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Potsdam Nach Kündigung der Leiterin des Thusnelda-von-Saldern-Hauses: Güteverhandlung vor dem Arbeitsgericht
Lokales Potsdam

Gewalttat im Oberlinhaus | Nach Kündigung von Heimleiterin: Güteverhandlung am Potsdamer Arbeitsgericht

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15:49 14.01.2022
Das Thusnelda-von-Saldern-Haus in Babelsberg. In der Wohn-Einrichtung des Oberlinhauses für schwerst behinderte Menschen geschah im Frühjahr 2021 die schreckliche Bluttat.
Das Thusnelda-von-Saldern-Haus in Babelsberg. In der Wohn-Einrichtung des Oberlinhauses für schwerst behinderte Menschen geschah im Frühjahr 2021 die schreckliche Bluttat. Quelle: Julius Frick
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Potsdam

Nach dem von einer Pflegekraft Ende April 2021 verübten Mord an vier Schwerstbehinderten im Potsdamer Oberlinhaus ist, wie bereits im Vorfeld von der MAZ berichtet, vor dem Arbeitsgericht Potsdam nun auch über die Kündigung der Heimleiterin Heike J. verhandelt worden. Zu den Kündigungsgründen sei in der Güteverhandlung am Freitag nicht Stellung genommen worden, sagte Gerichtssprecher Robert Crumbach dem Evangelischen Pressedienst (epd) im Anschluss. Beide Parteien hätten erklärt, dass sie versuchen wollen, sich zu einigen. Ein Kammertermin zur Entscheidung sei am 9. März 2022 geplant.

LESETIPP Nach Mordprozess: Oberlinhaus kündigt weiterer Mitarbeiterin

Über die bereits kurz nach dem Gewaltverbrechen ausgesprochene Kündigung der langjährigen Pflegekraft Ines R. will das Arbeitsgericht erneut am 1. Februar verhandeln. Sie wurde am 22. Dezember 2021 unter anderem wegen Mordes zu 15 Jahren Haft verurteilt und wegen einer schweren Persönlichkeitsstörung in die Psychiatrie eingewiesen.

Die Prozesstage im Überblick

Vor dem Landgericht Potsdam der Pflegerin Ines R. (52) der Prozess gemacht. Ihr wird vorgeworfen, am 28. April 2021 vier schwerst behinderte Menschen getötet und eine weitere Person schwer verletz zu haben

1. Verhandlungstag: Das sagt die Angeklagte über ihr Leben

2. Verhandlungstag: Beschuldigte hatte düstere Vorahnungen

3. Verhandlungstag: Wäre die Bluttat zu verhindern gewesen?

4. Verhandlungstag: Aussage einer Psychiaterin

5. Verhandlungstag: Die Mordopfer aus dem Oberlinhaus

6. Verhandlungstag: Ärzte über die Angeklagte kurz nach der Tat

7. Verhandlungstag: Die Leute abgearbeitet „wie ein Amokschütze“

8. Verhandlungstag: Polizisten berichten vom Tatort

9. Verhandlungstag: Angeklagte: „Fünf reichen mir“

10. Verhandlungstag: Eine „abgrundtief böse“ Tat

11. Verhandlungstag: Urteil: Mit unbedingtem Tötungswillen

In dem Mordprozess vor dem Landgericht Potsdam hatte es unter anderem kritische Berichte über die Arbeitsbedingungen in der Behinderten-Wohneinrichtung des evangelischen Sozialunternehmens gegeben.

LESETIPP: Angehörige kritisieren „katastrophale“ Zustände auf der Pflegestation

Das Oberlinhaus habe der Heimleiterin vor der fristlosen Kündigung am 20. Dezember 2021 zunächst andere Arbeitsmöglichkeiten angeboten, sagte Crumbach. Die Klägerin habe dies jedoch abgelehnt. Eine ordentliche Kündigung sei aufgrund ihrer langen Beschäftigungszeit bei dem Diakonie-Unternehmen nicht möglich. Das Oberlinhaus will nun eine Expertenkommission einsetzen, um allgemein Probleme in der Behindertenhilfe wie eine unzureichende Finanzierung und Personalausstattung zu thematisieren.

Von MAZonline/ epd