Hitzige Debatte um Baupläne auf westlicher Nedlitzinsel im Potsdamer Norden
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Potsdam Hitzige Debatte um Bebauung der Nedlitz-Insel
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Hitzige Debatte um Baupläne auf westlicher Nedlitzinsel im Potsdamer Norden

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09:31 25.11.2021
Luftaufnahme der Nedlitzinsel aus dem Jahr 2019. Debattiert wurde im Bauausschuss über die Bebauung eines Teiles der westlichen Insel (im Bild vorne).
Luftaufnahme der Nedlitzinsel aus dem Jahr 2019. Debattiert wurde im Bauausschuss über die Bebauung eines Teiles der westlichen Insel (im Bild vorne). Quelle: Lutz Hannemann
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Neu Fahrland

Heiße Wortgefechte gab es am Dienstag im Bauausschuss beim Thema der geplanten Bebauung des Westteils der Insel Nedlitz. Es ging um die Pläne der Firma Quarterback sowie um ein vorgeschaltetes Werkstattverfahren im vergangenen Sommer. Für beides gab es im Ausschuss – neben Wohlwollen – jede Menge massive Kritik. Im Zentrum des Konfliktes steht die Frage nach der Bebauungsdichte. Stadtverwaltung und Investor wollen mehr Verdichtung; Kritiker verweisen auf einen Stadtverordnetenbeschluss von 2019, der eine niedrigere Dichte vorsieht.

Kritik an Werkstatt: Fraktionsvertreter in der Minderheit

Das Werkstattverfahren habe diesen Beschluss nicht in Rechnung gestellt, hieß es am Dienstag von mehreren Seiten. „Die Mehrheiten im Werkstattverfahren waren sehr fragwürdig“, sagte die Bürgerbündnis-Ko-Fraktionschefin und Neu Fahrländer Ortsvorsteherin Carmen Klockow unter Verweis auf die zahlenmäßige Dominanz von Verwaltungsmitarbeitern und Investoren-Vertretern – die Fraktionen durften jeweils nur eine Person entsenden. „Im Sinne dieser Verteilung konnte ein Mehrheitsbeschluss im Sinne der Fraktionen nicht ausfallen“, so Klockow. Der Ortsbeirat Neu Fahrland werde den Plänen nicht zustimmen.

Ralf Jäkel (Linke) empfand das Werkstattverfahren zwar als „konstruktiv“ – aber auch mit einem „Mangel“: „Man hat nicht regelmäßig Rechenschaft abgelegt, wie wir im Verhältnis zum Stadtverordnetenbeschluss liegen.“ Jäkel legte einen Änderungsantrag vor mit dem Ziel: „Eine Verringerung der baulichen Dichte zur Verbesserung der Wohnqualität.“

Lob am Verfahren von SPD und Grünen

Auch der Ausschussvorsitzende Wieland Niekisch (CDU) äußerte Kritik am Werkstattverfahren. „Ich habe mich selten so unwohl gefühlt – seitens des Investors und der Verwaltung gab es starken Druck.“ Sein Gefühl: Stadtverordnetenbeschlüsse sollten „unterlaufen“ werden. Babette Reimers (SPD) hatte das Verfahren hingegen als „gelungen und zielführend“ empfunden.

Grünen-Fraktionschefin Saskia Hüneke lobte: „Die Planungsqualität hat eine große Rolle gespielt.“ Aber: „Ich würde mir eine leichte Verringerung der Bebauungsdichte wünschen.“ Ein wichtiges Ergebnis sei die Aufweitung der Straße – damit seien trotz der geplanten Tramtrasse Baumpflanzungen möglich und somit eine höhere Aufenthaltsqualität.

Investor plant Sozialwohnungen und einen Park

Im Ergebnis der Werkstatt liegt der Investor immer noch oberhalb der im Stadtverordnetenbeschluss vorgegebenen Zahlen. Die Pläne von Quarterback sehen auch die Schaffung von Sozialwohnungen sowie einen öffentlichen Park vor. Der Baubeigeordnete Bernd Rubelt (parteilos) sieht das Werkstattergebnis als einen „abgewogenen Kompromiss zwischen einer guten und sinnvollen städtebaulichen Entwicklung und dem Wunsch nach geringerer Dichte.“

Von Ildiko Röd