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Potsdam Geltower fürchten um Trinkwasser
Lokales Potsdam Geltower fürchten um Trinkwasser
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10:27 09.02.2013
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POTSDAM / GELTOW

. Anlass ist die neue Festsetzung des Wasserschutzgebietes für das Wasserwerk Potsdam-Geltow, die seit dem 2. Mai 2012 gilt. Diese weist unter anderem eine Fläche als „Zone IIIb (weitere Schutzzone)“ aus, die südlich an den Betriebshof grenzt. Die IG befürchtet, dass Schadstoffe und Schmutzwasser vom Betriebshof in den Boden eindringen und das Trinkwasser gefährden können.

Auf dem Firmengelände werden Abfälle aller Art im Durchlaufverfahren gelagert und behandelt, schreibt IG-Vertreter Gunter Jung der Unteren Wasserbehörde. Die meisten Betriebsabläufe fänden auf den Freiflächen statt. Der Abfall sei allen Witterungsbedingungen ausgesetzt. Beim Zerkleinern und Sieben des Materials würden Schadstoffe freigesetzt und vom Regenwasser ausgewaschen, behauptet Jung. Bei Regen bildeten sich auf dem Betriebsgelände ausgedehnte Wasserlachen.

Ein Löschwasserbecken am Rande der Betriebsstätte, das das Regenwasser aufnehmen und in ein angrenzendes Versickerungsbecken überleiten soll, sei noch im vorigen Frühjahr „eine versiffte und stinkende Kloake“ gewesen, so der IG-Sprecher. Erst nach dem beharrlichen Protest von Anwohnern sei das Löschwasserbecken auf Forderung der Aufsichtsbehörde saniert worden. „Nach Erweiterungsplänen des Recyclingbetriebes soll sich die jährliche Menge des Abfalls, der behandelt wird, fast verdoppeln“, sagt Jung. Mit der jüngsten Genehmigung von 2009 darf der Betrieb rund 50 000 Tonnen Abfall im Jahr recyceln. Das Unternehmen soll eine Kapazität bis zu 90 000 Tonnen im Jahr anstreben.

In ihrem Protest beruft sich die Geltower Interessengemeinschaft auf die neue Verordnung, die auch die Verbote im Wasserschutzgebiet aufzählt. Ihr zufolge ist „das Behandeln, Lagern, oder Ablagern von Abfall“ sowie „das Ausbringen, Einleiten oder Versickern von Schmutzwasser oder Niederschlagswasser in den Untergrund“ untersagt.

„Der Betrieb war nun mal schon da, bevor das Wasserschutzgebiet neu festgelegt wurde. Nun müssen wir sehen, wie wir mit dieser Konstellation umgehen“, sagt Birgit Kusza, Fachdienstleiterin für Wasserwirtschaft, Abfall und Bodenschutz der Wasserbehörde des Kreises. Ihr Bereich müsse nun den Recyclingbetrieb dazu verpflichten, beim Umgang mit wassergefährdenden Stoffen darauf zu achten, dass nichts ins Trinkwasser gelangt. Ein zuständiger Mitarbeiter hatte sich nach dem Hinweis der Interessengemeinschaft bei der Geschäftsführung der Richter Recycling GmbH für den 14. Januar angemeldet.

Bei der Betriebsbesichtigung will sich der Mitarbeiter davon überzeugt haben, dass auf dem Gelände keine gefährlichen Abfälle behandelt und das anfallende Regenwasser über ein Sammelleitungssystem im Regenwasserbecken gesammelt und über das Versickerungsbecken abgeführt wird. Die Firma habe das Löschwasserbecken im vorigen Jahr geleert und den anfallenden Schlamm fachgerecht entsorgt. Verwehte Styroporteilchen würden regelmäßig abgesammelt, soll ihm die Geschäftsführung versichert haben. „Die von Ihnen vorgebrachten Befürchtungen ... sind nicht nachvollziehbar“, antwortet der Mitarbeiter dem IG-Vertreter Jung in einem Brief.

Für die Entwässerung der neuen Park- und Containerflächen, die der Recyclingbetrieb plant, will die Wasserbehörde nach Einreichung der Unterlagen die wasserrechtliche Erlaubnis mit Auflagen und Nebenbestimmungen erteilen. Die großflächige Versickerung von Regenwasser sei auch in der Schutzzone IIIb möglich und die aktuelle Betriebserlaubnis nicht von den Verboten betroffen. (Von Heinz Helwig)

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