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Potsdam Gerkan-Entwurf unbeliebt
Lokales Potsdam Gerkan-Entwurf unbeliebt
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22:07 11.07.2013
Von oben: Auf dem ersten Platz landete der Entwurf der gmp Generalplanungsgesellschaft mbH aus Berlin. Den zweiten Platz bekam die Gewers & Pudewill GmbH aus Berlin zugesprochen. Platz drei erreichte der Entwurf der Ludes Generalpartner GmbH, Berlin/Potsdam. Quelle: Stadtwerke
Potsdam

Gemischt fallen die ersten Reaktionen auf die am Dienstag öffentlich präsentierten Bad-Entwürfe aus. Zurückhaltend zeigte sich die Bürgerinitiative „Mitteschön“. Bei dem erstprämierten Entwurf des Architektenbüros gmp (Gerkan, Marg und Partner) von Flughafenarchitekt Meinhard von Gerkan handle es sich „um einen typisch modernen Bau, wie man ihn heutzutage auf der ganzen Welt findet“, sagte „Mitteschön“-Sprecherin Barbara Kuster. Es sei keine Verbindung zum Ort zu spüren. „Das ist schade, denn der Standort gehört zum Entrée der Stadt.“

Nach dem Wunsch einer Fachjury soll der BER-Architekt Meinhard von Gerkan das neue Bad am Brauhausberg bauen. Der Entwurf ist nicht unumstritten. Wir zeigen die Top 3 der Entwürfe. Welcher gefällt Ihnen am besten? Stimmen Sie ab!

Applaus für den Entwurf gab es hingegen von SPD-Fraktionschef Mike Schubert. Er lobte ihn als „modern“, „markant“ und „die räumlichen Gegebenheiten des Brauhausbergs aufnehmend“. Schubert: „Es zeigt sich, dass Potsdam trotz Niemeyer-Diskussion und Architekturdauerstreit keine Tabuzone für renommierte Büros ist.“ Stadtpräsident Peter Schüler (Grüne) findet es „nachvollziehbar, dass der Entwurf von Gerkan das Rennen gemacht hat“. Laut Stadtverordnetenbeschluss gibt es einen Kostendeckel von 23 Millionen. Ob die Summe ausreicht, bezweifelt Schüler: „Damit würden wir wohl eine schlechte architektonische Lösung bekommen.“

Das sagen die Potsdamer zu den Entwürfen

Ole Paech (Student): Mir gefällt die Terrassen-Variante des zweitplatztierten Entwurfs (Gewers & Pudewill GmbH) am besten. Ich finde ihn sympathischer als den erstplatzierten Entwurf (Gerkan, Marg und Partner, gmp), der mir zu modern ist. Gut finde ich auch, dass es bei diesem Entwurf mehr Flächen für die Liegewiesen der Badbesucher gibt.

Ahmed Salama (Ladenbesitzer): Der zweitplatzierte Entwurf (Terrassen-Variante) sieht nicht so klobig aus wie der erstplatzierte, der mich an einen Klotz erinnert. Allerdings finde ich es bei dieser Variante gut, dass die Grünfläche am Fuß des Brauhausbergs öffentlich bleibt. Dann haben auch Menschen, die sich den Badbesuch nicht leisten können, etwas von dieser Fläche.

Silke Meyer (Studentin): Mir gefällt der erstplatzierte Entwur(gmp) am besten, weil er zukunftsorientiert wirkt. Der wirkt ein Stück weit zeitlos und man kann ihn irgendwann ganz gut umbauen. Der drittplatzierte Entwurf (Säulen-Variante von Ludes GmbH) wirkt altmodisch. Der zweite Entwurf ist schon sehr speziell. Dass der Bau durch die Tiefgarage teurer wird, finde ich okay. In Potsdam sind die Parkplatzbedingungen nun mal grottenschlecht.

Anne Krauß (Ladenbesitzerin): Ich finde, dass sich der zweite Entwurf (Terrassen-Variante) besser in das landschaftliche Bild einfügt. Er wirkt hell und filigran. Dass die frei zugängliche Grünfläche hier wegfällt, finde ich nicht so schlimm. In Potsdam ist man doch immer schnell in irgendeinem Park.

Frank Kobow (Bodenleger): Mir gefällt der Niemeyer-Entwurf am besten. Wenn man den gebaut hätte, könnte schon längst dort baden! Von den aktuellen Entwürfen finde ich den zweitplatzierten (Terrassen-Variante) am besten. Der erste (gmp) sieht zu monumental aus – ein richtiger Kasten. Aber wahrscheinlich wird ohnehin wieder mal nichts aus dem Bad. 2030 ist der Flughafen fertig, und dann kommt Mehdorn zum Potsdamer Bad rüber.

In unserer Online-Umfrage liegt der drittplatzierte Entwurf (Säulen-Variante) mit mehr als 40 Prozent vorn. Dahinter liegt Entwurf 2 (Terrassen) mit knapp 40 Prozent. Abgeschlagen auf Platz drei lag mit weniger als 20 Prozent der von der Jury erstprämierte Entwurf (gmp, Gerkan, Marg und Partner).

Dass das Bad wegen der Tiefgarage nun wahrscheinlich 30 Millionen kosten wird, erregte gestern besonders die Gemüter in der CDU. Es zeige sich „erneut, dass der Standort zu den beschlossenen Kosten von Anfang an ein leeres Versprechen war“, kritisierte CDU-Kreis chefin Katherina Reiche. „Schon einmal ist ein Entwurf an überzogenen Kosten gescheitert“, sagte sie unter Anspielung auf den Niemeyer-Entwurf. Matthias Finken vom CDU-Stadtbezirksverband Innenstadt/Nord sekundierte seiner Kreischefin: „Wir wollen vorher wissen, woher die zusätzlichen Millionen kommen sollen und worauf die Potsdamer für die Mehrkosten verzichten müssen.“ SPD-Mann Schubert betont hingegen, dass der 23-Millionen-Rahmen ausdrücklich nur für das Bad bestimmt gewesen sei. „Ergänzende Elemente wie Auto-Stellplätze waren dort nicht enthalten. Fairerweise muss man das separat sehen.“

Die Stadtverordneten werden die Vorlage über die aktualisierten Rahmenbedingungen für den Badbau im August in den Ausschüssen behandeln. Im September fällt dann der Beschluss in der Stadtverordnetenversammlung.

Von Ildiko Röd

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Zum Abschluss des Realisierungswettbewerbes für den Neubau des Sport- und Freizeitbades am Brauhausberg präsentierte eine elfköpfige Fachjury unter Vorsitz von Prof. Hein Nagler drei preisgekürte Entwürfe. Diese Entwürfe werden nun detailliert geprüft und der Stadtverordnentenversammlung vorgestellt. Anfang September 2013 könnte dann eine endgültige Entscheidung über den Siegerentwurf fallen. Baubgeginn soll Dezember 2014 sein. 

Auf dem ersten Platz landete der Entwurf der gmp Generalplanungsgesellschaft mbh aus Berlin. 

Für die Jury war dieser Entwurf die Nummer Eins. Quelle: Bernd Gartenschläger

Den zweiten Platz bekam die Gewers & Pudewill Gmbh aus Berlin zugesprochen.

Für die Jury war dieser Entwurf die Nummer Zwei. Quelle: Bernd Gartenschläger

Platz drei erreichte der Entwurf der Ludes Generalpartner Gmbh, ebenfalls aus Berlin.

Für die Jury war dieser Entwurf die Nummer Drei. Quelle: Bernd Gartenschläger
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