Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Potsdam Gedenktafel für Hannah Arendt
Lokales Potsdam Gedenktafel für Hannah Arendt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:35 26.06.2019
Die Publizistin Hannah Arendt auf einem undatierten Archivbild. Quelle: Picture alliance/dpa
Babelsberg

Die Philosophin und Publizistin Hannah Arendt (1906–1975) soll am 14. Oktober zu ihrem 113. Geburtstag mit einer Gedenkstele oder Gedenktafel in der Merkurstraße 3 in Babelsberg geehrt werden. Das hat das Rathaus auf Anfrage der Fraktion Die Andere mitgeteilt.

Hannah Arendt wurde weltberühmt durch die publizistische Begleitung des 1961 in Jerusalem geführten Prozesses gegen Adolf Eichmann, einen maßgeblichen Organisator des Massenmordes der Nazis an den europäischen Juden. Sie prägte dabei den hochumstrittenen Begriff von der „Banalität des Bösen“.

Eindringliche Schilderung ist der 2012 unter Regie Margarethe von Trotta gedrehte Film „Hannah Arendt“ mit Barbara Sukowa in der Hauptrolle.

Ende der 1920er Jahre wohnte Hannah Arendt in der Merkurstraße 3, 1929 heiratete sie in Nowawes.

Die Ehrung wurde 2016 vom damaligen Kreisvorsitzenden der Linken, Sascha Krämer, vorgeschlagen. Er verwies dabei auf Gedenktafeln an ihrem Geburtshaus in Hannover, an ihren zeitweiligen Wohnadressen in Marburg, Heidelberg und Berlin-Steglitz.

Das Rathaus befürwortete auf seine Anfrage die Idee einer Gedenktafel und empfahl eine entsprechende Initiative in der Stadtverordnetenversammlung. Im Dezember 2016 wurde auf Antrag der Linken ein Beschluss verabschiedet, nach dem die Stadt die Voraussetzungen für das Anbringen einer Tafel und die Möglichkeit einer Finanzierung aus städtischen Mitteln prüfen sollte.

Im Februar 2017 teilte das Rathaus mit, dass alle Voraussetzungen gegeben seien: Zustimmung des Grundstückseigentümers und der Gedenktafelkommission, Klärung der Kosten von 600 bis 900 Euro, abhängig von der Wahl von Schiefer oder Sandstein als Material. Die „notwendigen Mittel“ würden „im Rahmen des Haushalts 2017 zur Verfügung gestellt“. Dann geschah nichts mehr.

Eine Meldung kam erst jetzt auf die Anfrage der Anderen, warum die Gedenktafel „bis heute noch nicht angebracht“ sei. Verwiesen wird in der Antwort auf die Finanzierung, die üblicherweise „durch den Antragsteller“ erfolge.

Die „erforderliche Textmenge“ sei mit 200 Zeichen zu umfangreich für die „geplante Tafelgröße“. Gedenktafelkommission und Grundstückseigentümer erarbeiteten „daher alternative Lösungsansätze“. Im Juli soll das Ergebnis vorliegen. Als Termin der „Fertigstellung“ werde der 14. Oktober „angestrebt“.

Krämer als Initiator begrüßte am Dienstag, dass „Bewegung in die Sache gekommen ist“, kritisierte aber die Informationspolitik der Stadt: „Eine öffentliche Einweihung der Stele würde ich begrüßen.“

Von Volker Oelschläger

Beim MAZ-Spielplatztest schneidet die „Plante“, der Plantagenspielplatz in Babelsberg, gut ab. Er spricht Kinder über viele Altersklassen an und bietet Schatten und echte Highlights.

26.06.2019

Die Schlösserstiftung sucht einen Pächter für Kastellanhaus am Jagdschloss Stern. Der Sanierungsbedarf der einstigen Ausflugsgaststätte ist allerdings erheblich.

29.06.2019

Tierschützer fordern ein Ende der Kremserfahrten. In Potsdam steht damit die einzige Kutschfahrten-Anbieterin in der Kritik. Sie kündigt nun das Ende ihres Betriebes an. Mit der Kritik hat das aber nichts zutun.

29.06.2019