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Potsdam Hitzige Debatte um die Zeppelinstraße
Lokales Potsdam Hitzige Debatte um die Zeppelinstraße
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12:09 02.03.2018
Volles Haus beim MAZ-Talk in der Scholle zur Zeppelinstraße. Quelle: Christel Köster
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Potsdam-West

Das Thema Zeppelinstraße erhitzt die Gemüter, wie der MAZ-Talk am Montagabend im Atelierhaus Scholle deutlich zeigte. Kritiker und Befürworter stießen auf­einander. Der Andrang war so groß, dass alle 70 Sitzplätze besetzt waren und etliche Gäste drumherum und sogar im Flur standen. Bei der Podiumsdiskussion konnten die MAZ-Leser ihre Fragen loswerden und ihre Meinung sagen. Auch dabei war Schlange stehen angesagt. Einige Fragen konnten beantwortet werden.

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Gibt es schon verwertbare Messergebnisse?

Nein. Bernd Rubelt, Potsdams Baudezernent, erklärte, dass Tageszahlen nichts aussagen würden. „Es ist ganz bewusst eine Langzeitbeobachtung. Luftreinhaltung wird normalerweise über ein Jahr gemessen, wir konnten uns mit dem Umweltamt auf sechs Monate einigen“, sagte er. Seit Beginn der Einengung in der Zeppelinstraße liegt die Stickstoffdioxid-Belastung durchschnittlich bei 35,2 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft. Im Juli 2016 waren es im Durchschnitt 43 Mikrogramm. Die Grenze liegt bei 40.

Potsdam, 17. Juli 2017 – Regelmäßiger Stau auf der Zeppelinstraße ist ein großes Ärgernis für Autofahrer in Potsdam. Auf Einladung der MAZ diskutierten Potsdams Baubeigeordneter Bernd Rubelt, Schwielowsees Bürgermeisterin Kerstin Hoppe und Ingo Baumstark vom Stadtteilnetzwerk Potsdam-West kontrovers über den Modellversuch.

Was passiert, wenn die Ergebnisse nicht zufriedenstellend sind und der Versuch scheitert?

„Ganz klar, es geht darum den Verkehr zu reduzieren. Wenn das nicht klappt und die Werte dauerhaft hoch bleiben, müssen wir den Versuch modifizieren“, so Bernd Rubelt.

Wird die Schadstoffbelastung in den Seitenstraßen oder dem Umland auch gemessen?

Aktuell gibt es keine Messungen in Geltow, sagte Kerstin Hoppe, Bürgermeisterin der Gemeinde Schwielowsee (CDU). Was die Seitenstraßen wie die Geschwister-Scholl-Straße oder die Kastanienallee angeht, werde die Belastung anhand der Fahrzeuganzahl bislang hochgerechnet, erklärte Bernd Rubelt.

Was sind die Alternativen für Pendler und Kraftfahrer?

Das Dieselverbot für Potsdam hat der Baubeigeordnete vorerst ausgeschlossen. Für große Baumaschinen könnte laut Ingo Baumstark vom Stadtteilnetzwerk Potsdam-West Erdgas eine Lösung sein. „Man müsste Firmen darauf sensibilisieren, für belastete Städte Alternativen zu finden. Dafür sollte es auch Fördermittel geben“, sagte er. Unternehmen müssten generell fahrradfreundlicher werden und beispielsweise Duschen oder Spinde für die Radler installieren. Eine Sache, für die Kerstin Hoppe immer wieder belächelt werde, sei die Verlängerung der Straßenbahnschienen bis nach Geltow. Anfang der 90er Jahre habe es bereits Pläne gegeben, die dann aber verworfen wurden. Über dichtere Bahntakte sei Bernd Rubelt bereits mit dem Land Brandenburg im Gespräch. Für Hybridbusse erteilte er hingegen aus Kostengründen eine Absage.

Wann wird die Busspur bis nach Geltow verlängert?

Laut Bernd Rubelt ist die Busspur für Geltow derzeit noch in der Planung. Ganz ursprünglich hieß es, dass der Modellversuch nicht vor ihrer Verlängerung starten sollte. „Einen Zeitraum kann ich nicht nennen, aber es muss so schnell wie möglich gehen. Der Bus ist schneller und eine echte Alternative, um von Werder nach Potsdam zu kommen“, so Bernd Rubelt. Für die Öffnung der Busspur für Taxis erteilte er eine Absage.

Warum ist der große Platz an der Baumgartenbrücke in Geltow noch kein Park&Ride-Platz?

Schon lange kämpft die Gemeinde Schwielowsee dafür, wie die Bürgermeisterin berichtete. Doch der Parkplatz liegt in einem Landschaftsschutzgebiet und das zuständige Ministerium hat die Genehmigung noch nicht erteilt.

Wieso gibt es in der Zeppelinstraße keine grüne Welle?

Dies funktioniere dort nicht, weil Bus und Bahn Vorrang haben, so Bernd Rubelt.

Ist Potsdams Verkehrskonzept überholt?

Verkehr müsse mehr als Mobilität begriffen werden, wo viele Verkehrsträger Räume beanspruchen. „Wir können nicht mehr Straßen bauen“, sagte der Baubeigeordnete.

Von Luise Fröhlich

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