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Potsdam Sockelbau der Garnisonkirche wird fertiggestellt
Lokales Potsdam Sockelbau der Garnisonkirche wird fertiggestellt
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12:13 26.04.2020
Auf dem Dach des an der Breite Straße/Ecke Dortustraße (r) gelegenen Sockelbaus der .Garnisonkirche arbeiten Stahl- und Betonbauer an der Bewehrung für das Gießen der Betondecke. Quelle: Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dp
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Potsdam

Etappenziel erreicht: Sockelbau der Garnisonkirche fertiggestellt Der Wiederaufbau der Potsdamer Garnisonkirche hat ein entscheidendes Etappenziel erreicht: Mit dem Gießen der Betondecke wird am Mittwoch, 29. April, der Sockelbau des später fast 90 Meter hohen Turms fertiggestellt, wie die Deutsche Presse-Agentur von der Stiftung Garnisonkirche erfuhr. Der umstrittene Wiederaufbau des Turms der ehemaligen Militärkirche, der nach schwerer Zerstörung im Zweiten Weltkrieg 1968 auf Geheiß der DDR-Führung gesprengt worden war, soll bis zum Sommer 2022 abgeschlossen werden. Der Wiederaufbau startete im Herbst 2017.

„Mir ist es manchmal ganz wichtig, hier Dinge anzufassen, um es im wörtlichen Sinne zu begreifen“, sagte der Verwaltungsvorstand der Stiftung Garnisonkirche, Peter Leinemann, bei einem Besichtigungstermin auf dem Dach des Sockelbaus. Jahrzehntelang sei über das Für und Wider des Wiederaufbaus gestritten worden. „Und jetzt entsteht hier dieses Gebäude - das ist schon großartig.“

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17 Meter hoher Bau für Kapelle, Café und Ausstellungsräume

Der Bau mit dem prächtigen Eingangsportal wurde in originalgetreuer Rekonstruktion ausgeführt, dies ist auch für den gesamten, 89 Meter hohen Turm geplant. Im Inneren des rund 17 Meter hohen Sockelbaus wird über zwei Etagen eine Kapelle eingerichtet, hinzu kommen ein Café, ein großer Ausstellungsraum und Seminarräume für die geplante politische Bildungsarbeit mit jungen Menschen.

Dafür gebe es insgesamt 1200 Quadratmeter Nutzfläche, berichtete Leinemann. Das Betondach und der Ziegelbau müssen das gewaltige Gewicht des mit der Haube insgesamt 70 Meter hohen Turmschafts tragen. Der historische Turm war komplett auf Ziegel gegründet, dort gab es nur die Zugänge zum Kirchenschiff und das Treppenhaus. Für die Rekonstruktion des Turms werden rund 2,3 Millionen Ziegel verbaut.

Bisherige Kosten: 15 Millionen Euro

Die Ausgaben für das Fundament und den Sockel summierten sich bislang auf 15 Millionen Euro, sagte Leinemann. Dazu gehören auch die tonnenschweren Verzierungen wie der Prunkhelm aus Sandstein über dem Eingangsportal. Die Kosten für den kompletten Turm schätzt er auf 40,5 Millionen Euro. Davon übernimmt der Bund die Hälfte.

Die Evangelische Kirche gewährte ein zinsloses Darlehen in Höhe von 5 Millionen Euro. An Spendengeldern seien bereits 10 Millionen Euro eingegangen, berichtete der Vorstand. „Rund fünf Millionen Euro fehlen noch“, erklärte Leinemann. Aber wegen der Corona-Krise könne die Stiftung derzeit kaum neue Spenden einwerben.

Gegen den Wiederaufbau des Garnisonkirchenturms wenden sich mehrere - darunter auch christliche - Initiativen. Die Gegner sehen in dem historischen Bau ein Symbol des Militarismus und einen Treffpunkt rechtsnationaler Bewegungen in den 1920er und 1930er Jahren. Sie erinnern auch an den „Tag von Potsdam“, als am 21. März 1933 Reichspräsident Hindenburg dem neuen Reichskanzler Hitler vor der Kirche die Hand reichte. Die Stiftung betont dagegen, sie wolle in dem Neubau den Geist der Versöhnung und des Friedens pflegen.

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Von MAZonline/dpa