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Heute in Potsdam wichtig: Aktuelle Tipps und Termine für Mittwoch, 12. Mai 2021

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06:04 12.05.2021
Natürlich steht heute die Bombenentschärfung im Fokus in Potsdam, aber es gibt auch tolle Veranstaltungen und wir erinnern an ein Datum, das im Leben von Max Dortu eine große Rolle gespielt hat.
Natürlich steht heute die Bombenentschärfung im Fokus in Potsdam, aber es gibt auch tolle Veranstaltungen und wir erinnern an ein Datum, das im Leben von Max Dortu eine große Rolle gespielt hat. Quelle: Detlev Scheerbarth
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Das bestimmende Thema heute in Potsdam ist über 76 Jahre alt, hat Rost angesetzt und ist rund 250 Kilogramm schwer: Eine britische Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg muss heute entschärft werden. Ab kurz nach 6 Uhr werden wir die Maßnahmen rund um die Bombenentschärfung in Potsdam im MAZ-Liveticker begleiten. Wichtig ist jetzt zunächst, dass der Sperrkreis geräumt wird. Um 8 Uhr darf den Bereich niemand mehr betreten – es kommt auch zu Verkehrsbeeinträchtigungen (siehe unten).

Sperrkreis für die Bombenentschärfung am 12. Mai 2021 in Potsdam Quelle: Detlev Scheerbarth

Die aktuelle Corona-Lage in Potsdam

Das RKI hat gestern keine Daten aus den Gesundheitsämtern in Brandenburg bekommen, das Dashboard des RKI wies überall 0 Fälle auf. 0 Neuinfektionen für Potsdam waren daher auch gestern auf dem Dashboard der Stadtverwaltung Potsdam zu sehen. Vielleicht gab es ja wirklich keine. Eine Ursache könnte aber die „vollumfängliche Umstellung der Datengrundlage des Dashboards auf die Berichterstattung des RKI“ sein, die mit Inkrafttreten der Bundesnotbremse und der Verknüpfung von Regelungen an Schwellenwerte der 7-Tage-Inzidenzen notwendig wurde. Wie auch immer: Die Inzidenz in Potsdam ist jedenfalls gesunken und lag am gestrigen Montag 115,3. Wir sind gespannt, in welche Richtung der Corona-Trend in Potsdam geht.

Gestern wurde zudem bekannt, dass die Stadtverwaltung Potsdam einen Wechsel der Corona-Teststrategie für Kinder plant. Demnach könnte in rund zwei Wochen ein Modellprojekt starten, wie Amtsärztin Kristina Böhm am Dienstag erklärte. Vorgesehen sind dann für alle Potsdamer Schüler an Grundschulen so genannte Pooltests, Abstriche in der Nase sollen dann nicht mehr nötig sein, dann wird gegurgelt.

Tipps und Termine

Zweisprachige Kinderbuch-Lesung: Die Stadt- und Landesbibliothek veranstaltet derzeit Online-Lesungen mit Kinderbuchautoren und -autorinnen. Heute findet die letzte Lesung statt – und diese ist zudem noch etwas ganz besonderes, denn sie findet zweisprachig statt. Autor, Musiker und Schulsozialarbeiter Benjamin Tienti liest auf Deutsch und Türkisch aus „Salon Salami“ und „Salon Salam!“. Wer Lust hat und oder die anderen Folgen verpasst hat, dem empfehlen wir heute einen Besuch auf der YouTube-Seite der Stadt- und Landesbibliothek.

Lesung für Film- und Filmstudio-Fans: Im Rahmen der Lunchpaket-Reihe findet heute von 12.30 Uhr bis 13.15 Uhr eine Online-Lesung zum Filmstudio Babelsberg statt. Von den Anfängen mit „Der Blaue Engel“ mit Marlene Dietrich und Fritz Langs „Metropolis“ bis zu den aktuellen Produktionen – es werden spannende Details über die Errichtung des ersten Filmateliers 1911 und den heutigen Medienstandort, der gerade heute wieder weltweit eine bedeutende Marke darstellt. Das Zuhören kostet nicht, aber eine Anmeldung muss sein. Die Zugangsdaten kann man mit einer E-Mail an vhsinfo@rathaus.potsdam.de erfragen.

Zoom-Rundgang: Das Museum Barberini bietet heute wieder einen virtuellen Rundgang durch die Rembrandt-Ausstellung an. In einer Zoom-Konferenz führen Kunsthistoriker live und online durch die Galerien und zeigen die Kunstwerke auf der Basis von 360-Grad-Ansichten sowohl in der Ausstellungsansicht als auch im Detail. Fragen sind möglich, aber kein Muss. Ist ja kein Schulbesuch. Voraussetzung ist lediglich ein Computer, Tablet oder Smartphone – und eine Internetverbindung! Die Online-Führung kostet 3 Euro und dauert rund 50 Minuten. Hier geht es zur Homepage des Museums.

Damals war’s

Am 29. Juni 1826 im barocken Haus der heutigen Dortuschule geboren, wurde der Potsdamer Max Dortu im Alter von 21 Jahren wurde so richtig bekannt. Mit Ausbruch der Märzrevolution von 1849 hatte er sich bereits im politischen Verein Potsdams engagiert, auch nahm er an den Barrikadenkämpfen in Berlin teil und versuchte, die Zerschlagung der Revolution mit radikalen Mitteln zu verhindern.

Richtig berühmt man ihn dann die Rede, die er am 12. Mai 1848 hielt. Darin geißelte er öffentlich den damaligen Kronprinzen und späteren Kaiser Wilhelm I. als „Kartätschenprinz”, dem er vorwarf, er habe während Märzrevolution die Aufständischen „niederkartätschen”, also über den Haufen schießen wollen. Das kam bei seiner Majestät und der Obrigkeit nicht so gut an. Für diese Beleidigung wurde Dortu verurteilt, später aber wieder freigesprochen. Der junge Mann war jetzt erst recht in Rage. „Nieder mit der Monarchie, es lebe die Republik“ rief die revolutionäre Masse unter Anführung von Max Dortu am 12. November 1848 und warf Steine gegen das Potsdamer Stadtschloss als Symbol der königlichen Herrschaft in Preußen. Zudem wiegelte er einige Personen auf, Sabotageakte zu begehen.

Das kam heraus, Dortu wurde nun per Haftbefehl gesucht. Er machte sich aus dem Staub und verließ Potsdam. Im Jahr 1949 nahm er am Badischen Aufstand als preußischer Landwehr-Unteroffizier teil – und wurde im Juli des Jahres festgenommen. Am 17. Juli 1849 wurde Maximillian Dortu wegen Hochverrats zum Tode verurteilt und auf dem Friedhof Freiburg-Wiehre hingerichtet.

Heute ist eine Schule, eine Straße und ein Preis für Zivilcourage nach Max Dortu benannt – und ab und zu werden heute noch „Steine“ auf das Stadtschloss geworfen.

Vermutlich nicht im Sinne dieser Tradition hat übrigens ein 58-jährige Herr gehandelt, der am Sonntagmorgen von Polizisten dabei beobachtet wurde, wie er einen Stein gegen die Hauswand des Landtages warf, den Pflasterstein wieder aufsammelte und in seinen Fahrradkorb legte. Darauf und auf den entstandenen kleinen Schaden angesprochen, räumte er die Tat ein. Der Mann bekam eine Strafanzeige wegen Sachbeschädigung, zudem ermittelt nun der polizeiliche Staatsschutz. Und es könnte noch mehr Ärger auf den Steinewerfer zukommen. Bereits am 12. April hatte ein Mann mehrmals einen Stein auf den Landtag geworfen und ihn später immer wieder aufgehoben, dann in seinen Fahrradkorb gelegt und davon geradelt. Die Polizei überprüft jetzt einen Zusammenhang der beiden Fälle.

Verkehr in Potsdam am Mittwoch

Dass die Autos nicht durch den Sperrkreis (auch die Heinrich-Mann-Allee oder die Friedrich-Engels-Straße liegen drin) fahren dürfen, ist wohl jedem klar, aber die Bombenentschärfung entzweit heute auch das Tramnetz in Potsdam. Es wird aufgeteilt in ein Nord- und in ein Südnetz, der durchgängige Verkehr unterbrochen – ab dem Moment, in dem Sprengmeister Mike Schwitzke mit der Bombenentschärfung beginnt.

Zuvor fahren die Straßenbahnen planmäßig, stoppen jedoch nicht an den Haltestellen Friedhöfe, Sporthalle und Kunersdorfer Straße. Die Bahnen im Nordnetz fahren nicht weiter als bis zum Platz der Einheit West. Um ins Südnetz zu gelangen, wird empfohlen vom Platz der Einheit die Straßenbahn 94 oder 99 in Richtung Rathaus Babelsberg zu nehmen und von dort mit dem Bus der Linie 693 bis zur Haltestelle Magnus-Zeller-Platz zu fahren.

Von Süden kommend wird der Tram-Ausstieg am Magnus-Zeller-Platz empfohlen und von dort mit dem Bus gen Norden. Das Südnetz ist in jedem Fall ausgedünnter. Die Linie 98 entfällt, dafür fährt die Linie 96 im 10-Minuten-Takt.

Im Busverkehr sind die Änderungen weniger schlimm. So lässt der 690er auf seiner umgeleiteten Tour die Haltestellen Schlaatzstraße und Übergang aus, hält dafür aber an den Haltestellen Hauptbahnhof Nord/ILB, Humboldtring/Lotte-Pulewka-Straße, Wiesenstraße/Lotte-Pulewka-Straße sowie Alt Nowawes. Alle weiteren Informationen im detaillierten Überblick gibt es hier.

Das Wetter in Potsdam

Da ist sie also doch nicht gekommen, die böse „Superzelle“. Wie gestern angekündigt, zogen die Gewitterwolken von Süden her über Potsdam hinweg, es hat ordentlich geblitzt, gedonnert und geregnet hat es auch, aber das befürchtete große Unwetter ist in Potsdam ausgeblieben. Dafür soll es heute etwas kühler werden. Die Temperaturen werden heute kaum die 20 Grad erreichen und die Sonne lässt seltener sehen. Große Regenmengen sind für heute zunächst nicht angekündigt.

Von MAZonline