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Potsdam Tafel erinnert an Stasi-Besetzung 1989
Lokales Potsdam Tafel erinnert an Stasi-Besetzung 1989
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15:23 05.12.2019
Erinnerung an die Besetzung der Stasi-Bezirksverwaltung am Haupteingang des Rathaus-Campus in der Hegelallee. Quelle: Volker Oelschläger
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Innenstadt

Eine Gedenktafel am Eingang zum Rathaus-Campus in der Hegelallee 5 erinnert seit Donnerstag an die Besetzung der Bezirksverwaltung des Ministeriums für Staatssicherheit durch Bürgerrechtler am 5. Dezember 1989.

Manfred Kruczek vom Forum zur kritischen Auseinandersetzung mit DDR-Geschichte im Land Brandenburg, der selbst an dieser Besetzung beteiligt war, berichtete zur Enthüllung am Donnerstag von dem stetig gewachsenen Druck von der Straße: „Seit Wochen endeten alle Demonstrationen in Potsdam an diesem Gebäude mit dem Ruf ,Stasi raus!“.

Anfang Dezember hatte das Neue Forum DDR-weit dazu aufgerufen, Kontrollgruppen für den mittlerweile in „Amt für Nationale Sicherheit“ umbenannten Geheimdienst zu bilden. Die Zeit drängte.

Maria Nooke als Landesbeauftragte zur Aufarbeitung der Folgen der kommunistischen Diktatur schilderte am Donnerstag, dass schon seit Wochen Akten vernichtet wurden. Das endete mit der Besetzung.

Gegen 12 Uhr wurden am 5. Dezember 1989 die ersten drei Verhandlungsführer des Neuen Forums eingelassen, am Abend waren hunderte Potsdamer auf dem Gelände.

Am Tag nach der Besetzung gehörte Manfred Kruczek zu den Initiatoren eines „Rates der Volkskontrolle“, der einen weiteren Missbrauch und die Vernichtung der Stasi-Unterlagen verhindern sollte. In diesem Gremium gingen laut Kruczek mehr als 560 Anzeigen unter anderem wegen Korruptionsverdachts ein.

Kapital war ein anonymer Hinweis aus der Staatsbank, nach der Emissäre der Staatssicherheit sechs Millionen Ost-Mark abgehoben hätten, denen weitere 100 Millionen folgen sollte.

Das Geld sollte für Abfindungen und Lohnfortzahlungen an Stasi-Mitarbeiter dienen. Der Vorgang wurde über den Rat der Volkskontrolle öffentlich und schließlich gestoppt.

Kruczek und andere der einstigen Bürgerrechtler hatten seit Jahren darum gekämpft, dass in Potsdam in angemessener Form an die Stasi-Besetzung erinnert wird. Die Enthüllung der Gedenktafel bezeichnete er als ersten Schritt.

Mehr zum Wendeherbst 1989

>>> Die Besetzung der Potsdamer Stasi-Zentrale

>>> Erinnerung an das Neue Forum

>>> Interview: Wie soll man DDR erinnern?

Als nächstes müsse der Luisenplatz drankommen mit dem schon seit Jahren geplanten Denkmal für die Demonstration vom 4. November 1989, der größten des Wendeherbstes in Potsdam.

Schließlich, so Kruczek, sollte auch an der Friedrichskirche in Babelsberg mit einer Tafel an den Herbst 1989 erinnert werden: „Denn dort war das Hauptquartier des Neuen Forums.“

Maria Nooke bekam Applaus für ihre von den Landtagsfraktionen und Opferverbänden mitgetragene Forderung, die Akten der Stasi-Bezirksverwaltung nach Potsdam zurückzubringen: „Die liegen jetzt in Berlin“, wo sie in den Bestand des Bundesarchivs überführt werden sollen.

Info Manfred Kruczek und der Historiker Thomas Wernicke sind am Donnerstag um 19 Uhr zu Gast in der Zeitzeugenreihe des Potsdam-Museums, Thema des Abends ist die Besetzung der Stasi-Zentrale in der Hegelallee.

Von Volker Oelschläger

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