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Lokales Potsdam

Heute in Potsdam: Das Wichtigste am Mittwoch, 5. Mai 2021.

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08:34 05.05.2021
Heute findet die Stadtverordnetenversammlung statt. Ein Tagesordnungspunkt beschäftigt sich mit dem Abriss des Staudenhofs. Zudem erinnern wir an Hans-Werner Mihan.
Heute findet die Stadtverordnetenversammlung statt. Ein Tagesordnungspunkt beschäftigt sich mit dem Abriss des Staudenhofs. Zudem erinnern wir an Hans-Werner Mihan. Quelle: Bernd Gartenschläger
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Potsdam

Der heutige Mittwoch hat es in sich. Wie immer, wenn eine Stadtverordnetenversammlung stattfindet, aber die Agenda birgt heute wirklich eine Menge Zündstoff. Dazu unten mehr.

Die aktuelle Corona-Lage in Potsdam

Mehr geworden sind leider auch die bestätigten Corona-Fälle. Viel mehr, als wir am gestrigen Dienstag vermutet bzw. erhofft hatten. Aber von dem (leichten) Anstieg der Inzidenz in Potsdam auf 114,2 lassen wir uns nicht entmutigen. Letzte Woche ging die Zahl am Mittwoch jedenfalls nach unten. Mit etwas Sorge gucken wir derzeit jedoch auf die Verbreitung der südafrikanischen Corona-Mutation in Potsdam und den Anstieg der Zahl der Corona-Patienten in den Potsdamer Krankenhäusern. Gestern meldete die Stadt insgesamt 30 Menschen, die aufgrund einer Coronavirus-Infektion stationär behandelt werden müssen – vier mehr als am Vortag. Die Zahl der Intensivpatienten (14) ist dagegen seit Tagen stabil.

Insgesamt wurden in Potsdam bisher (Stand gestern) 3567 Corona-Fälle registriert. Demzufolge haben sich rund 3,6 Prozent der Bevölkerung mit dem Coronavirus infiziert. Aktuelle Zahlen für den heutigen Mittwoch gibt es wie jeden Tag im Laufe des Morgens im Corona-Newsblog für Potsdam.

Stadtpolitik im Luftschiffhafen

Der gestrige Blick auf die Tagesordnung der heutigen Stadtverordnetenversammlung (SVV) in Potsdam hat sicher dem einen oder anderen Lokalpolitiker einen Stoßseufzer entlockt: In der Agenda waren mehr als 180 einzelne Punkte für die heutige Sitzung in der MBS-Arena am Luftschiffhafen aufgeführt. Allein unter dem Tagesordnungspunkt 7 „Anträge“ waren 65 Unterpunkte zu finden.

Auf besonderes Interesse stößt vor allem der Tagesordnungspunkt 5.6: „Sanierungsgebiet „Potsdamer Mitte“ Konkretisierung der Sanierungsziele“. Dabei geht es um nichts anderes als die Zukunft des Staudenhofs. Abriss oder nicht, das ist hier die Frage. Die Abrissgegner haben schon mal mobil gemacht.

Im Stadtgebiet sind einige Solidaritätsbekundungen für den Erhalt des Staudenhofs zu erblicken. Quelle: Bernd Gartenschläger

Für 14 Uhr hat das Netzwerk „Stadt für alle“ zu einer Demonstration vor dem Tagungsort aufgerufen. Es wird für den Erhalt des Staudenhofs demonstriert.

Den Initiatoren des Protests liegen aber auch andere Dinge am Herzen. So geht es ihnen auch um günstige Wohnungen in Krampnitz. Gut, dass auch der geplante neue Stadtteil heute Thema bei den Potsdamer Stadtverordneten sein wird. Ach ja: Die Demonstranten fordern darüber hinaus den Rücktritt von Potsdams Baubeigeordnetem Bernd Rubelt (parteilos). Dieser hatte sich übrigens gestern schon im MAZ-Interview zu den neuesten Plänen hinsichtlich der aktuellen Planungen in Krampnitz geäußert. Demnach soll Krampnitz erstmal kleiner als geplant werden und auf die Straßenbahn könne man vorerst auch verzichten.

Am Dienstag wurde dann jedoch klar, die Agenda ist zu lang. Angesichts der Corona-Pandemie wurde die SVV gekürzt – um gut ein Drittel.

Zu schade, denn weitere „Highlights“ waren auf dem ersten Entwurf der Tagesordnung geplant Der „Gaga-Bau, Bus-Haltestelle ohne Zugang“ [sic], der Ausbau der Gebiete für E-Roller in Potsdam oder die Forderung der CDU, die an einem Potsdamer Ortseingangsschild oder an einem öffentlichen Gebäude in der Landeshauptstadt gerne eine „Gelbe Schleife“ als Symbol für die Solidarität gegenüber den Bundeswehrsoldatinnen und -soldaten und ihren Familien sehen würde. Ganz nach dem Beispiel von Jüterbog.

Auf die Liste der zunächst veröffentlichten Tagesordnungspunkte hatte es zudem ein umstrittenes Rondell im Park Sanssouci geschafft – trotz angekündigter Namensänderung. Der Stadtverordnete Andreas Menzel (BVB/Freie Wähler) würde nämlich gerne von Oberbürgermeister Mike Schubert (SPD) wissen, wie er zu den Äußerungen seines Vorgängers Jann Jakobs (SPD) steht, die dieser am 5. März 2014 getan hatte: Jakobs hatte gesagt, dass eine Umbenennung des Rondells irrelevant sein. Die Bezeichnung stamme aus friderizianischer Zeit und sei damit historisch: „Ich finde es in Ordnung, wenn sie auch weiter verwendet wird“, so Jakobs damals. Menzel insistierte, ihn würde in Potsdam als der Stadt des Toleranzedikts „schon interessieren, mit welchen Worten wir Dinge und Plätze benennen“ – und dazu hätte er auch heute die Meinung vom jetzigen Oberbürgermeister erfahren.

Die Fragestunde wird nach MAZ-Informationen komplett entfallen und nur ein Teil der Anträge wird heute in der SVV behandelt. Nicht gerafft wurde der Tagesordnungspunkt „Wiedervorlagen“ – darunter fällt auch Punkt 5.6: Staudenhof. Alle Debatten und Entscheidungen heute ab 15 Uhr im MAZ-Liveticker zur Stadtverordnetenversammlung.

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Tipps und Termine für den heutigen Mittwoch

Willkommen in Potsdam: Heute um 18.30 Uhr bieten die Mitglieder des Kulturstadtvereins für neu nach Potsdam gezogene Bürger ein Gespräch in lockerer Runde an. Zwar fällt aufgrund der Corona-Pandemie der traditionelle Treffpunkt im Lokal „Alter Stadtwächter“ leider aus, aber das „Willkommen in Potsdam“ fällt online beim Zoom-Meeting genauso herzlich aus. Es ist eine lockere Runde zum gegenseitigen Kennenlernen, Plaudern und Kontakte knüpfen. Und natürlich dürfen die Neu-Potsdamer die Alteingesessenen mit Fragen löchern.

Spannende Einblicke: Noch bis Sonntag finden die Potsdamer Tage der Wissenschaften statt. Auf der virtuellen Wissenschaftsplattform finden sich jede Menge interessante Veranstaltungen, Workshops und und und... einfach reinklicken, mitmachen und staunen: https://ptdw.de.

Damals war’s

„Die Nacht von Potsdam“ heißt das Buch von Hans-Werner Mihan, das im Jahr 1997 erschien und den verhängnisvollen Bombenangriff auf Potsdam am 14. April 1945 genau beleuchtet. Heute vor 13 Jahren starb der Lokalhistoriker im Alter von 81 Jahren. Den Luftangriff am Ende des Zweiten Weltkriegs erlebte er als knapp 18-jähriger Soldat in Potsdam mit. Später wurde er Geschichtslehrer, bevor er sich der Recherche zu dem alliierten Luftangriff widmete.

In seinem Standardwerk zu dieser Katastrophe, schildert er, wie um 22.40 Beleuchtungs- und Markierungsbomben an 836 Fallschirmen in grellweißem Licht aufflammten. Potsdam, schrieb der Historiker, „war in dieser wolkenlosen Nacht taghell“. Nahezu zeitgleich erbebte die Stadt die erste Einschlägen. Das eigentliche Bombardement dauerte 20 Minuten – die „Nacht von Potsdam“.

Mihan starb am 16. September 2008 schwer krank in Lehnin.

Hans-Werner Mihan, 2006. Quelle: Christel Köster (MAZ-Archiv)

Der damalige Oberbürgermeister Jann Jakobs würdigte Mihan als einen „freundlichen, in der Sache engagierten, ja hartnäckigen Mann“. „Potsdam hat einen Menschen verloren, der dazu beigetragen hat, ein wichtiges Stück unserer Geschichte besser zu verstehen”, so Jakobs kurz nachdem er die Todesnachricht erhalten hatte.

Verkehr in Potsdam

Es wird den Verkehr in Potsdam heute sicher nicht zum Erliegen bringen, unerwähnt lassen wollen wir es aber auch nicht. Heute ist vorgesehen, die Zufahrt zur Lotte-Pulewka-Straße 18 voll zu sperren, um die Fahrbahn zu sanieren. Die Vollsperrung gilt auch für die Fußgänger und den Radverkehr und dauert zwei Tage.

Das Wetter heute in Potsdam

Ach, so richtig Spaß macht der Blick auf die Wetterkarte derzeit nicht. Für heute sehen die Prognosen immerhin besser aus als für gestern – und da war es gar nicht soooo schlecht, am Abend vielleicht ein wenig zu stürmisch. Heute wird es ähnlich kühl und durchwachsen, nur nicht ganz so windig.

Von MAZonline