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Heute in Potsdam wichtig: Montag, 26. April 2021

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05:33 26.04.2021
Das leidige Streit-Thema „Uferweg am Griebnitzsee“ spielt heute eine Rolle, wir erinnern an die Auflösung des Rats der Volkskontrolle und gehen auf eine Reise zum Mars
Das leidige Streit-Thema „Uferweg am Griebnitzsee“ spielt heute eine Rolle, wir erinnern an die Auflösung des Rats der Volkskontrolle und gehen auf eine Reise zum Mars Quelle: esa/esoc / MAZ
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Potsdam

​Neue Woche, neues Glück... und auf das letztere hoffen wir hier in der Redaktion doch sehr. Nachdem die Madsack-Mediengruppe, zu der auch die Märkische Allgemeine Zeitung gehört, Opfer eines Cyberangriffs geworden ist, hat sich unser Produktionsalltag in den vergangenen Tagen sehr schwierig gestaltet. Mit Hochdruck wurde und wird daran gearbeitet, wieder einen reibungslosen Arbeitsalltag in der Redaktion zu gewährleisten. Wenn Sie das hier lesen können, ist das schon mal ein gutes Zeichen. Gute Nachrichten gibt es derzeit leider auch nicht von der Corona-Lage in der Stadt.

Aktuelle Corona-Lage in Potsdam

Am vergangenen Wochenende hat das Robert-Koch-Institut insgesamt 73 neue Corona-Fälle ​(41 am Samstag, 32 am Sonntag) in Potsdam bestätigt. Seit Beginn der Pandemie ist das der siebthöchste Wert für ein Wochenende. Trauriger Spitzenreiter ist bisher das zweite Januar-Wochenende 2021: Vor rund dreieinhalb Monaten wurden 130 Covid-19-Infektionen an einem Wochenende registriert. 

Die Inzidenz-Zahl in Potsdam ​ist am vergangenen Wochenende unverändert (hoch) geblieben. Am Samstag sowie am Sonntag lag die 7-Tage-Inzidenz in Potsdam bei 124,2 ​– fast 30 über dem Wert der Vorwoche. 

Die Zahl der akut an dem Coronavirus erkrankten Menschen in Potsdam ist weiter angestiegen. Derzeit sind 445 Personen akut an Covid-19 erkrankt. ​Dieser Wert ist nun zehn Tage in Folge gestiegen. 

Etwas gesunken ist dagegen die Zahl der Menschen die aufgrund einer Corona-Erkrankung in einem der Potsdamer Krankenhäuser stationär behandelt werden müssen. Aktuell sind 24 Corona-Patienten in stationärer Behandlung​, davon 11 Menschen auf der Intensivstation. 

Als genesen gelten in Potsdam bereits 5636 Menschen, das entspricht etwa 89 Prozent aller Fälle.

Die aktuellen Corona-Zahlen für Potsdam am Montag gibt es hier: Inzidenz leicht gesunken, 15 neue Corona-Fälle

Lesen Sie auch: Neue Corona-Regeln in Potsdam: Was ab jetzt gilt

Neue Infos zum Uferweg am Griebnitzsee

Die Landeshauptstadt Potsdam unternimmt einen dritten Versuch zur Wiederherstellung und Sicherung eines durchgängigen öffentlichen Weges am Südwest-Ufer des Griebnitzsees per Bebauungsplan. Wie dieser Versuch genau aussieht, wird heute Mittag Bernd Rubelt, Beigeordneter für Stadtentwicklung, Bauen, Wirtschaft und Umwelt, gemeinsam mit Erik Wolfram, stellvertretendem Fachbereichsleiter Stadtplanung, vorstellen. Erwartet werden Informationen zum Planverfahren des Bebauungsplan 174 „Griebnitzsee-Ufer“ sowie über die Stellungnahme der Landeshauptstadt zur Festlegung eines vorgeschlagenen gewerblich-industriellen Vorhaltestandortes (GIV) in Potsdam-Nord im Rahmen der Regionalplanung.

Auflösung Bilderrätsel vom 25. April 2021

Mach es wie die Sonnenuhr, zähl die schönen Stunden nur! An diesem ungewöhnlichen Exemplar vor den Römischen Bädern im Park von Sanssouci können sie eine ganze Menge zählen und lesen. Denn an rund 50 Stellen lässt sich auf diesem komplizierten Sandsteinwürfel studieren, wie spät es ist. Die großen Buchstaben F und W dominieren die Hauptseite. Es sind die Initialen von vier preußischen Königen – und doch meinen sie jemand anderen.

Quelle: Peter Degener

Der Markgraf Friedrich Wilhelm von Brandenburg-Schwedt (1700-1771) versteckt sich dahinter. Der „tolle Markgraf“, so genannt wegen seiner Exzentrik und seiner Lust auf Streiche, war ein Enkel des Großen Kurfürsten und Schwager Friedrichs des Großen. Letzterer schrieb über den Markgrafen: „Es gibt eine Art von Zwitterwesen, die weder Herrscher noch Privatleute sind und die sich gelegentlich sehr schwer regieren lassen: das ist das, was man einen Prinzen von Geblüt nennt“. Dieser Friedrich Wilhelm ließ sich für seine Schwedter Residenz 1740 eine Sonnenuhr nach italienischem Vorbild fertigen, die noch immer im „Europäischem Hugenottenpark“ steht, dem einstigen Schwedter Schlosspark. Jeder Strich seiner steinernen Initialen ist erhaben und wirft einen Schatten. Zahlreiche Zacken und Kanten eines großen Sterns dienen ebenso als Zeiger der Sonnenuhr, auch Gnomone genannt. Hinzu kommen hohle Wölbungen, in die die Schatten fallen, die sogenannten Skaphen, was Schüssel bedeutet.

Um 1830, als die Schwedter Nebenlinie der Hohenzollern schon wieder ausgestorben war, wurde die Sonnenuhr kopiert – und zwar für den damaligen Kronprinzen und späteren König Friedrich Wilhelm IV. Der ließ sich die Römischen Bäder im Park Sanssouci errichten und dekorierte den Eingang mit der ungewöhnlichen Sonnenuhr. Vermutlich, weil sie ihn an Italien erinnerte, wo solche Instrumente häufiger in historischen Parkanlagen zu finden sind. Bis heute fasziniert die Uhr mit ihren vielen „Nebenuhren“.

Quelle: Peter Degener

Aber wundern Sie sich nicht, wenn sie im Frühling oder Sommer bei schönstem Wetter trotzdem die falsche Uhrzeit ablesen – durch die geltende Sommerzeit geht dann selbst diese Uhr mit ihren vielen Zifferblättern um eine Stunde vor.

Tipps und Termine für heute in Potsdam

Flug zu den Sternen: ​Das Urania-Planetarium in Potsdam bietet heute um 16 Uhr eine „Reise durch das Sonnensystem“ an: Start zu Hause vor dem Bildschirm und dann geht es auch schon ab in die unendlichen Weiten des Universums. Na ja, fast. Wir bleiben in unserem Sonnensystem und lernen die acht Planeten näher kennen. Ein längerer Aufenthalt ist auf dem Mars geplant, dann geht es weiter durch die Ringe des Saturns bis zum  äußeren Rand des Sonnensystems. Also anschnallen und um 16 Uhr hier klicken: https://youtu.be/nWef_DmAjp0.

Besuch im Orient: ​Nicht ganz so weit weg, aber dafür in die Vergangenheit führt die Reise, die die Volkshochschule Potsdam heute online anbietet. Der Vortrag bezieht sich auf die spektakuläre Ausstellung „Rembrandts Orient“, die aktuell im Museum Barberini gezeigt wird. Kunsthistorikerin Claire Guinomet wird heute von 17.30 bis 19 Uhr explizit auf Rembrandts künstlerische Auseinandersetzung mit dem Orient eingehen. Spannend, denn bereits das Museum Barberini lässt Rembrandts Bilder nicht für sich allein stehen, sondern ordnet sie im historischen Kontext ein. Besucher des Museums sind explizit aufgefordert, sich nicht allein an der Pracht des dargestellten Goldenen Zeitalters und an den fremdländischen Reizen zu berauschen, sondern das Dargestellte in dem historischen Kontext zu sehen. Es wird daher auch thematisiert, was der niederländische Künstler nicht zeigt: Denn die zur Zeit Rembrandts einsetzende Globalisierung stand nicht nur unter dem problematischen Stern des christlichen Eurozentrismus, die Kolonialmacht Niederlande expandierte durch Gewalt, Unterdrückung und Sklaverei. Die Ausstellung selbst soll als Beitrag zur Postkolonialismus-Debatte verstanden werden. Der heutige Vortrag knüpft daran. Die Teilnahme kostet 5 Euro, die Zugangsdaten gibt es nach der Anmeldung via E-Mail: vhsinfo@rathaus.potsdam.de.

Orientierung für Studenten: ​Heute beginnt die  die digitale Studienorientierungswoche der staatlichen brandenburgischen Hochschulen. Das Netzwerk Studienorientierung Brandenburg führt von heute bis Freitag, 30. April 2021,  Interessierte durch die Hochschullandschaft Brandenburgs. Angehende Studierende bekommen sowohl ganz allgemeine als auch fachspezifische Fragen beantwortet. Hier geht es zum Programm der Studi‚O Days, hier direkt zur Online-Plattform

Damals war’s

Heute vor 31. Jahren hat sich das Bürgerkomitee „Rat der Volkskontrolle​“ in Potsdam aufgelöst. In dem Komitee hatten sich Anfang Dezember 1989 Vertreter von Bürgerrechtsgruppen und Parteien zusammengeschlossen, die nach dem Zusammenbruch des SED-Staates für eine Übergangszeit die Organisation des Alltags übernommen hatten. Nach Kommunalwahl im Anfang Mai 90 fand eine Kommunalwahl statt und es gab wieder legitimierte, sprich: demokratisch gewählte Volksvertreter. 

Manfred Kruczek war Mitbegründer des am 6. Dezember 1989 gebildeten Komitees. Ihm und den anderen ging es auch darum,  dass der „Schutz von Dokumenten und Sachwerten des Stasi-Imperiums“ gewährleistet war, „um die Durchführung von kriminellen Machenschaften und eine Verdunklung durch die Vernichtung von Schrift- und Archivgut zu verhindern“. Am 22. Dezember 1989 wurden dann erstmals Zahlen zur Größe der Bezirksverwaltung des Ministeriums für Staatssicherheit bekannt. Demnach gab es im Bezirk Potsdam mit seinen 1,1 Millionen Einwohnern 2500 hauptamtliche und 5000 Inoffizielle Mitarbeiter. Zu jedem sechsten Bürger gab es „personenbezogene Unterlagen“. Sichergestellt wurden damals 1000 laufende Meter Akten mit einem Gesamtgewicht von 50 Tonnen. Bis zur Besetzung der MfS-Zentrale durch Bürgerrechtler wurden zehn Prozent des Aktenbestandes vernichtet. Die letzten Waffen der Staatssicherheit und der Juristischen Hochschule Golm wurden offiziell am 29. Dezember 1989 an die Volkspolizei und die Nationale Volksarmee abgegeben. Darunter befanden sich 5221 Pistolen, 2312 Maschinenpistolen, 26 Gewehre, zehn Maschinengewehre und 123 Panzerbüchsen.

Externe Leseempfehlung: ​Die 111 Tage des Potsdamer Bürgerkomitees ’Rat der Volkskontrolle’ 1989/90 von Gisela Rüdiger, Gudrun Rogall als pdf-Downlaod auf der Homepage www.politische-bildung-brandenburg.de

Verkehr in Potsdam

Erhöhte Aufmerksamkeit erfordert heute die neue Bauphase am Leipziger Dreieck​. Dort werden mehrere Ampel zeitweise abgeschaltet. Weiterhin für den Verkehr gesperrt ist die Friedrich-Engels-Straße vom Leipziger Dreieck kommend in Fahrrichtung Babelsberg. Eine Umleitung ist ausgeschildert. 

Achtsam müssen auch weiterhin Radfahrer sein, die aus Richtung Heinrich-Mann-Allee in die Innenstadt ​unterwegs sind: Radfahrer müssen auf der rechten Fahrspur bis zur Babelsberger Straße fahren, bevor sie wieder einen Radweg nutzen können. 

Voll gesperrt ist auch weiterhin die Leipziger Straße ​zwischen Speicherstadt und Leipziger Dreieck. Radler, die auf der Leipziger Straße in die Innenstadt unterwegs sind, müssen einen kleinen Schlenker über die Friedrich-Wilhelm-Boelcke-Straße, Am Speicher und Altstadtblick fahren. Sie haben es damit besser als Autofahrer, denn die werden großräumig über den Brauhausberg umgeleitet​. Bevor sie dann auf die Heinrich-Mann-Allee kommen und weiter in Richtung Lange Brücke können, ist Geduld gefragt. „Es besteht erhebliche Staugefahr ​in stadteinwärtiger Fahrtrichtung auf der Straße Brauhausberg. Es wird eine weiträumige Umfahrung empfohlen“, warnt die Stadtverwaltung. Ansonsten sind durchaus einige andere Baustellen im Stadtgebiet vorhanden, aber die sollten den Verkehrsfluss nur minimal einschränken. Gute Fahrt!

Wetter in Potsdam

Wenn sich die Prognose bewahrheiten, dann wird das Wetter heute in Potsdam ein sonniger Tag. Wolkenfrei wird der Himmel über unserer Stadt nicht sein, aber die Aussichten sind gut. T-Shirt-Wetter ist es dennoch nicht, denn zweistellige Temperaturen sind heute nicht zu erwarten. Wärmer wird es erst in den kommenden Tagen.

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25.04.2021
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