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Potsdam Gewerbenutzung ist uninteressant
Lokales Potsdam Gewerbenutzung ist uninteressant
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00:21 10.06.2018
Das Brunnenviertel wächst und wächst. Am Donnerstag wurde Richtfest für den Bereich der Eigentumswohnungen gefeiert. Hier, im Mieterteil, sind schon die ersten Nutzer eingezogen. Quelle: Rainer Schüler
Waldstadt

Für den Gewerberiegel des neuen Brunnenviertels der Waldstadt zeigt sich noch immer kein Bewerber aus der Wirtschaft. Investor Jan Kretschmar von der KW-Development Berlin sagte der MAZ am Donnerstag, Interesse gebe es nur aus Behörden des Landes Brandenburg, man sei „mit mehreren Leuten im Gespräch“, habe aber „noch nichts fest“ und können keine Namen nennen. Alle vier Wochen gebe es Gespräche mit der Wirtschaftsförderung der Stadt, deren Angebote „bislang null“ seien. Die Stadt selbst sprach von zweiwöchentlichen Gesprächen, die „offen und konstruktiv“ liefen, aber noch kein Ergebnis gebracht hätten. Der Investor werde sicher Interessenten nennen, wenn er welche habe, sagte Stadsprecher Markus Klier. Die Prüfungsphase endet im September.

Investor will Gewerberiegel bauen

„Wir halten an der Gewerbenutzung fest“, versicherte Kretschmar der MAZ: „Wir suchen weiter. Aber es muss sich endlich mal jemand melden.“ Er wolle die Sandberg-Brache vor den Miet- und Eigentumswohnungen noch in diesem Jahr mit einer Bebauung füllen, wenn nicht mit einer gewerblichen, dann mit einem Mix aus Büros und Sozialeinrichtungen.

Das Brunnenviertel ist die Nachnutzung des Grundstücks des einstigen DDR-Plattenwerkes, wo die Betonfertigteile der Neubaugebiete entstanden. Die Stadt besteht darauf, das ein Teil des Viertels für eine Gewerbenutzung frei gehalten wird, doch Interessenten finden sich dafür kaum.

Immerhin 20000 Quadratmeter seien sinnvoll zu füllen, sagte der KWD-Geschäftsführer. Für eine Kita mit 1000 Quadratmetern und 129 Plätzen werde demnächst der Bauantrag gestellt; dieses Anfangsprojekt sei laut Bebauungsplan zulässig. Dem Vernehmen nach will die Kinderwelt Potsdam die Einrichtung betreiben.

Umnutzung für soziale Zwecke kostet Zeit

Für eine Umnutzung des Gewerberiegels zur sozialen Nutzung mit Pflegeheim, betreutem Wohnen und Ärztehaus neben der Kita und einem großen Handwerkerhof braucht es aber eine B-Plan-Änderung. Dies brächte einen Zeitverzug von eineinhalb bis zwei Jahren.

Richtfest für den Teil der Eigentumswohnungen im Brunnenviertel, doch davor gähnt noch die Gewerbebrache. Quelle: Rainer Schüler

Gestern wurde Richtfest für 129 Eigentumswohnungen im zweiten und letzten Wohnabschnitt gefeiert; im ersten Teil mit 240 Wohnungen an der Heinrich-Mann-Allee sind bereits die ersten Mieter eingezogen, die auf noch unvollendete Grünanlagen blicken und eben auf einen riesigen Sandberg dort, wo das Gewerbe hin soll. Diese Mietwohnungen mit zwei bis vier Zimmern werden durch den Immobilieninvestmentfonds Aberdeen Asset verwaltet und sind laut Kretschmar baulich genauso hochwertig ausgestattet wie die Eigentumswohnungen, die von der Firma Verimag vertrieben werden.

Das Brunnenviertel und seine Schöpfer

Seinen Namen erhielt das Brunnen Viertel auf dem Gelände des ehemaligen VEB Plattenwerk Potsdam wegen der Springbrunnen auf den Plätzen des Quartiers. Verantwortlich für die städtebauliche Planung und die architektonische Umsetzung ist das Büro Gregor Fuchshuber, das rund um die Wohngebäude eine parkähnliche Außenanlage konzipiert hat.

Die Infrastruktur ist gut; der Bahnhof Potsdam-Rehbrücke und die Tram- und Bushaltestellen sind bequem zu Fuß erreichbar, die Autobahn A115 nur drei Kilometer entfernt.

In 13 Minuten ist man in der Potsdamer Innenstadt, in 20 am Berliner Kurfürstendamm, in 30 in der Friedrichstraße.

Die KW-Development GmbH wurde Ende 2012 vom Potsdamer Immobilien-Experten Jan Kretzschmar gegründet, der zuvor über 15 Jahre bei einem führenden Entwickler und Bauträger verschiedene Großprojekte in Berlin und Brandenburg verantwortet hat.

Seit ihrer Gründung hat die KWD in Berlin und Potsdam rund 2000 Wohnungen gebaut und dabei rund 400 Millionen Euro investiert. Auch die „Villen am Filmpark“ in Babelsberg gehen auf ihr Konto.

Die größten Projekte sind das „Brunnenviertel“ und „Beelitz-Heilstätten“. In Vorbereitung stehen fünf weitere Quartiersentwicklungen mit über 2000 Wohnungen in Berlin, Potsdam und Brandenburg.

Das Unternehmen hat sich auf die Entwicklung ganzer Stadtquartiere spezialisiert; sie saniert aber auch Altbauten.

Im Brunnenviertel sind 240 Miet- und 129 Eigentumswohnungen errichtet worden. Das Richtfest für den 2. und letzten Bauabschnitt mit 129 Wohnungen wurde am 7. Juni 2018 gefeiert.

Der Erstbezug des 1. Bauabschnitts hat im April begonnen, der des zweiten steht Ende 2018/Frühjahr 2019 an.

Alle Wohnungen verfügen über Balkone, Terrassen oder Privatgärten, Fußbodenheizung und Echtholzparkett, Keller, Fahrradabstellplätze und eine Tiefgarage. In allen Etagen halten Aufzüge.

Viele Wohnungen, nicht alle, sind barrierefrei.

Insgesamt werden in das Brunnenviertel rund 100 Millionen Euro investiert.

Von Rainer Schüler

Eine letzte Aufführung von „Wie man unsterblich wird“, eine Filmvorführung im Freiland und ein Theaterstück über die griechische Mythologie. Das Kulturangebot am Donnerstag ist reichlich.

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