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Potsdam So bunt war die Erlebnisnacht in Potsdam
Lokales Potsdam So bunt war die Erlebnisnacht in Potsdam
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12:31 28.07.2019
Die Potsdamer Erlebnisnacht hat viel geboten. Quelle: Bernd Gartenschläger
Potsdam

Bei der Erlebnisnacht kann man – naturgemäß – sehr viel erleben: Flanieren, Tanzen, Shoppen, ländliche Produkte kosten auf dem Regionalmarkt der Pro Agro am Luisenplatz genauso wie exotische Gerichte, alles untermalt von Musik unterschiedlichster Stilrichtungen auf insgesamt 15 Bühnen. Die ganze Innenstadt rund um die Friedrich-Ebert-Straße und die Brandenburger Straße eine trubelige, fröhliche Karawanenstraße, auf der sich Tausende Menschen bewegen – das kann man alles erleben. Manche Dinge kann man bei dem riesigen Event aber – glücklicherweise – auch nicht erleben. „In den letzten 14 Jahren hat es keine polizeilichen Vorkommnisse gegeben“, sagte Gastronom Jörn Rohde um 16 Uhr am Sonnabend auf dem Bassinplatz bei der Eröffnung der mittlerweile 15. Auflage der Veranstaltung, die er einst mit zwei Bekannten aus der Taufe gehoben hat. Zur Eröffnung waren auch Landwirtschaftsminister Jörg Vogelsänger und Oberbürgermeister Mike Schubert (beide SPD) gekommen.

Potsdam feiert die 15. Erlebnisnacht. Zehntausende flanieren durch die Innenstadt und lassen sich von Musik, Tanz Akrobatik und gutem Essen verführen.

So wie in den Vorjahren blieb auch diesmal alles friedlich. Und so könnte das inoffizielle Motto auch lauten: Amüsieren und feiern statt anpöbeln und fetzen.

Ob das friedliche Fest deshalb so hoch oben in der Gunst des Wettergottes steht? Auch diesmal meinte er es wieder gut mit seinen Potsdamern. Obwohl für Miterfinderin Gitty Oeckel von der Agentur P3 und die anderen Mit-Veranstalter die Zeit vor der Erlebnisnacht immer eine Zitterpartie ist. „Wir sind seit Tagen mit dem Deutschen Wetterdienst in Kontakt.“ Aber der Himmel hielt dicht, toi toi toi. Für die Durstigen hatten die Stadtwerke sogar am Brandenburger Tor einen Stand mit Gratis-Wasser aufgebaut, umrahmt von bequemen Liegestühlen. Die Gratis-Durstlöscher – „Mit oder ohne Sprudel?“ – gingen weg wie die berühmten warmen Semmeln.

Eine Hommage ans süße italienische Lebensgefühl

Apropos Backwaren: Davon konnte man im Laden „Süße Schwestern“ auch solche nach italienischer Art kreieren beziehungsweise verzehren. Cantuccini, Amarettini, um nur ein paar zu nennen. Das Ganze war eine Hommage an das diesjährige Motto der Erlebnisnacht: Da non perdere. Zu Deutsch: Nicht verpassen!

Auch „Süße Schwestern“-Inhaber Gregor Thomas zog an diesem sehr warmen Abend Vergleiche zum Italo-Lebensstil, der sich aufgrund der heißen Temperaturen am Tage dann in die späteren Stunden verlagert. Ein Vorbild, das auch in Potsdam Schule machen sollte, wie er findet: „Man sollte die Ladenöffnungszeiten ausdehnen.“

Eine Nacht, die die Innenstadt belebt

Neue Wege beschritten auch viele Ladeninhaber in jenem Teil der Gutenbergstraße, die zwischen Jägerstraße und Friedrich-Ebert-Straße liegt: Ähnlich wie Iris Richter vom Clay Fashion Store hatten sie zum ersten Mal bei der Erlebnisnacht aufgesperrt. „Da kommt noch mal ein anderes Publikum, auch von außerhalb“, stellte die Ladeninhaberin schon wenige stunden nach dem Start fest. Überhaupt: „Schön, dass es die Straße belebt.“ Auch eine Querstraße weiter –in der Jägerstraße in Richtung Hegelallee – feierten die Geschäftsinhaber ihre Erlebnisnacht-Premiere. Auch hier scharrten sich vor einer Musikbühne die Flaneure.

Und ein (fast echter) Elvis gab sich auch die Ehre

Und so konnte man sich durch den Abend und später durch die Nacht treiben lassen. Vom Straßenumzug des Kindertheaters Buntspecht, das sein 30. Jubiläum feiert, über die 20 Food-Trucks am Jägertor , weiter zu Salsa, Tango und Elektroswing mit einer Tanzschule, die Hiphop zeigte. Ganz im Zeichen des Italien-Mottos spielten die Swingle-Kings aus der Partnerstadt Perugia auf. Ach ja, und ein (fast echter) Elvis gab sich auch die Ehre bei dieser 15. Erlebnisnacht, die auf manchen Besucher sogar wie ein Blick in eine bessere Zukunft wirkte – weil die fahrenden und parkenden Autos fehlten. „Das Fest selbst interessiert mich nicht, aber diese autofreie Innenstadt inspiriert mich“, sagte Jan Kuppert, Rikschafahrer und ehemaliger Stadtverordneter (Die Andere). Der überzeugte Fahrradfahrer genoss den Gang durch die Dortustraße, denn: „Hier herrscht sonst unglaublicher Frevel mit den ,Blechdosen’.“ Und so konnten sich junge Leute ganz ohne Bedenken einfach auf die Bürgersteige setzen und feiern.

Von Ildiko Röd

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