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Potsdam Hohenzollern-Chef gründet eine „Braumanufactur“
Lokales Potsdam Hohenzollern-Chef gründet eine „Braumanufactur“
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14:35 24.11.2017
Schlösser-Chef Hartmut Dorgerloh, Projektreferentin Heidi Gerber, Georg Friedrich Prinz von Preußen, Kampagnen-Botschafterin Ursula Weyrauch (v.l.). Quelle: Christel Köster
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Sanssouci

Die Sanierungsarbeiten an der maroden Friedenskirche haben am Donnerstag mit der Aufstellung des Fassadengerüstes begonnen – im Herbst 2018 soll dieser erste Bauabschnitt mit der Dacheindeckung der Seitenschiffe und der Erneuerung der undichten Dachkonstruktion abgeschlossen sein. Im Anschluss daran wird das kostbare mittelalterliche Christusmosaik in der Apsis restauriert.

Prominenter Gast beim Baustart war Georg Friedrich Prinz von Preußen. Der Hohenzollern-Chef gehört zu den offiziellen Botschaftern der bundesweiten Spendenkampagne, die von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD) 2014 zugunsten des Wahrzeichens gestartet worden ist. „Als Neu-Potsdamer habe ich eine ganz persönliche Beziehung zu der Kirche, nicht nur durch meine Hochzeit“, sagte der Preußenspross, der 2011 hier Sophie von Isenburg geheiratet hat. Kurz nach der Wende besuchte er mit seinem Großvater erstmals die Kirche, in Vorbereitung der Überführung der Särge des Soldatenkönigs und Friedrichs II. nach Potsdam.

Georg Friedrich Prinz von Preußen Quelle: Christel Köster

Der Nachfahre der Preußen-Könige wird Anfang nächsten Jahres mit seiner Frau und den vier Kindern von Fischerhude bei Bremen nach Babelsberg übersiedeln. Doch nicht nur der Wohnort ist neu – auch beruflich beschreitet Georg Friedrich seit Juni neues Terrain. Er hat die Kgl. Preußische Biermanufactur gegründet. Firmensitz ist Berlin, gebraut wird in Braunschweig. Der Name des Pils-Biers: „Preußens“. Bislang wurde es nur in Norddeutschland verkauft. Seit dieser Woche ist es auch in Berlin und Brandenburg bei einem großen Getränkehändler erhältlich.

Nachdem der studierte Betriebswirt bisher Wissenschaftler bei Firmengründungen beriet, reizte ihn selbst der Sprung in die Selbstständigkeit. Dass er sich der Braukunst zugewandt hat, liegt auch am Familieninteresse. „Friedrich II. lernte während der Festungshaft in Küstrin das Brauereiwesen; Königin Luise war Starkbier-Fan“, erzählte er. Auf den Baustart an der Kirche wurde weder mit „Preußens“ noch mit Sekt angestoßen. Doch auch so war die Stimmung gut. DSD-Projektreferentin Heidi Gerber übergab einen 198 000-Euro-Scheck aus der Spendenkampagne an Hartmut Dorgerloh, Generaldirektor der Schlösserstiftung. Für die Rettung des Kirchturms fehlt noch das Geld. Insgesamt kostet die Kirchensanierung 6,3 Millionen Euro.

Die Friedenskirche ist eingerüstet. Quelle: Christel Köster

Von Ildiko Röd

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