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Potsdam Immer mehr Rad-Unfälle
Lokales Potsdam Immer mehr Rad-Unfälle
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09:51 19.12.2013
Als besonders gefährlich für Radfahrer gilt die Potsdamer Jägerallee. Quelle: Bernd Gartenschläger
Potsdam

Die Zahl der Unfälle mit Radfahrern in Potsdam und im benachbarten Landkreis Potsdam-Mittelmark ist dramatisch angestiegen.  Nach Angaben von Verkehrsminister Jörg Vogelsänger (SPD) hatten sich 2009 in dem Gebiet 487 Unfälle ereignet, 2012 waren es bereits 650. Vogelsänger nannte die Zahlen jetzt als Antwort auf eine Anfrage der CDU-Landtagsabgeordneten Saskia Ludwig und Sven Petke. Danach sind seit 2009 in Potsdam und im Umland 16 Radfahrer bei Unfällen ums Leben gekommen, 252 wurden schwer verletzt.

„Die erschreckenden Zahlen machen deutlich, dass das Land Brandenburg zu wenig für die Verkehrssicherheitsarbeit, insbesondere der Fahrradfahrer unternimmt“, sagte Saskia Ludwig am Mittwoch der MAZ. Es sei zudem unverantwortlich, wenn die Stadt Potsdam die Pendler der Region mit einer explizit autofahrerfeindlichen Verkehrspolitik zum Umstieg auf das Fahrrad bewegen wolle und gleichzeitig nicht genügend Vorkehrungen und Maßnahmen für deren Sicherheit unternommen würden, so die CDU-Politikerin.

Als „exemplarisch“ für die Gefahrenstellen hat Ludwig die Potsdamer Straße und die L 90 in Werder sowie die Jägerallee in Potsdam ausgemacht. „Dort sind entweder gar keine markierten Radwege vorhanden, oder diese werden von Bussen, Lastwagen und Autos regelmäßig überfahren. Das stellt eine Gefahr für die Radfahrer dar.“

Dass die Jägerallee für Radfahrer ein heikles Pflaster ist, zeigte sich erneut gestern. Als der Fahrer (55) eines Fiat von einem Grundstück auf die Allee fahren wollte, hat er offenbar aus Unachtsamkeit einen Radfahrer übersehen. Dieser war ebenfalls von dem Grundstück gekommen. Er stieß gegen das Auto und stürzte. Nach dem Unfall klagte der 51-Jährige über Schmerzen im Knöchel.

Die beiden CDU-Politiker fordern nun, dass Land und Stadt Konsequenzen aus den Unfallzahlen ziehen: „Um präventiv weitere Verkehrstote und verletzte Radfahrer in Potsdam und Potsdam-Mittelmark zu vermeiden, ist die Landesregierung angehalten, Sicherheitskonzepte aus anderen Bundesländern und europäischen Nachbarstaaten zu analysieren und umzusetzen, die einen bestmöglichen Schutz für Radfahrer versprechen.“

Laut Minister Vogelsänger beteiligt sich Brandenburg immerhin am bundesweiten Modellversuch „Schutzstreifen für den Radverkehr außerorts“. Mit den Schutzstreifen soll insbesondere in ländlichen Regionen ein Angebot geschaffen werden, wo aus Sicherheitsgründen bauliche Radwege nicht unbedingt erforderlich sind und ein alternatives Wegenetz nicht vorhanden ist. In sechs Bundesländern, so Vogelsänger, würden auf gering befahrenen Straßen derzeit Erfahrungen gesammelt. Der Versuch dauere bis zum 31. Dezember 2014 und werde anschließend bundesweit ausgewertet.

Für Ludwig und Petke reichen diese Bemühungen aber nicht aus. „Aussagen zu innovativen Schutzmaßnahmen, wie der Einsatz von Weitwinkelspiegeln an Ampeln oder LED-Lämpchen im Boden bleibt die Landesregierung leider vollkommen schuldig.“ Investitionen in die Radwege würden im Zuge der generellen Unterfinanzierung des Straßenbaus drastisch zurückgefahren.

„Allein die veraltete oder nicht vorhandene Infrastruktur stellt ein erhebliches Sicherheitsrisiko für Radfahrer dar. Wir schlagen vor, die Mittel für den Straßen- und Radwegebau im Jahr 2014 um 50 Millionen Euro aufzustocken“, so die beiden CDU-Politiker.

Von Jürgen Stich

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