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Potsdam Doppelspitze in Grube geplant
Lokales Potsdam Doppelspitze in Grube geplant
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00:51 04.09.2014
Rolf Martin Sterzel (hinten) und Stefan Gutschmidt.
Rolf Martin Sterzel (hinten) und Stefan Gutschmidt. Quelle: Bernd Gartenschläger
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Grube

Mit eine Doppelspitze geht der Potsdamer 450-Seelen-Ortsteil Grube in die nächsten fünf Jahre. Wie der neu gewählte Ortsvorsteher Rolf Martin Sterzel gestern verkündete, wird er sich das Amt mit seinem Vorgänger Stefan Gutschmidt teilen. Demnach bestreitet Sterzel die erste Hälfte der Legislaturperiode, die zweite könne Gutschmidt übernehmen.

„Das ist es“, schloss Sterzel seine Erklärung in der Ortsbeiratssitzung, zu der etwa 30 Gruber gekommen waren. „Die Diskussion ist eröffnet.“ – Aber sie folgte nicht. Die Bürger, die sich in den vergangenen Wochen gegen die Wahl Sterzels zum Ortsvorsteher empört und ihren Unmut mit einer Unterschriftenaktion und eigens anberaumten Krisengesprächen kundgetan hatten, quittierten den von Sterzel, Gutschmidt und dem Protest-Führer Bernd Geue ausgehandelten Kompromiss vor allem mit Schweigen und vor der Brust verschränkten Armen. „Es ist jetzt wichtig, dass der Ortsbeirat zur Sacharbeit zurückkehrt“, sagte schließlich ein Herr aus der Runde. „Wir waren in den letzten Jahren mit der Truppe zufrieden. Und wenn die Truppe jetzt wieder funktioniert, soll’s uns Recht sein.“

Die Truppe – das ist der Ortsbeirat von Grube. Drei Plätze sind dort zu besetzen. Diese hatten bis zur Kommunalwahl im Mai Stefan Gutschmidt (parteilos), Rolf Martin Sterzel (SPD) und Carola Walter (Bürgerbündnis) inne. Alle drei wurden wiedergewählt – ein Vertrauensbeweis der Gruber, der vor allem für den bisherigen Ortsvorsteher Stefan Gutschmidt überragend ausfiel. Er erhielt 49,5 Prozent der Stimmen. Seinen Posten als Ortschef bekam er damit allerdings nicht automatisch zurück, was für viele Wähler aber offenbar ausgemachte und gewünschte Sache war und folglich im Dorf großes Unverständnis auslöste. Weil der Ortsvorsteher nicht direkt gewählt wird, sondern allein vom Ortsbeirat, ist es gut möglich, dass der Wahlsieger bei der Verteilung der Posten leer ausgeht und jemand mit viel weniger Stimmen triumphiert – in diesem Fall Rolf Martin Sterzel, der „nur“ 12,7 Prozent der Stimmen eingefahren hatte.

Sterzel gewann die Wahl innerhalb des Trios mit zwei Stimmen. Nun muss kein großer Mathematiker sein, wer die Rechnung lösen will. Sterzel stimmte für sich, Gutschmidt für sich – das Zünglein an der Waage war Carola Walter. Glaubt man dem Gruber Buschfunk, herrschen zwischen ihr und Gutschmidt aber „gewisse Animositäten“. Sterzel selbst spricht von „nicht sichtbaren Fronten“, zwischen die er in der zurückliegenden Legislatur immer wieder geraten war. „Ich sehe mich als – Puffer will ich nicht sagen – als Mediator.“ Er habe gehofft, als Ortsvorsteher „ausgleichend“ wirken zu können. Den Protest dagegen habe er „in der Form nicht erwartet“. „Zwar ist gegen meine Wahl an sich nichts einzuwenden – andererseits ist zu berücksichtigen, was die Bürger empfinden.“
Sterzel und Gutschmidt beteuern, dass sie „zu einer Basis des Vertrauens“ zurückgefunden hätten. Carola Walter konnte sich gestern indes nicht äußern – sie war der Sitzung fern geblieben. Wegen einer Erkrankung, so Sterzel: „Das hat nichts mit dem Thema zu tun.“ – Ein Gutes, sagt das Ortsvorsteher-Duo einhellig, habe die aufreibende Debatte immerhin gehabt: Statt drei, vier Bürgern kommen nun 25, 30 zum Ortsbeirat. Das zeige, dass die Leute interessiert sind und sich kritisch mit ihrem Ort auseinandersetzen.

Von Nadine Fabian

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