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Potsdam Hund, Katze, Maus: So überstehen ihre Vierbeiner die Silvesternacht
Lokales Potsdam Hund, Katze, Maus: So überstehen ihre Vierbeiner die Silvesternacht
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18:04 29.12.2019
Zu laut an Silvester: MAZ-Redaktionshund Maya trägt einen Gehörschutz. Quelle: Friedrich Bungert
Potsdam

Nicht für alle ist der Jahreswechsel entspannend. Raketen, Böller und Knallfrösche können Vierbeinern in der Silvesternacht ganz schön zusetzen. Was genau empfinden sie und wie kann man sie schützen? Die MAZ hat bei den Potsdamer Tierärztinnen Sandra Melzer und Elisabeth Zimpfer nachgefragt.

Warum leiden viele Tiere unter den Silvester-Knallern?

Tierärztin Elisabeth Zimpfer: „Tiere haben ein anderes Hör-Empfinden als Menschen.“ Quelle: Bernd Gartenschläger

Wie reagieren die Vierbeiner auf die Knallerei?

Die beiden Tierärztinnen sind sich einig: Tiere reagieren ganz individuell. „Manche kriegen Panik und gehen am 31. Dezember nicht vor die Tür, andere stört es nicht so“, sagt Sandra Melzer. Auch könne man nicht sagen, welche Tiere stärker auf die Silvester-Knaller reagieren würden. „Bei Hunden nimmt man die Angst mehr wahr“, erklärt Elisabeth Zimpfer. Angstsymptome wie Hecheln kämen bei Katzen, Nagetieren oder Vögeln weniger vor. Dabei hätten auch sie mitunter „panische Angst“, sagt Zimpfer, „Kaninchen sind reine Fluchttiere und haben immer Angst.“ Sandra Melzer ergänzt: „Auch Wildtiere leiden unter dem Lärm und den Blitzen in der Dunkelheit.“

Wie kann man seine Vierbeiner am besten schützen?

„Ruhe ausstrahlen und signalisieren, dass man da ist“, empfiehlt Sandra Melzer. Außerdem solle man so gut es geht die Geräusche abdämmen oder die Jalousien herunterziehen. Wem es möglich ist, der kann auch in ein Waldgebiet oder an den Strand fahren, wo es leise ist. Ganz wichtig sei, „selbst Ruhe auszustrahlen und zu signalisieren, dass man da ist“, sagt Sandra Melzer. Abhilfe verschaffen auch vorbeugende Maßnahmen. Das ganze Jahr über könne man sein Tier gegenüber lauten Geräuschen sensibilisieren. „Ganz vorsichtig aber“, gibt Elisabeth Zimpfer auf den Weg, „und am besten mit Trainer.“ Außerdem kann man Zufluchtsorte schaffen. „Beispielsweise eine Box oder einen dunklen Raum. Dann wissen die Tiere vorher schon, wohin sie sich zurückziehen können“, rät die Tierärztin.

Sandra Melzer betreibt eine Tierarztpraxis am Pfingstberg Quelle: Praxis

Was kann man tun, wenn nichts mehr hilft?

Wenn gar nichts mehr hilft, kann man zu Beruhigungsmitteln und Medikamenten greifen. „Es gibt pflanzliche Mittel, beispielsweise Sedarom“, erklärt Sandra Melzer. Darin wirken Baldrian und Melisse beruhigend. Sollten die Tiere richtig Panik bekommen, verschaffen Medikamente Abhilfe, die von Tierärzten verschreiben werden können. „Aber wirklich nur für Tiere, die tausend Tode sterben“, empfiehlt Sandra Melzer. Für Elisabeth Zimpfer ist außerdem wichtig: „Man muss darauf achten, dass die Medikamente angstlösend sind und nicht nur betäubend.“ Ansonsten laufe man Gefahr, dass der Vierbeiner sich zwar ruhig verhalte, dennoch aber alles mitbekomme.

Was solltem Tierhalter auf keinen Fall tun?

„Manche Leute sagen, da müsse das Tier jetzt durch“, erzählt Elisabeth Zimpfer. Dabei sei es enorm wichtig, für seinen Vierbeiner da zu sein. Sandra Melzer pflicht dem bei: „Wenn ich merke, mein Tier hat Angst, dann bin ich für es da.“ Die Angst zu ignorieren, sei kein guter Weg, sind die Tierärztinnen einig.

Von Johanna Apel

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