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Potsdam Günther Jauch ist „Gastronom des Jahres“
Lokales Potsdam Günther Jauch ist „Gastronom des Jahres“
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18:20 04.11.2019
Günther Jauch bei der Präsentation des neuen Dinners von Koch Tim Raue im September in der Villa Kellermann. Quelle: Friedrich Bungert
Berliner Vorstadt

Der Potsdamer Fernsehmoderator Günther Jauch (63) ist Deutschlands Gastronom des Jahres. Das hat der Restaurantführer „Gault&Millau“ am Montag bekanntgegeben. Günther Jauch ist der Eigentümer der Villa Kellermann in der Berliner Vorstadt, im September hat dort ein Restaurant des Berliner Zwei-Sterne-Kochs Tim Raue eröffnet. Die Tester urteilten über die Villa Kellermann: „Er ließ ein Stück Kulturgut aufwendig renovieren, öffnet es für ein genussfreudiges Publikum und schenkt Potsdam in Zusammenarbeit mit Tim Raue ein Vorzeigerestaurant mit weltläufigem Flair.“

Entsprechend groß ist jetzt der Jubel bei Tim Raue: „Wir freuen uns natürlich riesig“, sagte er der MAZ. „Was ich besonders schön finde ist, dass das Emotionale, das Günther Jauch mit der Villa Kellermann verbindet, hier auch verbaut wurde und allen Mitarbeitern eingeimpft wurde. Ich glaube, das ist auch der Grund, warum es hier von Anfang an so gut funktioniert.“ Tatsächlich ist das Restaurant seit seiner Eröffnung im September durchgehend ausgebucht, Hungrige müssen vier bis fünf Wochen im Voraus reservieren.

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Der Berliner Spitzenkoch Tim Raue steht in der Villa Kellermann von Günther Jauch. Quelle: Friedrich Bungert/dpa

Die Königsberger Klopse begeisterten schon Barack Obama

Tim Raue sieht das Erfolgsgeheimnis in Jauchs besonderem Engagement. „Hier ist nicht einfach der dicke Berliner hingekommen und hat gesagt, wir machen jetzt was. Er hat hier wirklich für Potsdam und Brandenburg einen Ort geschaffen, wo man gern essen geht und die Gerichte unserer Großmütter genießen kann.“

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Auf der Speisekarte stehen etwa „Entenleberterrine Sanssouci“, Rindertatarstulle mit Sauerampfer und Saiblingskaviar oder die berühmten Königsberger Klopse, die schon den damaligen US-Präsidenten Barack Obama begeisterten. Jauch, der in Potsdam lebt, kaufte die Villa gegenüber dem Schloss Cecilienhof vor gut drei Jahren und ließ sie denkmalgerecht sanieren. Das im Jahr 1914 errichtete Gebäude am Heiligen See ist nach Schriftsteller Bernhard Kellermann  benannt. Zu DDR-Zeiten wurde es vom DDR-Kulturbund genutzt – als öffentlicher Treffpunkt von Intellektuellen, Künstlern und Schriftstellern. Nach der Wende wurde in der Villa einige Jahre lang ein beliebtes Restaurant mit italienischer Küche betrieben.

15 Restaurants in Brandenburg getestet

Für die Deutschland-Ausgabe des „Gault&Millau“ testeten die 32 Kritiker mehr als 1000 Restaurants. In Brandenburg nahmen sie insgesamt 15 Restaurants unter die Lupe. An der Spitze bei den Köchen im Land steht Alexander Müller aus Burg im Spreewald vom Restaurant „17fuffzig“ mit 17 von 20 möglichen Punkten. Der „Aufsteiger des Jahres“ in Brandenburg trumpfe „in aufwendigen, detailverliebten Gerichten mit besten Produkten und klassischer Kochkunst“ auf, schreibt der Restaurant-Führer. Im vergangenen Jahr war Müller als „Junges Talent“ ausgezeichnet worden.

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Und noch mal „Villa Kellermann“: Auf 16 Punkte kommt Küchenchef Christopher Wecker, der dort „den Küchenstil von Berlins bestem Koch, Tim Raue, repräsentiert“. Klassiker der deutschen Küche werden nach Ansicht der Experten modern und auch mit etwas Augenzwinkern neu interpretiert – wie Matjes Hausfrauenart als Makrele auf Sashimi-Art im erfrischenden Joghurtsud mit Gurke, grünem Apfel und Dill.

Drei Köche verteidigen ihre Vorjahrespunktzahl

Christian Weber vom Restaurant „Juliette“ in Potsdam, ein weiterer „Aufsteiger“, erreicht ebenfalls 16 Punkte, unter anderem für „seine Trilogie der Gänsestopfleber als Pastete, Eis und Crème brûlée mit gekochten Mispeln und gerösteten Sonnenblumenkernen anrichtet“. Drei Köche verteidigten erneut ihre 16 Punkte aus dem Vorjahr: Alexander Dressel vom Restaurant „Kabinett F.W.“ in Potsdam, Frank Schreiber vom „Goldenen Hahn“ in Finsterwalde und David Schubert vom „Kochzimmer“ in Potsdam. Thomas Hübner aus der „Alten Überfahrt“ in Werder/Havel, ebenfalls als „Aufsteiger“ bewertet, erhielt 15 Punkte. Auf die gleiche Punktzahl kam erneut Marco Giedow von der „Speisenkammer“ in Burg.

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Von Saskia Kirf