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Potsdam Immer weniger Sozialwohnungen in Potsdam
Lokales Potsdam Immer weniger Sozialwohnungen in Potsdam
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19:26 13.05.2018
Wohnungsbaustelle der städtischen Pro Potsdam in der Gertrud-Feiertag-Straße. Quelle: Volker Oelschläger
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Potsdam

In der Landeshauptstadt gibt es trotz anhaltenden Bedarfs und schnell wachsender Bevölkerungszahl immer weniger Sozialwohnungen. Die Anzahl mietpreis- und belegungsgebundener Wohnungen ist von 14 394 im Jahr 2006 auf 5626 im Jahr 2016 gesunken. Die Anzahl von Haushalten mit Wohnberechtigungsschein (WBS) nahm im gleichen Zeitraum von 4189 auf 4486 zu. Die Anzahl „nicht versorgter WBS-Haushalte“ wuchs von 1072 im Jahr 2006 auf 1385 im Jahr 2016.

Das hat die Stadtverwaltung in ihrer am Wochenende im Internet veröffentlichten Antwort auf eine kleine Anfrage der Fraktion Die Andere zu Mietpreisbindungen und Belegungsrechten mitgeteilt.

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Auch in der nächsten Jahren ist nach den Zahlenangaben des Rathauses mit keiner Entspannung zu rechnen. Im Gegenteil: Die Anzahl von Wohnungen mit einer „aktiven Mietpreis- und Belegungsbindung“ sinkt demnach von 5424 im Jahr 2017 auf 1476 im Jahr 2027. Grund für den Rückgang ist die Befristung von Mietpreisbindungen im sozialen Wohnungsbau.

Nicht eingerechnet sind in dieser Prognose „bereits vereinbarte Bindungen in noch nicht fertig gestellten geförderten Bauvorhaben“, so die Verwaltung in ihrem Schreiben. Allerdings werden nach aktuellem Stand lediglich von der städtischen Bauholding Pro Potsdam in einer nennenswerten Größenordnung Wohnungen mit einer Sozialbindung errichtet: „Bis 2027 wollen wir insgesamt 2700 Wohnungen in Potsdam bauen, tausend davon gefördert“, sagte Pro-Potsdam-Geschäftsführer Horst Müller-Zinsius vor kurzem bei einem Richtfest in der Waldstadt.

Die Krise des Potsdamer Wohnungsmarktes ist erst vor wenigen Wochen im aktuellen Wohnungsmarktbericht der Landeshauptstadt für die Jahre 2013 bis 2016 thematisiert worden: „Die Zahl der Wohnhaushalte übersteigt immer stärker die Anzahl vorhandener Wohnungen“, hieß es dort. Konstatiert wurde eine „weitere Zunahme des vorhandenen strukturellen Defizits“.

Von Volker Oelschläger