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Potsdam Grube hat nach 750 Jahren das erste Wappen
Lokales Potsdam Grube hat nach 750 Jahren das erste Wappen
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19:44 11.01.2017
Spatenblatt, Hecht und Fluss: das Wappen von Grube.
Spatenblatt, Hecht und Fluss: das Wappen von Grube. Quelle: Grube
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Grube

Debüt nach 750 Jahren Dorfgeschichte! Der Potsdamer Ortsteil Grube hat ab sofort ein eigenes Wappen. Zum Jahreswechsel hat Armin Welthe, der Vorsitzende des Bürgervereins „Wir in Grube“, den Wappenbrief an den stellvertretenden Gruber Ortsvorsteher Rolf Sterzel (SPD) übergeben. Der Bürgerverein hat das Wappen nicht nur gestiftet, sondern auch festgelegt, wer es führen darf – das sind alle natürlichen und juristischen Personen des Ortsteils insbesondere Vereine, Verbände und Organisationen, die gemeinnützig tätig sind oder sich der Pflege und Bewahrung der örtlichen Tradition und Kultur verschrieben haben.

Das Wappen zeigt ein silbernes Spatenblatt auf rotem und einen silbernen Hecht auf blauem Grund; ein silberner Wellenbalken teilt den Schild diagonal. Der Spaten erinnert an den Tonabbau, mit dem die Gruber Geschichte seit dem Mittelalter, wahrscheinlich sogar bereits seit der slawischen Besiedlung, eng verbunden ist. Das Graben nach Ton gab dem Dorf laut Bürgerverein auch seinen heutigen Namen.

Der Hecht unterstreicht die Bedeutung des Fischfangs für Grube über Jahrhunderte hinweg. Grube schmiegt sich ins Tal der Wublitz, ist eingebettet in eine idyllische Landschaft mit Deichen und Wiesen, Teichen und Seen. Diese Lage spielt seit jeher eine wichtige Rolle für den Ort, wie germanische und slawische Besiedlungsspuren zeigen. Der Fluss diente den Ur-Grubern nicht nur als Schutz und Nahrungsquelle, er war auch – gerade zu Zeiten des Tonabbaus – ein wichtiger Transportweg. Klar, dass der Fluss auch im Wappen zu finden ist: symbolisiert durch den silbernen Wellenbalken, der den Schild von der oberen rechten Ecke aus schräg durchläuft. Die Hintergrundfarben der Schildhälften – Rot und Blau – verweisen auf die Herren von der Groeben, denen im Mittelalter rund um Potsdam riesige Ländereien und Lehmgruben gehörten.

Das Wappen, lässt Armin Welthe wissen, ist bereits in die Wappenrolle des Herold-Vereins eingetragen. Seit 2012 sei es auch Ortsteilen, die dies wünschen, gestattet, ein eigenes Wappen zu führen: „Allerdings sind diese Ortsteilwappen keine Hoheitszeichen im Sinne der Kommunalverfassung und demnach auch nicht siegelfähig.“ Sie sollen vielmehr der Identifikation der Einwohner mit ihrem Heimatort dienen – Grube wurde 1993 nach Potsdam eingemeindet.

Schon länger hatte der Bürgerverein im Ort Ideen für die Gestaltung des Wappens gesucht, sagt Ortsvize Rolf Sterzel. „Zwischenzeitlich war sogar ein Preisausschreiben im Gespräch, aber schnell verworfen worden, nachdem man erkannt hatte, wie streng die Vorschriften im Wappenrecht sind.“ Nach diversen Abstimmungsgesprächen mit dem Ortsbeirat und dem Herold-Verein konnte der Bürgerverein im Sommer 2016 schließlich den Grafiker und Heraldiker Uwe Reipert beauftragen. „So manch ein schöner Entwurf wurde erdacht, gezeichnet, begutachtet und wieder verworfen“, berichtet Armin Welthe. „Die gestalterischen Vorgaben der Heraldik bezüglich der Farbauswahl und der darstellbaren Objekte sind vielschichtig, so dass sich Laien ohne professionelle Unterstützung kaum zurechtfinden.“ Am 6. Dezember 2016 erfolgten der ersehnte Eintrag in die Ortswappenrolle und die offizielle Beurkundung.

Ortsteilwappen sind keine Hoheitszeichen

Der Verein für Heraldik, Genealogie und verwandte Wissenschaften zu Berlin (Herold) wurde 1869 gegründet. Er führt die Deutsche Wappenrolle, in der Familienwappen registriert sind.

Seit 2011 begutachtet und registriert der Verein auch Wappen für kommunalrechtlich nicht selbstständige Ortschaften wie Stadt- und Ortsteile. Diese Wappen sind keine Hoheitszeichen.

Den Gebrauch von Wappen regelt hierzulande die Verordnung über kommunale Hoheitszeichen des Landes Brandenburg.

Von Nadine Fabian

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