Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Potsdam Impfzentrum, Abstrichstelle, Büros für Soldaten – 2020 musste der städtische Baubetrieb spontan sein
Lokales Potsdam

Impfzentrum, Abstrichstelle, Büros für Soldaten – 2020 musste der städtische Potsdamer Baubetrieb Kis auch spontan Aufgaben erledigen

Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:21 05.01.2021
Bernd Richter ist Werkleiter des Kommunalen Immobilienservice Quelle: Foto: Chr. Köster
Anzeige
Potsdam

Schulbauten und Sportanlagen sind das Kerngeschäft von Bernd Richter, dem Leiter des Kommunalen Immobilienservice (Kis). Mit langfristigen Projekten schaffen seine 240 Mitarbeiter die soziale Infrastruktur für viele städtische Projekte. Im vergangenen Jahr musste der Baubetrieb dagegen sehr spontan sein – denn die Gebäude der Verwaltung und die Arbeitsplätze der Rathausmitarbeiter haben im Pandemiejahr mehr Kapazitäten erfordert, als erwartet.

Wochenlang waren wegen der Citrix-Attacke keine Ausschreibungen möglich

„Für den KIS war das Jahr 2020 kein normales Jahr, sondern ein Jahr der besonderen Herausforderungen.  Es begann mit der Cyber-Attacke auf die IT der Stadtverwaltung und den damit einhergehenden digitalen Lockdown. Gute zwei Monate musste improvisiert werden, um den Ausfall der digitalen Kommunikation möglichst zu kompensieren“, teilte die Stadt am Dienstag mit. Der Ausfall hatte Konsequenzen. Wochenlang konnte der Kis keine Ausschreibungen veröffentlichen. „Dies führte insbesondere beim Projekt Schulzentrum am Stern zu spürbaren Projektverzögerungen“, so Werkleiter Bernd Richter.

Anzeige

Bauaufgaben des Kis: Abstrichstellen, Gesundheitsamt, Impfzentrum

Kaum war der digitale Lockdown überwunden, kam der Corona-Lockdown. „Hier steht der KIS aktuell wieder vor der Herausforderung, nicht nur den eigenen Geschäftsbetrieb und die Projektarbeit weiterzuführen, sondern zusätzlich Corona-bedingte Dienstleistungen zu erbringen, meistens sehr kurzfristig“, erklärt Richter. So mussten innerhalb von wenigen Tagen die Abstrichstellen in der Jägerallee und in der Pietschkerstraße hergerichtet werden.

Für die zur Unterstützung des Gesundheitsamts zur Verfügung gestellten Bundeswehrsoldaten mussten erst zwei, dann vier Etagen im Haus 2 wieder in Betrieb genommen werden, verbunden mit der Beschaffung von Büromöbeln für rund 120 Arbeitsplätze und den damit verbundenen Umzügen.

Reinigungsdienstleitungen waren an die verschärften Hygieneanforderungen anzupassen. Durch die Hausmeister und Handwerker des Kis wurden Abstandsmarkierungen, Absperrungen und die Ausweisungen von neuen Wegeführungen vorgenommen. Zuletzt mietete der Kis die Metropolishalle an und bereitete den Ausbau als Landesimpfzentrum vor. „Corona-bedingt wird auch das kommende Jahr einige Herausforderungen für uns bringen“, erwartet Bernd Richter.

43 Millionen Euro für Schulen und Kitas im Jahr 2020

Corona-unabhängige Erfolge gab es dennoch für den Kis: Die Gesamtinvestitionen des KIS lagen 2020 bei 53,8 Millionen Euro, davon knapp 43 Millionen Euro nur für Schulen und Kitas. So wurden die Erweiterung des Schulzentrums Am Stern, zwei neue Kitas und ein Hort, sowie die Außensportanlagen des Hannah-Arendt-Gymnasiums und der Zeppelin-Grundschule fertiggestellt.

Von Peter Degener