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Potsdam Inkassofirma schüchtert Bürger ein
Lokales Potsdam Inkassofirma schüchtert Bürger ein
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14:01 02.04.2014
Der Geschädigte soll für Anrufe zahlen, die er nie getätigt hat. Quelle: dpa-Archiv
Groß Glienicke

„Das ist doch wohl ein Witz!“ Aber witzig findet Dieter Prosser (81) die Sache nicht. „Das ist ’ne Riesensauerei. Die zocken mich ab, und keiner hilft mir. Die Polizei nicht, nicht die Staatsanwaltschaft. Wer weiß, wieviele Opfer es noch gibt!“ Viele, wenn man im Internet die Firma sucht, die Prosser angerufen haben soll: die Blitz 07-744 GmbH aus Berlin. „Ich habe nie da angerufen“ schwört Prosser. Doch die Lawine rollt, schon werden gerichtliche Schritte angedroht.

Die Chronologie spricht eine Sprache des Betrugs: Als Prosser die Oktober-Rechnung 2013 der Deutschen Telekom bekommt, stehen da auch 15,05 Euro unter „andere Anbieter“. Er stutzt, fragt nach bei seiner Telekom, die sich die Bedenken anhört und ihm verspricht, die zweifelhafte Summe nicht abzubuchen. Die Rechnung war von der First Communication GmbH aus Frankfurt am Main gestellt für einen Anruf bei der Blitz 07-744 GmbH Berlin, Bahnhofstraße 1/1a. Dorthin schreibt Prosser Anfang November und bekommt den Brief zurück: Empfänger unbekannt. Also fragt er nach bei First, wie das sein kann, doch noch ehe er von First die Antwort hat, schreibt ihm ConKred Inkasso Hamburg und fordert Geld: 73,57 Euro, inklusive 21 Euro Auslagenpauschale und 27 Euro Inkassogebühren. Zwei Tage später folgt die Antwort von der First und eine neue Blitz-Adresse, jetzt in Spandau. „Ich bin da hin, wollte mit denen von Blitz mal reden“, sagt Prosser. „Die Lutherstraße 5 ist ein marodes Mietshaus, in dem vor allem Ausländer wohnen.“ Kein Firmenschild, niemand kennt die Firma.

Das sollten Sie tun

  • Man sollte seine Telefonrechnung gründlich lesen, auf unbekannte Anbieter achten und seine Telefongesellschaft nach denen fragen, schriftlich. Den Schriftverkehr immer abheften.
  • Wer eine Rechtsschutzversicherung hat, beauftrage einen Anwalt. Den Anwalt selbst zu bezahlen, lohnt nicht.
  • Wichtig ist die Anzeige bei der Polizei. Man muss aber einkalkulieren, dass man einer Briefkastenfirma aufgesessen ist, die keinen Briefkasten hat und unerreichbar ist, sogar für die Polizei.
  • Es lohnt, bei der Polizei nach dem Ermittlungsstand zu fragen. Wenn die Polizei nicht weiterkommt oder den Fall geklärt hat, gehen die Akten an die Staatsanwaltschaft. Die ermittelt weiter, eröffnet ein Strafverfahren oder schließt die Akte ohne Resultat.
  • Inoffiziell empfehlen Ermittler: Nicht auf die Inkassoforderung reagieren!

Prosser erstattet am 19. Dezember Anzeige: mehr als zehn Seiten Rechnungen, Mahnungen und Briefe faxt er zur Polizei, wartet auf Reaktionen. Am 9. Januar fragt er nach und hört verblüfft, dass alle Unterlagen verschwunden sind, er faxt sie nochmal und wartet wieder.

ConKred legt nach, mahnt ihn am 28.1., 24.2., 27.2. und 13.3. – da sind es schon 99,73 Euro. Die Polizei erklärt ihm, der Fall sei abgeschlossen und bei der Staatsanwaltschaft; die schließt die Akte und schreibt ihm das am 17. März. Man habe niemanden ermitteln können. Weitere Nachforschungen versprächen keinen Erfolg.

Von Rainer Schüler

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