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Potsdam Ernst-Thälmann-Straße bleibt
Lokales Potsdam Ernst-Thälmann-Straße bleibt
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16:05 02.01.2019
Der einstige KPD-Führer Ernst Thälmann in einer Aufnahme von 1928. Quelle: ADN/DPA-
Groß Glienicke

Die Ernst-Thälmann-Straße in Groß Glienicke bleibt. In einer Umfrage der Verwaltung zu einer Umbenennung hat sich eine Mehrheit der teilnehmenden Haushalte dagegen ausgesprochen. Auf Antrag der Mitglieder des Groß Glienicker Ortsbeirats Jörg Manteuffel und Norbert Mensch (beide CDU) sollte die Stadtverwaltung eine Umbenennung in Wilhelm-Stintzing-Straße prüfen. 

Stintzing (1914-2014) hatte nach dem Zweiten Weltkrieg 20 Jahre als Pfarrer in Groß Glienicke gewirkt. Thälmann (1886-1944) war Führer der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD) und wurde 1944 im KZ Buchenwald ermordet. Die frühere Kirchstraße in Groß Glienicke war 1960 zum 11. Jahrestag der DDR nach ihm benannt worden, „ohne jedweden Bezug zu Groß Glienicke“, wie die CDU-Politiker argumentierten. Auf Beschluss des Ortsbeirates sollten jedoch vor einer Entscheidung die Anwohner der rund 250 Meter langen Straße befragt werden.

Nach Mitteilung des Rathauses wurden alle 21 Haushalte in der Straße mit insgesamt 42 Anwohnern angeschrieben. Zehn Haushalte mit 23 Personen hätten sich daraufhin geäußert. Acht Haushalte mit 18 Personen hätten die Umbenennung „abgelehnt und zum Teil auch sehr scharf kritisiert“. Zwei Haushalte mit insgesamt fünf Personen hätten einer Umbenennung zugestimmt.

„Als wiederkehrendes Argument der Anwohner gegen eine Umbenennung wurde vorgetragen, dass es nicht im Sinne Wilhelm Stintzings gewesen wäre, eine Straße nach ihm gegen den Willen der betroffenen Anwohner zu benennen“, heißt es in der von Baudezernent Bernd Rubelt (parteilos) unterzeichneten Mitteilung für den Ortsbeirat: „Es solle stattdessen eine unbenannte Straße nach ihm benannt werden.“

Im Ergebnis der Befragung werde die Umbenennung seitens der Verwaltung abgelehnt. Dem Ortsbeirat werde empfohlen, den Antrag auf Umbenennung zurückzuziehen und den Straßennamen bestehen zu lassen.

Das Potsdamer Ernst-Thälmann-Stadion vor der Ruine der Nikolaikirche um 1957. Quelle: MAZ/Max Bluhm

Die Straße in Groß Glienicke ist der letzte relevante Ort in der Landeshauptstadt, der an den einstigen KPD-Chef erinnert. Die Ernst-Thälmann-Straße in Babelsberg wurde nach dem Mauerfall in Großbeerenstraße zurück benannt. Das nach dem Zweiten Weltkrieg in der Innenstadt gebaute Ernst-Thälmann-Stadion wurde für die Rekonstruktion des Lustgartens abgetragen. Aus der Ernst-Thälmann-Schule im Zentrum-Ost schließlich wurde die Gesamtschule „Peter Josef Lenné“. In Ostdeutschland soll es noch rund 320 Ernst-Thälmann-Straßen geben.

Von Volker Oelschläger

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