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Potsdam Nachhaltigkeit und Klimaschutz stehen an Brandenburgs Hochschulen hoch im Kurs
Lokales Potsdam

Hochschulen in Brandenburg: Nachhaltigkeit an der der Uni Potsdam, TH Brandenburg, BTU Cottbus-Senftenberg und der TH Wildau

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12:01 28.08.2021
Der Uni-Campus in Griebnitzsee.
Der Uni-Campus in Griebnitzsee. Quelle: Bernd Gartenschläger
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Cottbus/Potsdam

Solaranlagen, Umweltmanagement, spezielle Studiengänge, veränderter Speiseplan in der Mensa: Für Hochschulen in Brandenburg sind Klimaneutralität und Nachhaltigkeit im Studienbetrieb hochaktuell. Das ergab eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur unter Einrichtungen.

In der Universität Potsdam etwa arbeiten seit dem vergangenen Jahr zwei Managerinnen, die ein Klimaschutzkonzept umsetzen sollen. Es zeige der Universität Möglichkeiten auf, Treibhausgasemissionen zu senken, wie Sprecherin Antje Horn-Conrad berichtet. 82 Maßnahmen unter anderem in den Feldern Liegenschaften und deren Energieeffizienz, Nutzung erneuerbarer Energien, Mobilität, Ernährung und Green IT sind in dem Konzept enthalten. Zudem betreibt die Uni drei Solaranlagen.

Nachhaltiger Strom an der TH Brandenburg

Auch die Technische Hochschule Brandenburg (THB) bezieht nachhaltigen Strom - mit einer Photovoltaik-Anlage auf dem Gebäude des Zentrums für Informatik und Medien. Die Warmwasserbereitung erfolgt zudem über eine eigene Solaranlage am Mensa-Gebäude, wie Sprecherin Bianca Kahl berichtet.

Die Technischen Hochschule in Brandenburg/Havel. Quelle: Heike Schulze

An der Hochschule werden unter anderem die Studiengänge Elektromobilität und Energieeffizienz Technischer Systeme angeboten. Auch in anderen Studiengängen befassen sich Seminare oder studentische Projekte der Hochschule zufolge mit verschiedensten Themen rund um die Nachhaltigkeit - beispielsweise mit der Entwicklung einer App für eine mögliche Mitfahrzentrale.

Batterie-Recycling an der BTU Cottbus-Senftenberg

Die Brandenburgische Technische Universität Cottbus-Senftenberg (BTU) erzeugt nach eigenen Angaben mit Photovoltaikanlagen selbst regenerativen Strom: Im Rahmen eines Forschungsprojekts wird zudem seit 2011 eine Photovoltaikanlage mit einer Leistung von 100 Kilowatt auf dem Dach der Forschungs- und Materialprüfanstalt (FMPA) betrieben. Zusammen mit einem Batteriespeicher mit einer nutzbaren Kapazität von 500 kW und 15 Ladesäulen dient die Anlage der Forschung zur Speicherung und Rückgewinnung erneuerbarer Energie beim Betrieb von E-Autos.

Das Gebäude des Zentrums für Energietechnologie an der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg (BTU) Quelle: dpa/Patrick Pleul

Die Uni arbeitet zudem an mehreren Forschungsprojekten zu Nachhaltigkeit. Unter anderem wollen Wissenschaftler das Recycling von Batterien weiterentwickeln. Mit Hilfe eines neuen Verfahrens sollen Lithium-Akkus zukünftig Kathodenmaterial von ausgedienten Elektromobilakkus ohne Qualitätsminderung enthalten. Das Projekt fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF).

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Die Studierenden begleitet das Thema Nachhaltigkeit und Klimaschutz mittlerweile in vielen Alltagssituationen. Das Studentenwerk in Potsdam bezieht nach eigenen Angaben Energie aus 100 Prozent Ökostrom. Im Hauptsitz werde nach dem Motto „weniger ist mehr“ agiert, indem Bewegungsmelder für die Flurbeleuchtung integriert sind, erläutert Sprecherin Josephine Kujau. In vielen der insgesamt 18 Wohnanlagen werde Strom aus nachhaltiger Energie- und Wärmegewinnung genutzt - etwa aus Photovoltaikanlagen, Solarthermien, und Blockheizkraftwerken. Sogenannte Grauwasseranlagen recyceln das Abwasser aus den Duschen und Handwaschbecken.

Nachhaltiges Studentenwohnheim

Als Beispiel für nachhaltiges Wohnen nennt die Sprecherin des Studentenwerks ein auf dem Campus der Technischen Hoschschule Wildau eröffnetes Wohnheim. Bei der Planung des Gebäudes sei viel Wert auf nachhaltige Aspekte gelegt worden. So könne in einem hauseigenen Blockheizkraftwerk Wärme und Energie gewonnen werden, erklärt sie. Diese wird direkt vor Ort verbraucht und versorgt auch das zweite – ältere – Wohnheim auf dem Grundstück mit. Die Solarthermie auf dem Dach des älteren Gebäudes kommt auch dem neuen Wohnheim zugute. Ein Gründach, das wie eine natürliche Klimaanlage wirkt, sei ebenso in dem Bau realisiert worden. Demnächst versorge eine E-Ladesäule auf dem Grundstück Fahrzeuge mit Strom, erzählt Kujau. Der Standort sei weitläufig, ein betriebseigenes E-Fahrzeug werde bereits genutzt.

Das neue Studentenwohnheim auf dem Campus der TH Wildau. Quelle: Nadine Pensold

Potenzial, noch klimabewusster zu agieren, sieht das Studentenwerk bei den Verpflegungseinrichtungen wie der Mensa. So werden derzeit beispielsweise alle Plastikflaschen und Tetrapaks aus dem Sortiment genommen und durch nachhaltigere Glasflaschen ersetzt. Vor kurzem ist Kujau zufolge auf dem Campus Golm eine vegane Kaffeestation eingerichtet worden. Ab dem September werde ein regelmäßiger „Veggie Wednesday“ angeboten. Jeden Mittwoch werden in den acht Mensen und acht Cafeterien, die das Studentenwerk betreut, ausschließlich Speisen ohne Fleisch serviert. „Wir sind gespannt auf die Resonanz“.

Von dpa/MAZonline