZSZ leitet, eine höchst erfreuliche Bilanz ziehen: „Rund 500 Menschen ließen sich bei der Registrierungsaktion in der Metropolis-Halle am Sonntag neu in die DKMS aufnehmen. Insgesamt konnten an diesem Tag – trotz tropischer Temperaturen – rund 3 000 Gäste im Filmpark Babelsberg und in der Metropolis Halle begrüßt werden.“ Auch online sei die Resonanz „riesig“ gewesen, so Pick: „Mehr als 4600 Fans deutschlandweit forderten bislang ein Set zur Neuaufnahme in die Datei an.“

Von Ildiko Röd

Der Führerschein fürs Auto ist weg! Ein Potsdamer ist am Wochenende betrunken auf einem E-Roller erwischt worden. Der Roller-Kapitän pustete 2,61 Promille. Die Polizei kassierte das Vehikel ein. Und machte einen weiteren interessanten Fund.

28.07.2019

EIn 25-Jähriger ist am Potsdamer Hauptbahnhof bespuckt und beleidigt worden. Polizei und Staatsanwaltschaft ermitteln gegen einen 19-jährigen Syrer. Die Jüdische Gemeinde Potsdam ist geschockt. Nun meldet sich auch der Oberbürgermeister zu Wort.

28.07.2019

Potsdam hat die 15. Erlebnisnacht gefeiert. Zehntausende flanierten im Party-Quadranten zwischen den drei Stadttoren und dem Holländischen Viertel und ließen sich von Musik und Tanz, Straßentheater und Akrobatik, Kochshows und gutem Essen verführen.

28.07.2019