Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Potsdam Potsdams OB Schubert will ins Garnisonkirchen-Kuratorium zurück
Lokales Potsdam Potsdams OB Schubert will ins Garnisonkirchen-Kuratorium zurück
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:29 25.10.2019
Skizze vom Garnisonkirchenturm mit dem Rechenzentrum als Schiff. Quelle: RZ/FÜR
Innenstadt

Oberbürgermeister Mike Schubert (SPD) will ins Kuratorium der Garnisonkirche zurück kehren, um dort für den Bau einer internationalen Jugendbegegnungsstätte auf dem Grundstück des früheren Garnisonkirchenschiffs zu werben. Das ist der Kern einer Verwaltungsvorlage, die am 6. November zur Abstimmung in die Stadtverordnetenversammlung kommt.

Schubert hatte die Mitgliedschaft im Kuratorium, die ihm kraft seines Amtes als Oberbürgermeister übertragen ist, seit März ruhen lassen. Er begründete diesen Schritt vor alle mit widersprüchlichen Beschlüssen der Stadtverordneten zur Rolle des Oberbürgermeisters in diesem Gremium.

Widersprüchliche Beschlüsse

In der Begründung der Verwaltungsvorlage wird auf den 2008 Stadtverordnetenbeschluss zum Eintritt der Landeshauptstadt in die Garnisonkirchenstiftung verwiesen. Dem entgegen stünde der 2014 im Ergebnis eines Bürgerbegehrens erteilte Auftrag an den Oberbürgermeister, im Kuratorium auf die Auflösung der Stiftung hinzuwirken.

Modell Garnisonkirchenturm mit Rechenzentrum aus der Vogelperspektive. Quelle: RZ/FÜR

Nicht erwähnt wird in der Verwaltungsvorlage die 2008 von den Stadtverordneten beschlossene Regelung, den Wiederaufbau des Garisonkirchenschiffs „künftigen Generationen“ zu überlassen. Mit dem Beschluss von 2008 ist das Baugrundstück von der Stadt an die Garnisonkirchenstiftung beitragen worden.

Die Architektur der von Schubert angestrebten Jugendbegegnungsstätte solle „kein historischer Nachbau werden“, heißt es in der Verwaltungsvorlage. Bis 2023 solle ein „inhaltliches Konzept erarbeitet werden, in dem auch die Frage der Trägerschaft betrachtet wird“.

Als stellvertretendes Mitglied für den Oberbürgermeister soll laut Vorlage der Vorsitzende der Stadtverordnetenversammlung in das Kuratorium entstand werden. Aktuell wäre das Pete Heuer (SPD), der nach Schuberts Wechsel als Sozialbeigeordneter in die Verwaltungsspitze zunächst SPD-Fraktionschef wurde, bevor er nach der Kommunalwahl 2019 zum Stadtpräsidenten gewählt wurde.

Massive Kritik der Kreativen

Abrissbaustelle der Rechnerhalle an der Plantage. Im Hintergrund der von den Künstlern genutzte Verwaltungsbau des Rechenzentrums. Quelle: Bernd Gartenschläger

Massive Kritik an der Verwaltungsvorlage kam am Freitag in einer gemeinsamen Erklärung vom Verein Freundliche Übernahme Rechenzentrum (FÜR), vom Sprecherinnenrat des Kunsthauses im Rechenzentrum und von der Kulturlobby. Vertreter der drei Initiativen hatten sich am Mittwochabend mit dem Oberbürgermeister im Rechenzentrum getroffen.

Die in diesem Gespräch „vom Oberbürgermeister vermittelte Offenheit steht in einem Missverhältnis zu den in der Beschlussvorlage formulierten Festlegungen“, heißt es in der Erklärung, mit der die Autoren ihre Forderung nach Erhalt und Sanierung des DDR-Baus bekräftigten.

Die „voreilige Festlegung auf ein Jugendbegegnungszentrum als Alternative zu einem Wiederaufbau des Kirchenschiffes“ sei ein „Vorschlag zu Gunsten der Stiftung Garnisonkirche“, die „praktizierte Kultur- und Bildungsarbeit im bestehenden Rechenzentrum komme dabei nicht vor“.

Oberbürgermeister Mike Schubert (2.v.r.) am Mittwochabend im Rechenzentrum. Quelle: Kristina Tschesch

Die Autoren der Erklärung fordern „eine umgehende Rücknahme der aktuellen Beschlussvorlage, die im Widerspruch steht zu der vom Oberbürgermeister betonten Ergebnisoffenheit“. Sie forderten Mit SPD, Grünen und Linken die Parteien der Rathaus-Koalition auf, diesem Antrag „nicht zuzustimmen“.

Die Initiativen fordern erneut eine „Einbeziehung des Rechenzentrums in die Vision der zukünftigen Gestaltung des Areals Plantage“. Dafür sei es „notwendig, die Möglichkeiten und Kosten für eine Sanierung des Gebäudes zu untersuchen“.

Die Stadtverwaltung sei von den Stadtverordneten beauftragt worden, eine entsprechende Untersuchung vorzunehmen: „Bisher haben wir keine Informationen wann und wie die Untersuchung durchgeführt wird“, heißt es in der Erklärung.

Nach den letzten Meldungen aus dem Rathaus dazu sollten die Ergebnisse dieser Untersuchung zum Erhalt des Rechenzentrums bis zum Jahresende vorliegen.

Von Volker Oelschläger

Der Verkehr in Potsdam-Bornim ist zu laut. Deshalb soll nachts nur noch Tempo 30 gelten.

25.10.2019

Weniger Stauaufkommen als erwartet: Die B1 zwischen Geltow und Potsdam braucht keine Busspur auf ihrer ganzen Länge. Stattdessen reichen 300 Meter. Die favorisierte Variante für eine Busspur hat allerdings einen großen Nachteil.

24.10.2019

In Kiel hat das Abenteuer der beiden Potsdamer Schüler begonnen. Ein halbes Jahr sind die beiden 15-Jährigen unterwegs, erleben neun Länder, müssen aber auch manche Abstriche machen. Zum Beispiel bei der Privatsphäre.

24.10.2019