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Potsdam Großbaustelle auf der Nuthestraße
Lokales Potsdam Großbaustelle auf der Nuthestraße
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15:11 16.04.2018
Diese Böschung an der Nuthestraße zwischen Friedrich-Engels-Straße und Neuendorfer Anger erwies sich als zu steil und muss dringend erneuert werden. Quelle: Foto: Bernd Gartenschläger
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Potsdam

Die Nuthe-Schnellstraße wird bereits ab Februar zu einer zehnmonatigen Großbaustelle. Ein rund 300 Meter langes Teilstück der Böschung in Richtung Innenstadt zwischen dem Neuendorfer Anger und der Friedrich-Engels-Straße kann nach längerer Verzögerung endlich saniert werden. Dafür muss aber der Straßendamm der L 40 zum Teil völlig neu aufgebaut werden.

Bauarbeiten wurden mangels Angeboten seit Mitte 2017 verschoben

Die äußerst dringende Baumaßnahme des Landesbetriebs Straßenwesen sollte eigentlich bereits Mitte 2017 beginnen, musste aber erneut ausgeschrieben werden. Erst bei der zweiten Ausschreibung ergaben sich laut Frank Schmidt, Planungsleiter des Landesbetriebs Straßenwesen, wirtschaftliche tragfähige Angebote. Jetzt steht der Baustart unmittelbar bevor, wie die Potsdamer Neuesten Nachrichten am Montag berichteten und Schmidt bestätigt.

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Einen konkreten Termin für den Baubeginn konnte Schmidt am Dienstag noch nicht nennen. „Ich habe noch keinen Bauablaufplan, und der muss erst 14 Tage vor dem Baustart vorliegen“, so Schmidt. Er geht fest davon aus, dass die Bauarbeiten bis zum Jahresende abgeschlossen sind.

Aufwendige Rampe sorgt trotz Baustelle für zweispurigen Verkehr

Gut 60 000 Fahrzeuge sind laut Zahlen des Stadtentwicklungskonzept an Werktagen stadteinwärts auf diesem Abschnitt der Schnellstraße unterwegs. Während der Bauarbeiten wird der Verkehr in beiden Richtungen „mit 30 oder höchstens 50 Stundenkilometer“ an der Baustelle entlang geführt, so Schmidt. Die Ab- und Auffahrten an der Friedrich-List-Straße bleiben bis auf zeitweise Vollsperrungen stets offen, betont Schmidt.

Stattdessen soll der Verkehrsfluss mit einer aufwendigen Ersatzfahrbahn aufrecht erhalten werden. Stadteinwärts wird der Verkehr laut Landesbetrieb zweispurig auf die Gegenfahrbahn verschwenkt. Für den Verkehr aus der Stadt heraus soll dagegen eine provisorische Rampe entstehen, die auf der langgezogenen Auffahrt an der Friedrich-Engels-Straße mündet. Für diese temporäre Erdaufschüttung wurden schon Anfang 2017 alle Bäume der Böschung gerodet. Die unter der Nuthe-Schnellstraße entlang führende Straße Neuendorfer Anger wird wegen der Rampe für die gesamte Bauzeit voll gesperrt.

Der acht Meter hohe Straßendamm wird neu aufgebaut

Der gefährliche Zustand der Böschung auf Babelsberger Seite ist seit Ende 2015 bekannt. „Sie ist sehr steil gebaut und soweit abgerutscht, dass der Bord stellenweise von der Fahrbahn abgerissen ist. Durch den entstandenen Schlitz war Wasser eingetreten und hat den Damm hinterspült“, erklärt Schmidt. Die Risse wurden provisorisch verfüllt, doch nun wird der bis zu acht Meter hohe Damm, der erst 2000 errichtet wurde, komplett abgetragen und neu aufgebaut. Der neue Damm werde breiter und mit verbesserter Regenentwässerung errichtet. 2,5 Millionen Euro kostet die Maßnahme, die allein vom Land getragen wird.

Die Rampe wird stadtauswärts von der Hochstraßenbrücke bis zur Straße Neuendorfer Anger herabgeführt. Wer wie dieser rote Kleinwagen die lange Auffahrt an der Friedrich-Engels-Straße nutzt, stößt dann künftig auf ein Stop-Schild. Quelle: Bernd Gartenschläger

Nächstes Großprojekt folgt ab 2019: neue Brücken über die Bahntrasse

Ab Ende 2019 folgt dann eine noch größere Herausforderung für den Landesbetrieb und die Potsdamer Autofahrer. Dann werden die knapp 40 Jahre alten Hochstraßenbrücken über Friedrich-Engels-Straße, Bahntrasse und Friedrich-List-Straße erneuert. Dieses Projekt soll bis 2023 andauern. „Hier sind keine Baubehelfe möglich, der Verkehr muss einspurig über die Gegenfahrbahn geführt werden“, kündigt Schmidt an.

Ein gleichzeitiger Baubeginn mit den Arbeiten 2018 sei nicht möglich gewesen. „Das eine ist ganz dringlich wegen der Gefährdung der Böschung, das andere braucht seine Zeit“, sagt Schmidt. Die Spannstelen im Inneren der Brücken korrodieren. Darunter sind wegen Betonabplatzungen bereits Netze gespannt. Die Brücken haben für ihren Bautyp ihr Lebensende erreicht. Die Neubauten sollen bei entsprechender Instandhaltung neunzig Jahre halten.

Von Peter Degener

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