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Potsdam Hoffnung für das Ribbeck-Eck in Bornstedt
Lokales Potsdam Hoffnung für das Ribbeck-Eck in Bornstedt
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00:34 16.05.2018
Die Bornstedter Jugendlichen Rosa Kern, Lena Wascher, Jann Böttger und Julia Wascher (v.l.) mit den Sozialpädagoginnen Ria Fleckstein und Kornelia Hennig (v.r.) am Wochenende vor dem Ribbeck-Eck. Quelle: Christel Köster
Potsdam/Bornstedt

Das marode Ribbeck-Eck soll saniert und zum Begegnungszentrum für den Stadtteil ausgebaut werden. Potenzielle Nutzer neben dem bereits ansässigen Jugendclub sind die Freiwillige Feuerwehr, die Volkssolidarität, Eltern-Kleinkindgruppen und die Flüchtlingshilfe. Das ist der Kern eines Konzepts, das der Verein Paragraph 13 letzte Woche in einer internen Runde im Rathaus vorgestellt hat. Details wurden erstmals am Wochenende am Rande eines „Stadtteilspaziergangs“ des SPD-Ortsvereins bekannt.

Seit 1997 ein Schülertreff

Das Ribbeck-Eck im früheren Restaurant „Kronprinzengarten“ ist seit 1997 Schülertreff und Jugendclub. Freitag feierte die Einrichtung 21. Geburtstag. Das Gebäude hat erheblichen Instandsetzungsbedarf. Die 2015 beschlossene Sanierung wurde 2016 aus Kostengründen wieder verworfen. Eine Schätzung des Kommunalen Immobilienservices der Stadt (Kis) ergab einen Bedarf von 1,2 Millionen Euro. Gegen die drohende Schließung gab es Protest in Bornstedt.

Seit Herbst 2017 laufen Verhandlungen zur Rettung des Hauses: „Die Zukunft des Ribbeck-Ecks hängt vom Konzept ab“, sagte Jugenddezernent Mike Schubert (SPD) im Jugendhilfeausschuss.

Finanzierungsplan inklusive

Das nun vom Verein vorgelegte Konzept „Jugendclub plus“ bringt nicht nur eine Erweiterung der Nutzer, sondern auch eine präzisere Kostenkalkulation. So wird nachgewiesen, dass in den Berechnungen des Kis nur ein Teil der verfügbaren Flächen berücksichtigt wurde. Mit 4200 Euro pro Quadratmeter kam der Kis auf einen Wert, der deutlich über dem Aufwand für einen Neubau liegt. Fazit: Die Sanierung sei „nicht wirtschaftlich vertretbar“.

Paragraph 13 hingegen verweist darauf, dass allein im Dachboden 150 Quadratmeter hinzukämen. Erweiterungspotenzial gebe es mit dem Wiederaufbau eines Anbaus und in den Kellern, die für Bandprobenräume genutzt werden könnten. Insgesamt kommt der Verein nur auf 2700 Euro pro Quadratmeter für die Sanierung. Hinzu kommen im Konzept des Vereins mehrere Förderprogramme.

Mögliches Ergebnis im Herbst

Dezernent Schubert sagte am Sonntag, die Beteiligten seien von ihm gebeten worden, ihre Vorstellungen sowie die Möglichkeiten von Grundstück und Gebäude zusammenzufassen: „Das wird die Entscheidungsgrundlage für die Stadtverordneten.“ Er „hoffe“ bis zum Herbst auf ein Ergebnis.

Der Jugendclub hat sich schon heute für ältere Generationen geöffnet. Seit einigen Monaten gibt es immer montagvormittags einen Seniorentreff im Haus. Und die Geburtstagsfeier eines Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr im Garten des Ribbeck-Ecks wurde vor wenigen Tagen zu einem regelrechten Treffen ehemaliger: Bestimmt zehn der Gäste waren früher selbst regelmäßig im Club, sagt Ria Fleckstein, die seit 2007 als Sozialarbeiterin in Ribbeck-Eck arbeitet.

Fast 20 Jugendclubs im ganzen Stadtgebiet

Das Ribbeck-Eck in Bornstedt ist der Jugendclub mit dem höchsten Sanierungsbedarf im gesamten Stadtgebiet. Teile des Hauses sind nicht nutzbar, geheizt wird noch immer mit dem Kachelofen.

Für ganz Potsdam weist der aktuelle Jugendförderplan fast 20 Einrichtungen der offenen Jugendarbeit aus. Namhaft sind der Club 18 Am Stern, der Jugendclub Alpha am Schlaatz, der Jugendclub Off Line im Kirchsteigfeld, der Club 91 in Potsdam-West, sowie der Hanns-Eisler-Klub (HEK) des Breitband e.V. in Waldstadt II.

Die Stiftung Sozialpädagogisches Institut hat mit dem Lindenpark und dem JWD in Babelsberg und Clubmitte im Freiland allein drei Anlaufpunkte. Angebot des Stadtjugendrings ist die Jugendkulturschmiede. Die evangelische Kirche betreibt in Babelsberg den Sprözl-Jugendtreff, das Autonome Frauenzentrum in Zentrum-Ost den Mädchentreff Zimtzicken.

Mit dem Jugendclub im Groß Glienicker Begegnungshaus, dem Treffpunkt Fahrland und dem Jugendfreizeitladen Golm gibt es auch im Norden weitere Angebote für Jugendliche. In Bornstedt soll es bei mehr als 13 000 Einwohnern mittelfristig zwei Jugendclubs geben.

Von Volker Oelschläger

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