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Potsdam Große Hilfsbreitschaft für ausgeraubten Zirkus
Lokales Potsdam Große Hilfsbreitschaft für ausgeraubten Zirkus
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21:04 06.01.2017
Noch bis 8. Januar gastiert der Circus Alexander in Potsdam. Quelle: Bernd Gartenschläger
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Drewitz

Zirkusdirektor Gino Lauenburger standen Tränen in den Augen, als ihm Hartmut Schimanke seine Hilfe anbot: 300 Liter Heizöl und 150 Liter Diesel spendet der Drewitzer Brennstoffhandel Altendorff/Schimanke dem Circus Alexander, der wie berichtet am Mittwochabend ausgeraubt wurde und nun um seine Existenz bangt. Mit dem Heizöl ist gesichert, dass die Vorstellungen, die der Zirkus noch bis Sonntag neben dem Stern-Center gibt, stattfinden können. Den Kraftstoff braucht die Truppe, um am Dienstag ins Winterlager in Delitzsch (Sachsen) fahren zu können. „Die Nachricht von dem Überfall hat mich erschüttert“, erklärt Hartmut Schimanke sein Engagement. „Aus unserer langen Zusammenarbeit mit verschiedenen Zirkusunternehmen weiß ich, wie schwierig die ökonomische Lage in dieser Branche“, sagt der Senior-Chef des Familienunternehmens Altendorff/Schimanke. Schon zu DDR-Zeiten habe er mit Zirkusbetrieben zusammengearbeitet. Aktuell beliefert die Drewitzer Firma unter anderem die Zirkusse Voyage und Rogall. Dass der kleine Circus Alexander, der mit seinem Weihnachtsprogramm in Potsdam gastiert, überfallen wurde, finde er „gemein“, so Schimanke. „So ein kleiner Zirkus hat keine Reserven.“ Dass die Truppe ihr Geld nicht auf ein Konto eingezahlt hatte, sei logisch. „Fast täglich müssen Lieferanten bar bezahlt werden“, erklärt der Kaufmann.

Ermittlungen der Kriminalpolizei dauern an

Der Zirkus hofft noch immer, dass ein Landwirt Heu für die 20 Tiere zur Verfügung stellen kann. Eine Potsdamerin habe sich gemeldet, um mit etwas Geld auszuhelfen, so Artistin Vivian Freiwald. Bei dem Überfall wurde wie berichtet der gesamte Bargeldbestand des Zirkus’ gestohlen. Ein unbekannter Täter durchwühlte einen Wohnwagen und schlug einem Zirkus-Mitarbeiter bei seiner Flucht mit der Faust ins Gesicht. Die Polizei hat einen Zeugenaufruf gestartet, aber bislang keine Spur zum Täter und seinen mutmaßlich drei Komplizen. „Die Ermittlungen der Kriminalpolizei stehen noch am Anfang“, sagte eine Polizeisprecherin.

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Wer helfen will, kann sich an der Zirkuskasse oder unter 0163/3 00 08 48 melden.

Von Marion Kaufmann

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