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Potsdam Inkasso-Irrsinn der Firma ConKred geht weiter
Lokales Potsdam Inkasso-Irrsinn der Firma ConKred geht weiter
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22:07 03.04.2014
Quelle: dpa
Stahnsdorf

Dieter Prosser aus Groß Glienicke hat Nerven: Die Hamburger Inkassofirma ConKred fordert fast 100 Euro von ihm für Telefongespräche, die er nie geführt hat. Doch er bleibt hart.

Franziska Anger (Name von der Redaktion geändert) dagegen zeigte Nerven und hat gezahlt, sogar sofort. 150 Euro überwies sie der ConKred, obwohl sie das Computerspiel, für das sie so genannte Codes gekauft haben soll, nie gespielt hat; sie kennt es gar nicht. "Ich wollte diese Forderung vom Tisch haben, wollte meine Ruhe", sagt sie. Doch Ruhe hatte sie noch lange nicht. ConKred hat ihre Zahlung ignoriert und mahnt weiter: Fünf Bescheide hat Anger seit der Zahlung bekommen. Aus anfangs 150 Euro sind längst mehr als 200 geworden. Jetzt solle sie ihre Überweisung nachweisen, verlangte ConKred; das hat sie getan.

Wie bei Dieter Prosser ist die First Communication GmbH aus Frankfurt/Main der Anbieter, über den sie ein Spiel des französischen oder auch deutschen Anbieters Aeria Games (Paris) gespielt haben soll, irgendeinen Ego-Shooter – ein Ballerspiel. Um das über ein bestimmtes Level hinaus zu tun, muss man Spielepunkte kaufen, so genannte Codes, mit echtem Geld. An jenem Sonntag im Dezember 2013 aber, als sie angeblich zwischen 11.34 und 13.27 Uhr dreißig Mal telefonischen Kontakt zu Aeria hatte – jeder Anruf steht mit 4,99 Euro in der Rechnung – stand sie mit dem Mittagessen in der Küche, und auch ihr Sohn, durchaus im Spielealter, war nicht online. Das hausinterne Telefonsystem verzeichnet alle Telefonate, aber keins zu Aeria.

Wer "freie Spiele" wie "Wolfteam" von Aeria spielt, muss damit rechnen, dass er stecken bleibt, wenn er nicht Zusatzleistungen kauft. Quelle: MAZ-Screenshot

Anders der Router ihres Anbieters 1&1: Die so genannte Fritzbox listet eben diese 30 Anrufe auf, nur hat bei Familie Anger nie einer die Nummer gewählt, für die jetzt bezahlt werden soll. "Das geht auch gar nicht", sagt Franziska Anger: "Die Anrufe sollen im Sekundenabstand passiert sein; so schnell kann kein Mensch so eine lange Nummer wählen." Die 0900/31102356 soll einer der Angers gewählt haben. Wenig später googelte Franziska Anger diese Nummer und stieß auf ein Nutzerforum mit vielen vielen geprellten Kunden wie sie. Sie alle sollen bei Aeria gespielt haben, die meisten den Wolfteam-Ego Shooter. Inzwischen findet man die Nummer nicht mehr im Internet.

Für 1&1 ist die Rechnungslegung der First Communication gültig, weil die Fritzbox die Verbindungen gespeichert hat. Doch weil es die Angers nicht waren, war es ein anderer. "Der Fritzbox-Hersteller hat zugegeben, dass man sich von außen ins System hacken kann, selbst wenn das Netzwerk geschützt ist", erzählt Anger. Tatsächlich hat 1&1 eine Sicherheitslücke zugegeben, die es Hackern ermöglichte, die Fritzbox in rasend schneller Folge teure Anrufe machen zu lassen; die Lücke soll inzwischen geschlossen sein.

Wie ConKred an die Forderungen der First Communication kam, hat die Firma trotz Anfrage noch nicht erklärt. Ein Ermittler indes erklärt der MAZ, wie sowas geht: "Die kaufen sackweise Forderungen auf, zahlen den Firmen Geld und versuchen, selbst noch mehr Geld daraus zu machen."

Von Rainer Schüler

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