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Potsdam Genossenschaft „Karl Marx“ will hoch hinaus
Lokales Potsdam Genossenschaft „Karl Marx“ will hoch hinaus
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17:35 28.03.2018
So soll der Zwölfgeschosser am Ende der Straße Zum Kahleberg auf dem ehemaligen Sero-Gelände aussehen. Quelle: BFM Architekten
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Waldstadt

Die WohnungsgenossenschaftKarl Marx“ will einen Schlusspunkt an die Waldstadt II setzen. Auf dem Grundstück „Zum Kahleberg 28“, dem ehemaligen Gelände des Altstoffhändlers Sero, dort, wo die Straße einen Knick macht, soll ein zwölfgeschossiges Hochhaus entstehen – zumindest, wenn es nach dem Willen der Genossenschaft und der Jury geht, die diesen Entwurf als Sieger kürte. Chef-Stadtplaner Andreas Goetzmann, selbst Jury-Mitglied, lobte den Entwurf als „logischen Abschluss der Waldstadt an dieser Stelle“. Karl-Marx-Vorstand Bodo Jablonowski zeigte sich „sehr einverstanden“ mit den Plänen, denn an dieser Stelle entstehe nun mit dem Zwölfgeschosser und einem fünfgeschossigen Zeilenbau ein „natürlicher Abschluss der Bebauung dort“. Die WG Karl Marx besitzt und bewirtschaftet auf dem Areal bereits eine Menge Häuser. Der Siegerentwurf stammt vom renommierten Berliner Büro „Fioretti Marquez“.

Das gesamte Vorhaben ist noch in einem frühen Stadium, der Wettbewerb gerade gelaufen. „Demnächst werden wir in eine erste Entwurfsplanung mit den Architekten gehen“, kündigte Jablonowski an – das heißt, das ein Baubeginn frühestens für das Jahr 2019 avisiert werde. In dem Fünfgeschosser und dem Hochhaus werden insgesamt 80 Wohnungen entstehen, um über Größen, Zuschnitte oder gar Preise zu sprechen, sei es aber noch viel zu früh, stellte der Karl-Marx-Vorstand klar.

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Der Druck zu weiteren Neubauten komme durchaus aus den Reihen der Karl-Marx-Genossen und auch von Interessenten, die dann gern Mitglied würden: „Die Nachfrage ist enorm“, deshalb sei die WG „seit einigen Jahren an dieser Flanke aktiv“. Deshalb kam auch die Idee auf, diesen Endpunkt der Waldstadt II am Übergang zur Teltower Vorstadt auszuloten. Ein ganz entscheidendes Kriterium für den Sieger sei es auch gewesen, dass mit einem Hochhaus der Eingriff in den Wald minimiert würde – „die Waldstadt soll ihren Namen ja zu Recht behalten“.

Doch gerade an der Höhe störte sich im Bauausschuss Saskia Hüneke (Grüne) und erinnerte daran, dass man in Potsdam doch eigentlich nicht höher als Baumwipfelhöhe oder das berühmte Maß „ein Röhrbein“ neu bauen wolle. „Ein Röhrbein“ misst 15 Meter und geht auf den früheren Chef-Stadtplaner der Stadt, Richard Röhrbein zurück, der dies als Losung ausrief. Verwaltung und Teile des Bauausschusses argumentierten gegen die von Hüneke gewünschte Abstockung. Da das Areal ohne Bebauungsplan ist, dürfe man sich mit den Höhen und der Bauweise an der Umgebung orientieren – und dort stehen unter anderem zwei Vierzehngeschosser in der Nähe, deren Architektur der Neubau durchaus behutsam aufnimmt. Auch ihren Einwand, dass der Neubau den Blick aus der Siedlung Eigenheim verstelle, relativierten die Ausschussmitglieder. Es befinde sich ein 80 Meter breiter Streifen Wald zwischen dem Bau und der Siedlung hieß es. Auch Bodo Jablonowski konnte das Argument nicht nachvollziehen: „Das Bauareal liegt so weit im Nordwesten, und die beiden höher stehenden 14-Geschosser stehen davor, ich kann mir nicht vorstellen, dass es an der Höhe scheitert.“ Saskia Hüneke indes ließ offen, ob sie für einen Bebauungsplan wirbt, in dem die Höhe festgelegt werden könnte. Sollte das gelingen, zöge sich auch der Baubeginn weiter hinaus. Doch für diesen Beschluss bedürfte es zunächst einer Mehrheit.

Von Jan Bosschaart

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