Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Potsdam Jauch macht Kirchenstiftung zu Millionären
Lokales Potsdam Jauch macht Kirchenstiftung zu Millionären
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:53 13.12.2016
TV-Moderator Günther Jauch. Quelle: dpa
Potsdam

Endlich ist das Geheimnis gelüftet: Bei dem geheimnisvollen Großspender, der im Sommer 1,5 Millionen Euro für den Wiederaufbau des Garnisonkirchturms zusagte, handelt es sich um den Potsdamer TV-Moderator Günther Jauch. Das bestätigte der Kommunikationsvorstand der Stiftung Wiederaufbau Garnisonkirche, Wieland Eschenburg, am Dienstag der MAZ. Die Millionenspende soll in den Bau der Aussichtsplattform auf dem Kirchturm fließen.

Seitdem die Stiftung im Juli die Nachricht von dem anonymen Mäzen verkündet hatte, gab es Rätselraten. Doch verraten wurde nur soviel: Es handle sich um eine Person, „die mit Potsdam verbunden ist“. Danach reichten die Vermutungen von SAP-Gründer Hasso Plattner bis hin zu Verlagschefin Friede Springer. Auch auf Günther Jauch, der mit seiner Familie in der Berliner Vorstadt lebt, wurde getippt. Doch eine Bestätigung gab es bislang nie.

Nun hat sich Jauch in der Publikation „Potsdamer Spitze“, die einmal jährlich von der Garnisonkirchenstiftung veröffentlicht wird, zu den Beweggründen für seine 1,5-Millionen-Spende geäußert. Jahrelang habe er sich aus der Diskussion um den Wiederaufbau der Kirche „ganz bewusst“ herausgehalten, erklärte er: „Als dann klar war, dass man sich auf den Turm beschränken wolle, habe ich das für ein ebenso realistisches wie eben auch unterstützenswertes Projekt gehalten.“

Turm der Garnisonkirche. Quelle: dpa-Zentralbild

Der 60-Jährige hat das Vorhaben bereits vor mehreren Jahren ideell unterstützt. Im Januar 2004 wurde im Industrieclub Potsdam unter dem Motto „Ruf aus Potsdam“ eine internationale Spendenkampagne nach dem Vorbild der Dresdner Frauenkirche gestartet. Zu den rund 90 Erstunterzeichnern zählte damals auch Jauch. Zu den Schirmherren zählte unter anderem der damalige Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD). „Wir wollen uns nicht damit abfinden, dass es bei der Hinrichtung dieses einmaligen und geschichtsträchtigen Bauwerks bleiben soll“, hieß es in dem Aufruf.

Auch vielen anderen Potsdamer Vorhaben hat der TV-Moderator seine Unterstützung zukommen lassen. So beteiligte er sich 2002 maßgeblich an der Finanzierung des Wiederaufbaus des Fortunaportals, wodurch auch das Thema eines wiedererrichteten Stadtschlosses neuen Schwung bekam. Die Liste der von Jauch finanziell beförderten Projekte ist lang: das Belvedere auf dem Pfingstberg, in dem er 2006 geheiratet hat, der Potsdamer Stadtkanal, ein Saal im Marmorpalais sowie die Sanierung der Neptungrotte im Schlosspark Sanssouci. Er unterstützte zudem die Errichtung der katholischen Marienschule in Babelsberg.

Dank der 1,5-Millionen-Spende von Jauch kommt die Garnisonkirchenstiftung ihrem Ziel – dem Start des Turmbaus an der Breiten Straße im Oktober 2017 – einen Riesenschritt näher. „Wir sind sehr froh, dass das Geld fließt – jetzt ist Schwung drin“, sagte der Theologische Stiftungsvorstand Martin Vogel am Dienstag zur MAZ.

Theologischer Stiftungsvorstand Martin Vogel. Quelle: Archiv

In der „Potsdamer Spitze“ wurden auch noch weitere Namen von bislang anonymen Großspendern verraten. Ein weiterer Förderer ist Rolf Elgeti, Inhaber der Firma „Obotritia Capital“. Der Finanzanalyst mit Büro in Potsdam-Babelsberg hat schon deutschlandweit Schlagzeilen als „Superhirn“ gemacht. Bereits in jungen Jahren startete als Aktienanalyst in London durch und heimste Auszeichnungen als Europas bester Analyst ein. Der gebürtige Mecklenburg, Sohn eines Kartoffelbauern, hat kürzlich auch dem Verein Hansa Rostock als Investor finanziell unter die Arme gegriffen. Beim Wiederaufbauprojekt Garnisonkirche will er nun die Patenschaft für die Bibliothek im Kirchturm übernehmen – Kostenpunkt: 250 000 Euro. Auf Elgetis Wunsch soll die Bibliothek nach den Obotriten“ benannt werden. „Die Obotriten sind die aus dem gleichnamigen Stammesverband hervorgegangene Dynastie, die insgesamt 787 Jahre, von 1131 an, beinahe ununterbrochen in Mecklenburg herrschte“, begründet der Geschäftsmann seine Wahl im Gespräch mit der „Potsdamer Spitze“.

Einen sehr persönlichen Bezug zur Kirche hat der dritte Großspender, Georg Freiherr von Willisen: Seine Spende in Höhe von 150 000 Euro für das Treppenhaus im Kirchturm verbindet er mit der Erinnerung an seinen Onkel, Achim Freiherr von Willisen, der sich im Widerstand gegen Hitler engagierte und einen engen Bezug zu Potsdam und zur Garnisonkirche hatte.

Der vierte Förderer ist ein Imker aus dem Havelland. Manfred Schnell hat eine ganz besondere Spendenaktion zugunsten der Garnisonkirche ins Leben gerufen. Von jedem verkauften Glas Honig ging ein Euro an das Wiederaufbauprojekt. Bislang kamen 140 Euro zusammen. „Meiner Meinung nach sollen wiederaufzubauende architektonische Geschichtszeugnisse nicht nur den öffentlichen Haushalt belasten, sondern zu großen Teilen aus Privatinitiative finanziert werden“, begründet Schnell sein Engagement.

Wie berichtet, beläuft sich die Finanzierungslücke für den Kirchturm derzeit noch auf 750 000 Euro. Insgesamt sind 26,1 Millionen Euro für die Grundvariante des Turms ohne Glockenspiel, Turmhaube und Zierrat notwendig. Derzeit läuft ein Antrag, dass die vom Bund in Aussicht gestellte Förderung von zwölf Millionen Euro auch für diese erste Baustufe freigegeben wird.

Kommunikationsvorstand Wieland Eschenburg (l.) und Matthias Dombert, Chef der Fördergesellschaft zum Wiederaufbau der Garnisonkirche, an einem Kirchenmodell. Quelle: Archiv

In diesem Jahr hat das Garnisonkirchenprojekt mehrere Finanzierungshürden nehmen können. Mitte November bewilligten die Vertreter des Kirchenkreises Potsdam auf ihrer Herbstsynode einen zinsfreien Kredit in Höhe von 250 000 Euro mit einer Laufzeit von 30 Jahren für den Wiederaufbau des Kirchturms. Der Kredit wird aus einem Erbe finanziert, das dem Kirchenkreis testamentarisch zugefallen ist. Bedingung: Das Vermögen soll wohltätig verwendet werden. „Nach Einschätzung der Landeskirche wäre dies bei der Versöhnungsarbeit gegeben“, hieß es auf der Sitzung der Synode.

Bereits im Frühjahr hatte die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) ein zinsloses Darlehen von 1,5 Millionen Euro in Aussicht gestellt. Die evangelische Landeskirche wird einen zinsfreien 3,25-Millionen-Kredit geben.

„Wir sind sehr froh, dass die zugesagten Darlehen der evangelischen Kirche und die Privatspenden den Baubeginn in greifbare Nähe rücken“, sagte Stiftungsvorstand Vogel. Ein Baustart im Herbst 2017 sei mittlerweile „realistisch“.

Von Ildiko Röd

Als aus einem Mehrfamilienhaus in der Wolfgang-Staudte-Straße Gegenstände auf die Straße fliegen und eine Passantin beinahe getroffen wird, greift die Polizei ein. Der mutmaßliche Randalierer zeigt sich aufgrund der Polizeipräsenz aber wenig begeistert, reagiert mehr als schroff und „darf“ schließlich mit aufs Revier.

13.12.2016
Potsdam MAZ-Weihnachtsaktion Potsdam und Umgebung - Lennard, der große Kämpfer gegen Leukämie

Lennard war schon als Kleinkind an Leukämie erkrankt. Inzwischen ist er sieben Jahre alt und hat die „bösen Blutkörperchen“ besiegt. Damals gab es für ihn in Caputh eine große Typisierungsaktion – unterstützt von der Deutschen Stiftung gegen Leukämie, für die die MAZ bei ihrer diesjährigen Weihnachtsaktion Spenden sammelt.

13.12.2016
Potsdam Potsdams „Zukunftsprogramm“ - Rosskur für die wachsende Stadt

Mit dem „Zukunftsprogramm 2020“ will die Potsdamer Kämmerei in den nächsten vier Jahren mindestens 20 Millionen Euro zusätzlich einspielen, die dem Bau neuer Schulen zugute kommen sollen. Das Programm, eine Liste mit 26 Maßnahmen, soll von den Stadtverordneten mit dem Haushalt für 2017 geschlossen werden.

13.12.2016