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Potsdam Landgut mit Kinderbauernhof wird vorerst nicht geräumt
Lokales Potsdam

Gut Fruth und Kinderbauernhof Groß Glienicke können vorerst bleiben.

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17:45 14.09.2020
Kinderbauernhof Groß Glienicke Quelle: Rainer Schüler
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Groß Glienicke

Zwei Tage vor der Räumungsfrist für das Landgut Fruth in Groß Glienicke hat die Stadtverwaltung Potsdam plötzlich auf die Räumung verzichtet. Entgegen früheren Aussagen, die Beschwerde des Grundstückseigentümers beim Landesverfassungsgericht ändere nichts an der Unrechtmäßigkeit der Bebauung, will die Stadt nun die Aussage des Gerichtes abwarten und setzt den Vollzug der Räumung aus. Zuletzt hatten auch die Fraktionen Die Andere und CDU mit Dringlichkeitsanträgen die Räumung verhindern wollen, bis ein Bebauungsplan geklärt hat, was auf dem Gelände Bestand haben darf und was nicht. Das Gut liegt in einem Landschaftsschutzgebiet.

In der „Gesamtabwägung hat die Landeshauptstadt Potsdam nach weiterer interner Abstimmung und Bewertung der Sachlage entschieden, den Vollzug der Nutzungsuntersagungen auszusetzen, bis das Landesverfassungsgericht sich mit den Beschwerden des Grundstückseigentümers befasst hat“, erklärte die Stadt am am Montagnachmittag: Sie gehe aber weiter davon aus, dass die Beschwerden vor dem Landesverfassungsgericht Brandenburg unbegründet sind und dass die in den Eilverfahren durch die Gerichte (Verwaltungsgericht Potsdam und Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg) bestätigten Entscheidungen zur Räumung „auch in den noch ausstehenden Hauptsacheverfahren als rechtmäßig bekräftigt“ werden.

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In dem Zusammenhang weist die Stadt den durch den Vertreter des Eigentümers, Gerd Gröger, erhobenen Vorwurf des „Psychoterrors“ durch Behördenhandeln entschieden zurück. Gröger war lange Jahre Chef der Bauaufsicht des Landes und hat der Stadt vorgeworfen, sehr viele Nutzungsuntersagungen für die verschiedenen Gebäude mit dem Ziel erlassen zu haben, den Eigentümer Michael Fruth zu eben so vielen juristischen Abwehrverfahren zu zwingen.

Auslöser für das Agieren der Unteren Bauaufsicht war laut Stadt die Missachtung von Baurecht durch den Eigentümer. Der beruft sich auf mündliche Zusagen verschiedener Ämter der Verwaltung, hat aber deshalb nie eine schriftliche Genehmigung für die Sanierung von alten Schweineställen aus DDR-Zeiten bekommen. Vor ihm gab es bereits einen Ponyhof auf dem Areal. Derzeit wird ein Teil des Gutes durch den Kinderbauernhof der Kita „Spatzennest“ genutzt, der eigentlich auch nicht weiter genutzt werden darf, doch hat hier die Stadt der Kinder wegen auf eine Räumung verzichtet.

Von Rainer Schüler