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Potsdam Von Autokolonnen und besetzten Häusern: Historiker führt auf die Spuren der Sowjets in Potsdam
Lokales Potsdam Von Autokolonnen und besetzten Häusern: Historiker führt auf die Spuren der Sowjets in Potsdam
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11:23 10.10.2019
Am Ende der Führung steht die Gedenkstätte Lindenstraße. Quelle: Friedrich Bungert
Potsdam

Für viele Potsdamer war nach dem Zweiten Weltkrieg das von der sowjetischen Armee genutzte Stadtgebiet verbotenes Terrain. Das änderte sich bis in die 1990er Jahre nicht. Heute sind die Straßen und Wege frei. Die Sowjetische Armee hat aber Spuren hinterlassen. Diesen geht der Historiker Volker Punzel bei der Führung „Sowjetische Spuren zwischen der Nauener und der Jägervorstadt“ am Samstag nach.

Volker Punzel war von 1973-1975 selbst als Baupionier an der Gestaltung von von Kasernen und teils geheimen Bunkeranlagen beteiligt. Er berichtet auf der Führung von Autokolonnen der Sowjets durch die Stadt und von besetzten Wohnhäusern. Immer wieder kann er die Geschichten erzählen, die Potsdamer nicht erleben konnten: „Man kannte die Gebäude immer nur von außen und wusste nicht, wie es drin zugeht“, sagt er.

Er studierte ein Jahr lang russische Foren

Punzel bringt Licht ins Dunkel der Geschichte. Er wühlte sich ein Jahr lang durch russische Foren, in denen er auf authentische Soldatengeschichten aus der Zeit gestoßen ist. So wird die Ulanenkaserne in der Jägerallee zu einem der Höhepunkte der Tour. Dort waren die Unterkunftsabteilung, die große Schule und Arrestzellen der Sowjets untergebracht.

Die Führung gehört zu der Sonderausstellung „Unter dem roten Stern. Hinterlassenschaften der sowjetischen Besatzungsmacht 1945 bis 1994” im Potsdam-Museum. Es ist eine so große Zeitspanne, dass sich auch die Besatzung veränderte. Für Volker Punzel sind der Beginn und das Ende der Führung zwei sehr unterschiedliche Orte der Repression. Am Anfang der Tour steht das Untersuchungsgefängnis des sowjetischen Geheimdienstes auf dem Plan, am Ende das Stasi-Untersuchungsgefängnis der DDR.

Die zweistündige Führung beginnt am Samstag um 14 Uhr an der Bushaltestelle Glumestraße. Tickets bei der Tourist-Info oder Tel. 0331/27 55 88 99.

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Von Jan Russezki

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