Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Potsdam Geldsegen für Garnisonkirchturm
Lokales Potsdam Geldsegen für Garnisonkirchturm
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:21 16.02.2018
Peter Leinemann – hier mit einem Plan des Garnisonkirchturms – ist der Verwaltungsvorstand der Stiftung Garnisonkirche. Quelle: Bernd Gartenschläger
Innenstadt

Guter Start für die Garnisonkirche ins neue Jahr: Die Fördermittel des Bundes in Höhe von zwölf Millionen Euro für den Bau des Kirchturms werden demnächst fließen. „Wir sind jetzt dabei, den ersten Mittelabruf von etwas über einer Million vorzubereiten“, erklärte der Verwaltungsvorstand der Garnisonkirchenstiftung, Peter Leinemann, am Freitag gegenüber der MAZ. Im Februar oder März soll diese erste Tranche dann überwiesen werden. Insgesamt will die Kirchenstiftung in diesem Jahr und 2019 jeweils fünf Millionen Euro abrufen; 2020 dann die restlichen zwei Millionen Euro, so Leinemann: „Parallel dazu wollen wir weiter kräftig die Spendentrommel rühren.“ Wie berichtet, verfügt die Stiftung nur über 27,5 Millionen Euro für den Bau der abgespeckten Turmvariante ohne Glockenspiel, Turmhaube und Zierrat. Für den kompletten Turm sind laut Stiftung 39 Millionen Euro notwendig. In den nächsten Wochen soll die Baustelle für interessierte Besucher geöffnet werden. „Wir werden regelmäßige Führungen anbieten“, kündigt Leinemann an.

Multimedia-Story zur Garnisonkirche

Multimedia-Story zur Geschichte und Hintergründe der Garnisonkirche in Potsdam: Spektakuläre Videos, Fotos und Zeitzeugenberichte.

Seit dem Baustart Ende Oktober hat sich viel auf dem Grundstück an der Breiten Straße getan – die Baustelle ist vollständig eingerichtet samt eigener Wasserversorgung und eigenem Baustromverteiler. Logistisch kompliziert wird das Ganze allerdings durch die begrenzten Zufahrtsmöglichkeiten, schildert Leinemann die Situation vor Ort. Die Anfahrt zur Baustelle ist nämlich nur über die Werner-Seelenbinder-Straße möglich, wo auch die sechs Baucontainer aufgestellt sind. Bis Ende Mai sollen die Fundamentarbeiten inklusive der Verlegung der Bodenplatte abgeschlossen sein. Mit einer Bohrmaschine werden derzeit die Löcher für die 38 Gründungspfähle aus Beton mit Geothermieleitungen in den Boden getrieben – fast 40 Meter tief. Die Herausforderung: Teilweise befindet sich noch das alte Fundament des 1968 gesprengten Kirchturms im Boden, das aus 3,5 Meter dicken Ziegelmauern besteht. Dieses Mauerwerk muss nun mit großem Gerät durchbohrt werden.

Die Garnisonkirche in Potsdam ist eine Kirche mit bewegter Vergangenheit. 1732 eingeweiht, wird sie im Zweiten Weltkrieg stark beschädigt, die Ruine 1968 gesprengt. 2017 beginnt mit dem Turm der Wiederaufbau. Berühmt-berüchtigt ist sie durch den „Tag von Potsdam“.

Mit Beginn der Rohbauarbeiten ab Ende Mai wird die Baustelle um ein Fotomotiv reicher, wenn der riesige Kran aufgestellt ist. Mit seinen 81,50 Metern Hakenhöhe wird er sogar noch das Hotel Mercure überragen. Wie es mit dem benachbarten Rechenzentrum – der Abstand zwischen dem DDR-Bau und dem Garnisonkirchturm wird lediglich 1,5 bis zwei Meter betragen – weitergeht, soll Thema eines Szenarienworkshops sein. Bislang läuft der Mietvertrag für die Künstler und Kreativen im Rechenzentrum nur bis Ende August 2018. Die Stadtverordneten haben sich aber für eine Verlängerung ausgesprochen, verbunden mit der Suche nach einer dauerhaften Lösung für die Künstler und einer schlüsselfertigen Übergabe eines Kreativzentrums bis 2023.

Live: Webcam Garnisonkirche

Mit der Webcam live den Wiederaufbau der Garnisonkirche an der Breiten Straße in Potsdam beobachten.

Das erste nicht-öffentliche Treffen des Szenarienworkshops findet am kommenden Donnerstag statt, zwei weitere Treffen sollen bis Ende Februar folgen. Mit dem Tisch sitzen dann Vertreter des Rechenzentrums, der Verwaltung und des Sanierungsträgers sowie Stadtverordnete und Vertreter der Garnisonkirchenstiftung. Eine dauerhafte Koexistenz zwischen dem Kunst- und Kreativzentrum im Rechenzentrum und Kirchturm ist aus Sicht des Stiftungsvorstands undenkbar. Zumal das Rechenzentrum grundsätzlich kein Gebäude sei, das eine bauliche Perspektive habe, so Leinemann. Bekanntlich steht ein Teil des Rechenzentrums auf einer Fläche, die im Eigentum der Kirchenstiftung ist – sie will hier perspektivisch das Schiff der Garnisonkirche errichten. Bislang gebe es zwar noch „keine greifbare Nutzungskonzeption für das Schiff“, räumt Leinemann ein: „Wir werden uns trotzdem unsere Rechte nicht einschränken lassen.“ Unstrittig sei, dass die Künstler und Kreativen einen „dauerhaften guten Standort“ bräuchten. Nach Abschluss des Workshops will die Stiftung dann entscheiden, ob sie den Verbleib der Künstler im Rechenzentrum über 2018 hinaus duldet.

Von Ildiko Röd

Potsdam Vernissage im Kunsthaus Potsdam - Weißes Hemd und irrer Blick

Mit einer Ausstellung „Kein Thema 2“ von 30 Mitgliedern des Kunstvereins eröffnet das Kunsthaus Potsdam im Ulanenweg am Sonntag die neue Saison. Das Kunsthaus Potsdam ist der mitgliederstärkste Kunstverein im Land Brandenburg.

05.01.2018

Das Wetter ist nicht winterlich, dennoch schlägt heute die Stunde der Wintervögel. Sommerlich geht’s in der Biosphäre zu – dort können sich Familien mit der Taschenlampe durch die schwüle Nacht schlagen. Apropos Sommer: Eine Spielplanänderung macht’s möglich, dass Potsdams liebste Gruftis heute auf der HOT-Bühne tanzen.

05.01.2018
Potsdam Wege-Zoff in Groß Glienicke - Anwohner klagt gegen Uferweg-Entscheidung

Im Wegestreit entscheidet die Enteignungsbehörde im Fall eines Grundstücks zugunsten der Stadt – der Anwalt des Eigentümers kündigt allerdings postwendend an, dagegen vor Gericht vorgehen zu wollen.

04.01.2018