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Potsdam "In Potsdam ging alles los!"
Lokales Potsdam "In Potsdam ging alles los!"
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18:31 19.08.2013
Christoph Letkowski Quelle: dpa
Berlin

MAZ: Haben Sie "Feuchtgebiete" gelesen, als das Buch herauskam?
Christoph Letkowski: Nein. Das Buch hat mich damals überhaupt nicht interessiert!

Das sind ja super Voraussetzungen für die Rolle!
Letkowski: Ich sah mich zu der Zeit nicht so ganz in der Zielgruppe. Trotzdem bekam ich sehr viel von der "feuchten Welle" mit damals. An der Volksbühne in Berlin hatte ich einen Kollegen, der total auf das Buch abging! Ich habe ihn eine Zeit lang immer mit zur Arbeit genommen und im Auto hat er mir dann seine eigenen Romanideen vorgelesen, die er in Anlehnung an diesen Roman geschrieben hatte. Ich bin vor Schreck fast gegen Bäume gefahren. Charlottes zweiten Roman "Schoßgebete" habe ich allerdings gelesen und die "Feuchtgebiete" im Zuge der Drehvorbereitungen dann auch.

Waren Sie zufrieden, es 2008 nicht gelesen zu haben?
Letkowski: Ja, vielleicht. Aber da ich das Drehbuch zuerst gelesen hatte war ich mir sicher, dass es ein guter Film werden kann. In erster Linie konzentriere ich mich auf die Drehbuchsprache und die Rolle, die da auf dem Tisch liegt. Wenn das alles passt, versuche ich, mein Bestes für die Geschichte, die da erzählt werden will, zu geben.

Ihr erster Gedanke, als Sie die Zusage für die Rolle hatten?
Letkowski: Ich hatte gespaltene Gefühle. Aber letztlich war es die Kombination aus Drehbuch, Regie, Produktion und den tollen Kollegen, die mich bestärkt haben, mich in die Arbeit zu schmeißen.

Wie haben Sie sich auf die Rolle des Pflegers vorbereitet?
Letkowski: Ich habe unter anderem als Pfleger in der "Charité" auf der Allgemeinchirurgie hospitiert. Dort habe ich alles mitgemacht, was anstand, um ein Gefühl für den Beruf und die Berufung eines Pflegers zu bekommen. Das war manchmal sehr heftig. Morgens früh um sieben: „Komm Christoph, wir waschen jetzt mal Herrn Meier!“

Und dann hat Herr Meier einige künstliche Körperöffnungen und Dinge an sich, die mit Vorsicht zu behandeln waren ... morgens auf leerem Magen! Ärzte, Pfleger und Schwestern leisten eine Arbeit, vor der ich wahnsinnigen Respekt habe!

Wie war der Job für Sie?
Letkowski: Du bist nur am Rotieren. Essen verteilen, Visite machen, Berichte schreiben, Medikamente ausgeben, beruhigende Gespräche führen. Ich habe versucht, die Erfahrungen, die ich sammeln durfte, so gut es ging in die Arbeit am Set einfließen zu lassen. Nachwirken tun sie natürlich bis heute.

2008 standen Sie für "Gute Zeiten Schlechte Zeiten" in Babelsberg vor der Kamera

was war das für eine Rolle?
Letkowski: Ich war damals für drei Drehtage bei GZSZ. Meine Rolle war die eines It-Modells. Das Pensum war hoch und ich habe zum ersten Mal gemerkt, dass die Arbeit an so einem Daily-Soap-Set auch sehr anstrengend sein kann. Ich war zu dem Zeitpunkt noch nicht so dreherfahren, darum war das eine wichtige Erfahrung für mich.

Ihre Karriere im Filmbusiness hat auch schon vor "GZSZ" in Babelsberg begonnen, richtig?
Letkowski: Ja, nach der Armee habe ich in den "Park Studios" am Babelsberger Park bei "Klinikum Berlin Mitte" ein Praktikum als Tonangler gemacht. In der Zeit habe ich dann auch in Potsdams Innenstadt gewohnt -

 
in der Breiten Straße. Danach ging es 2001 als auszubildener Schauspieler ans Hans-Otto-Theater. Dort habe ich vor allem als Bühnentechniker und Souffleur gearbeitet. Nach meinem Jahr am Hans-Otto-Theater habe ich dann mein Schauspielstudium an der Hochschule für Musik und Theater in Leipzig begonnen. Aber in Potsdam ging alles los!

Haben Sie vor, mal wieder beruflich nach Babelsberg zu kommen?
Letkowski: Wenn es da was gibt, klar! Ich habe noch viele Freunde von früher in der Stadt und auch meine Eltern sind zugezogene Potsdamer geworden. Am Wochenende düse ich deswegen öfter mal rüber.

Haben Sie alte Lieblingsplätze aus Ihrer Zeit in Potsdam, die Sie auch heute gern noch besuchen?
Letkowski: Der Park Babelsberg und Sansoucci sind super. Am Heiligen See war ich früher sehr oft baden. Ich war erst letztens erst wieder mal da. Ich mag diese Romantik dort!

Zurück zum Film: Mit Ihrer Band "Von Eden" haben Sie den Song zum Film gemacht -

 
wie kam es dazu?
Letkowski: Ich habe Ilker Aydin am Set kennen gelernt. Ilker ist hauptberuflich Arzt und war vor allem als ärztlicher Berater tätig. In der Pause habe ich immer mal Gitarre gespielt und versucht, einen Song für den Film zu schreiben. Ilker und ich haben uns gleich gemocht und zusammen an der Musik gearbeitet. Bis heute.

Dann wurde aus Schauspieler und Berater eine Band?
Letkowski: Nach dem Dreh haben wir weiter an Liedern geschrieben. Zu Silvester hatten wir dreizehn Songs auf dem Tisch. "Land in Sicht" hat es letztlich in den Film geschafft. Von da an ging alles ziemlich schnell. Im Juli sind wir zu sechst ins Studio gegangen, haben den Song aufgenommen, das Video gedreht, es geschnitten und den Bandnamen gefunden. Irgendwie auch etwas unheimlich dieses Tempo. Doch wir sind alle sehr glücklich darüber.

Habt ihr vor, die anderen zwölf Songs auch noch auf einem Album zu veröffentlichen?
Letkowski: Ja -

 
total gern! Wir haben jetzt so auf die Schnelle nur kein Label gefunden, das uns mal eben die Produktionskosten stellt. Wir sind bereits in Gesprächen und planen für den kommenden Herbst eine ausgiebigere Studiosession.

Interview: Friederike Steemann

 
 
 

THEATER UND TATORT – EIN VIELSEITIGER SCHAUSPIELER

Geboren wurde Christoph Letkowski am 16. Juni 1982 in Halle (Saale).

Nach dem Wehrdienst arbeitete er zunächst als Praktikant in den Babelsberger „Park Studios“, bevor er 2001 als auszubildener Schauspieler am Hans-Otto-Theater anfing.

Von 2002 bis 2006 absolvierte Letkowski ein Schauspielstudium an der Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelsohn Bartholdy“ in Leipzig.

2006 bis 2008 gehörte er zum Ensemble des Berliner Grips-Theaters, wo er unter anderem in den Stücken „Eins auf die Fresse“ und „Linie 1“ mitspielte.

Seit 2007 ist Letkowski festes Ensemblemitglied an der Berliner Volksbühne. Hier wirkte er bereits in zahlreichen Bühnenproduktionen, zum Beispiel in Frank Castorfs Inszenierungen von „Fuck Off, Amerika“, „Nord“ und „Keane“ mit.

Seit 2006 ist Letkowski auch in diversen Film- und Fernsehproduktionen zu sehen.

Mit dem Film „Parkour“ wurde Letkowski 2009 zu einem der beliebtesten Jungschauspieler.

Im Fernsehen sah man ihn unter anderem im „Tatort“, „Soko Leipzig“, „Der letzte Bulle“ und „Ein Fall für zwei“.

Aktuell steht er für den Bremen-Tatort „Sunny“ vor der Kamera. Im Oktober dreht er mit Armin Rohde eine neue Folge der erfolgreichen Reihe „Nachtschicht“. stee

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