Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Potsdam Gerit Kling spendet für Sansibar
Lokales Potsdam Gerit Kling spendet für Sansibar
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:24 31.10.2017
Auf ihrer Hochzeitsreise nutzte Gerit Kling die Gelegenheit, möglichst viel von Sansibar kennenzulernen und von den Menschen zu erfahren. Quelle: Privat
Potsdam/Sansibar

Die Städtepartnerschaft zwischen Potsdam und Sansibar-Town ist gerade erst einmal ein paar Monate alt, doch sie hat schon eine prominente Patin: Die Potsdamer Schauspielerin und Regisseurin Gerit Kling („Notruf Hafenkante“, „Dr. Kleist“) wird sich künftig als Botschafterin für die gute Sache zur Verfügung stellen. Und: Sie belässt es nicht nur bei schönen Worten und Gesten. 20 000 Euro hat Gerit Kling an die Mwanakwerekwe H` Primary School, die Partnerschule der Bruno-H.-Bürgel-Grundschule in Babelsberg, gespendet. Den Spendenscheck wird sie am 7. November bei einer Feier im Rathaus an Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) und die Stadtverordnetenvorsitzende Birgit Müller (Linke) übergeben. Für die Weiterleitung der Spende ist die Berlin-Brandenburgische Auslandsgesellschaft (BBAG) zuständig.

Kinder in Sansibar-Stadt. Quelle: Röd

Stadtmarketing-Chefin Sigrid Sommer und Isabell Sommer, die für die Städtepartnerschaften verantwortlich ist, waren begeistert, als sie die Nachricht hörten: „Wir freuen uns unglaublich über diese großzügige Spende und darüber, dass die Städtepartnerschaft zwischen Potsdam und Sansibar mit Gerit Kling eine so engagierte neue Botschafterin gewonnen hat. Für dieses Engagement sind wir sehr dankbar.“ Auch Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) griff spontan zum Telefonhörer, um sich im Namen der Landeshauptstadt zu bedanken.

Auf der Bühne und vor der Kamera

Gerit Kling wurde 1965 in Altenburg (Thüringen) geboren. Bereits sehr früh stand sie vor der Filmkamera. Mit vier Jahren spielte sie die Tochter von Goya, „Elenita“, in dem preisgekrönten Werk „Goya“ von Konrad Wolf.

Von 1982 bis 1986 studierte Kling an der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ in Berlin. Danach hatte sie zahlreiche Theaterengagements, unter anderem am Deutschen Theater. Ihr TV-Debüt hatte sie als Hauptdarstellerin der ARD-Serie „Die Gerichtsreporterin“.

Wenn man die Schauspielerin in ihrem Haus direkt am Havelufer gegenüber von Hermannswerder besucht, wird schnell klar, woher ihre große Power kommt. Denn Gerit Kling ist keine, die sich den Gang über die roten Gala-Teppiche zum alleinigen Lebenssinn gemacht hat. Im Gegenteil: Sensibel, anteilnehmend und vor allem mit einem sehr wachen Blick aus strahlend grünen Augen auf Welt – besonders auf jene Dinge, bei denen andere vielleicht nur mit den Schultern zucken und so etwas wie „Da kann man halt nichts machen, so ist das eben!“ murmeln würden. Die Potsdamerin macht etwas – und sie macht sich vor allem Gedanken über ihre Umwelt.

Gerit Kling und Wolfram Becker mit einem Einheimischen am Hotel. Quelle: Privat

Die Geschichte von Gerit Kling und Sansibar begann in eben jenem Haus, in dem sie jetzt wohnt. Hier lernte sie auf einer Party den Hausherrn – den Unternehmer Wolfram Becker – kennen. Am 11. November 2016 wurde Hochzeit auf dem Standesamt im Potsdamer Rathaus gefeiert. „Und am nächsten Tag sind wir dann nach Sansibar geflogen“, erzählt die Schauspielerin.

Die Schauspielerin bei einem Ausflug auf der Insel. Quelle: Privat

Die Insel im Indischen Ozean ist das ideale Honeymoon-Reiseziel. Das Wasser ist türkisblau, als wäre es mit Photoshop nachbearbeitet, der Sand puderzuckerweiß und die Palmen wiegen sich in der Brise – sagenhafte Sonnenuntergänge inklusive. Sorgen? Überlebensnöte? Bettelnde Kinder? Die meisten Gäste in den schicken Hotelanlagen der Paradiesinsel blenden nur allzu gern aus, dass es außerhalb der abgeschotteten Luxus-Enklaven ganz unparadiesisch zugeht. Doch für die Flitterwöchner aus Potsdam endete die Welt nicht an der Hotelpforte. Sie erkundeten auch die umliegenden Dörfer: Roter Lehmboden, der sich im Regen in Matsch verwandelt. Primitive Kochstellen mit Campingkochern. Überall Müll. „Ich wusste nicht, was mich erwartet“, erinnert sich die Schauspielerin: „Was ich da gesehen habe, war teilweise erschreckend.“

Abseits der Hotelanlagen sieht Sansibar teilweise gar nicht mehr paradiesisch aus. Quelle: Röd

Kinder standen am Straßenrand, verkauften Nüsse. Gerit Kling fand heraus, dass die Kleinen von dem bisschen Geld eine Schule bauen wollten – eine neue, wunderbare Schule. Denn in den Landregionen auf Sansibar sind die Unterrichtsbedingungen katastrophal. „Die Kinder sitzen auf den Fußböden, sie haben keine Tische, keine Kreide, keine Türen, keine Dächer.“ Noch schlimmer: Das Wasser in den riesigen Tanks ist oft verunreinigt; an den Schulen sind Cholerafälle keine Seltenheit. Manchmal enden sie sogar tödlich. 3000 Euro würde ein neuer Wassertank kosten. Gerit Kling – selbst Mutter eines 20-jährigen Sohnes und ganz eng mit den beiden Kindern ihres Mannes verbunden – ließen die Zustände gedanklich nicht mehr los.

Wassertanks versorgen die Schulen – leider ist das Wasser oft verunreinigt, was zu Choleraerkrankungen führt. Quelle: Röd

Deshalb musste sie auch nicht groß überlegen, als sie nun frei über eine große Summe für eine Spende verfügen konnte. Der Geldsegen kam dank des GRK Golf Charity Masters zustande, das Ende August in Leipzig stattfand. Bei der Wohltätigkeitsveranstaltung gehen Promis wie Kati Witt, Uschi Glas, Franziska van Almsick aufs Grün, frei nach Motto: „Raus auf den Rasen für einen guten Zweck“.

Bedrückende Verhältnisse herrschen in der Mwanakwerekwe H` Primary School, der Partnerschule der Bruno-H.-Bürgel-Grundschule. Quelle: Ildiko Röd

Die erspielten Summen fließen dann in Herzensprojekte der Stars. Für Gerit Kling war klar: Sansibar soll’s sein – diese einerseits so wunderbare, anderseits so hilfsbedürftige Insel. Die 20 000 Euro sollten dazu bestimmt sein, um die Not an den Schulen zu lindern, wo die Kinder auf dem Boden kauern müssen und wo es oft am Notwendigsten fehlt. 20 000 Euro – das sind fast sieben neue Wassertanks für Schulen und ganz viele Kinder, die dadurch gesund bleiben können.

Blick vom Hof in ein Klassenzimmer der Mwanakwerekwe H` Primary School. Quelle: Ildiko Röd

Von Ildiko Röd

Kultur „Cinéma Privé“ im Filmmuseum Potsdam - Milan Peschel zeigt „Sein oder Nichtsein“

Es ist eine bittere Komödie über eine der schlimmsten Zeiten der deutschen Geschichte. Ernst Lubitsch drehte 1941 „Sein oder Nichtsein“ über den Widerstand gegen Hitler im besetzten Polen. Der Schauspieler und Regisseur Milan Peschel hat sich diesen Film für die Filmreihe „Cinéma privé“ ausgesucht.

03.11.2017
Potsdam Reformationstag in Potsdam - Gottesdienst zieht Hunderte in die Kirche

So gut besucht ist die Nikolaikirche selten: Schon weit vor Beginn des Festgottesdienstes zum Reformationstag war kein Sitzplatz mehr frei. Hunderte Potsdamer und Gäste warteten auf die Gebete, Verse und die Predigt von Altbischof Wolfgang Huber. Er stellte die vielen Reformationsbotschafter in den Fokus.

31.10.2017
Potsdam Wer wird Oberbürgermeister-Kandidat der SPD? - Frank Steffens ist der dritte Bewerber

Das Trio ist komplett: Der 49-jährige ehemalige Fachbereichsleiter Grün- und Verkehrsflächen, Frank Steffens, wirft nun nach Bürgermeister Burkhard Exner und Sozialdezernent Mike Schubert seinen Hut für die Nominierung als OB-Kandidat der SPD in den Ring. Steffens ist einfaches Parteimitglied ohne Funktion – er rechnet sich Außenseiterchancen aus.

11.01.2018