Handel in Potsdam: Designerin eröffnet Lederwarenmanufaktur
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Potsdam Das macht eine junge Potsdamer Designerin im Hinterhof des Edel-Franzosen
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Handel in Potsdam: Designerin eröffnet Lederwarenmanufaktur

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19:04 29.10.2020
Leder darf bunt sein: Franziska Barbara Maier (30) hat ihre Lederwarenmanufaktur in der Jägerstraße eröffnet.
Leder darf bunt sein: Franziska Barbara Maier (30) hat ihre Lederwarenmanufaktur in der Jägerstraße eröffnet. Quelle: Foto: Bernd Gartenschläger
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Ihre allererste selbst genähte Ledertasche besitzt Franziska Barbara Maier noch immer. Mehr als ein Jahrzehnt hat das gute Stück schon auf dem Buckel – es hält und hält und hält. Mit derart langlebiger, handgemachter Ware will die gelernte Modedesignerin und Feintäschnerin nun die Potsdamerinnen begeistern. Am Freitag öffnet die 30-Jährige in der Jägerstraße ihre Ledermanufaktur.

Schon immer sei ihr klar gewesen, dass sie irgendwann etwas eigenes machen wolle, sagt Franziska Barbara Maier. Ihr Label, nach dem eigenen Namen Frabama getauft, stehe für traditionelles Handwerk und modernes Design. Im winzigen Studio im Hinterhof des Restaurants Juliette bietet sie nun alles vom Waschbeutel bis zum Weekender.

Vom Baumschmuck von zur Unikat-Tasche

Leder sollte dabei nicht mit klassisch-braunen Accessoires gleichgesetzt werden, das Materiallager umfasst pinkfarbenes Krokoleder ebenso wie neongelbe Lkw-Plane. „Grundsätzlich ist alles möglich“, sagt die Gründerin, „ich habe Kleinigkeiten wie handgenähten Leder-Christbaumschmuck im Angebot, aber auch komplett personalisierte Einzelstücke.“ Sie will für jeden Geldbeutel etwas bieten – übrigens auch den Geldbeutel selbst und Reparaturen der in die Jahre gekommenen Lieblingstaschen.

Zwei große Nähmaschinen zum Arbeiten, eine dritte wird noch geliefert, das Lager, die Ausstellungs- und Verkaufsfläche, alles findet Platz in der kaum 15 Quadratmeter großen Manufaktur, alles gehört hier zusammen. „Ich finde, man muss Handwerk sehen und anfassen können, die genaue Beschaffenheit der Stoffe und die Texturen fühlen können“, sagt Maier. Bislang verkaufte sie ihre Produkte online. „Das waren die unterschiedlichsten Aufträge, ich habe schon alte Pelzmäntel zu Sofakissen umgearbeitet, zuletzt auch viele Masken genäht“, erinnert sie sich. Ganz besonders seien natürlich die Unikat-Arbeiten für einzelne Kunden. „Wenn man vom ersten bis zum letzten Schritt alles gemeinsam durchdenkt, das macht schon Spaß.“

Neben der Selbstständigkeit arbeitet Franziska Barbara Maier in einem IT-Unternehmen, mit dem Start der Manufaktur hat sie die Stelle dort jedoch auf einen Halbtagsjob reduziert. „Während der Kurzarbeit in der Coronaphase Anfang des Jahres hatte ich viel Zeit zum Nachdenken. Da dachte ich: Jetzt oder nie!“, sagt sie.

Von Saskia Kirf