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Potsdam Inzidenz über 35: Potsdam muss Corona-Regeln verschärfen
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Inzidenz über 35: Potsdam muss Corona-Regeln verschärfen

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15:14 08.09.2021
Die neuen Corona-Regeln gelten ab Donnerstag.
Die neuen Corona-Regeln gelten ab Donnerstag. Quelle: Soeren Stache
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Potsdam

Seit fünf Tagen liegt die Corona-Inzidenz in der Landeshauptstadt über 35. Nun werden die Regeln zum Umgang mit der Pandemie verschärft. Das hat die Stadtverwaltung am Mittwoch in einem Sonderamtsblatt bekanntgegeben. Die Stadt folgt damit der Umgangsverordnung des Landes Brandenburg, die eine solche Verschärfung bei einer stabilen Sieben-Tage-Inzidenz über 35 vorschreibt.

Veranstaltungen mit weniger Gästen

Die Änderung betrifft öffentliche Veranstaltungen, etwa Festivals, Jahrmärkte oder Volksfeste: Sie dürfen nur noch maximal 5000 Besucher haben. Ausnahmen darf das Gesundheitsamt für Veranstaltungen in „besonderen Einzelfällen“ genehmigen, wenn ein individuelles Hygienekonzept vorliegt.

Die Entwicklung hatte sich wochenlang abgezeichnet, bereits seit Ende Juli steigt der Inzidenzwert langsam, aber kontinuierlich an. Tageweise lag er in den vergangenen Wochen bereits über dem Schwellenwert von 35, nun wurde diese Grenze seit fünf Tagen nicht mehr unterschritten. Am Mittwoch lag die Inzidenz, die angibt, wie viele von 100.000 Einwohnern sich binnen der letzten sieben Tage mit dem Coronavirus angesteckt haben, bei 39.

Schon seit Mitte August wurde der andere wichtige Inzidenz-Grenzwert von 20 nicht mehr unterboten. Bei einer stabilen Inzidenz über 20 gilt die so genannte 3G-Regel für zahlreiche Bereiche des öffentlichen Lebens. So dürfen beispielsweise Kitas und Schulen, aber auch die Innengastronomie, Hotels und Schwimmbäder, Theater, Kinos und Spielhallen nur noch mit einem tagesaktuellen negativen Coronatest besucht werden, wenn kein vollständiger Impfschutz vorliegt oder der Besucher im vergangenen halben Jahr nachweislich eine Covid 19-Erkrankung überstanden hat.

Womöglich schon am Dienstag neue Regeln

Die neuen Regeln in Potsdam gilt ab Donnerstag. Erst, wenn die Inzidenz an fünf aufeinanderfolgenden Tagen unter 35 bleibt, fällt sie wieder – so ist zumindest bisher die Lage. Allerdings hat das Brandenburger Kabinett sich am Mittwoch darauf verständigt, in der kommenden Woche eine neue Umgangsverordnung zu verabschieden. „Vor dem Hintergrund der geplanten Änderungen im Infektionsschutzgesetz, die in dieser Woche von Bundestag und Bundesrat beschlossen werden sollen, hat sich das Kabinett auf Leitindikatoren verständigt“, heißt es in einer Mitteilung.

Hospitalisierung wird entscheidend sein

Demnach wird die Inzidenz künftig eine kleinere Rolle spielen als bislang. Die landesweite Sieben-Tage-Hospitalisierungs-Inzidenz soll wahrscheinlich schon am Dienstag nächster Woche die Sieben-Tage-Inzidenzen der Landkreise und kreisfreien Städte als Leitindikator ablösen. Der Wert beschreibt die „Anzahl der täglich neu zur stationären Behandlung aufgenommenen Patienten, die Sars-CoV-2 positiv sind, je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen“.

Neue Verordnung setzt alte Regelung außer Kraft

Neben der bekannten Sieben-Tage-Inzidenz und der Hospitalisierungsrate sollen auch die Anzahl der Geimpften und die brandenburgweit verfügbaren Intensivbetten in den Krankenhäusern künftig in die Corona-Lagebewertung einfließen. Was das für die aktuell geltenden Coronaregeln bedeutet, lässt das Kabinett in seiner Mitteilung offen. Eine neue Umgangsverordnung würde die bislang gültige aber automatisch außer Kraft setzen – wenn also die Inzidenzschwelle von 35 ab nächster Woche nicht mehr entscheidend ist, werden wahrscheinlich wieder neue Regeln gelten.

Von Saskia Kirf