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Potsdam So läuft der Filmdreh zu „Jim Knopf und die Wilde 13“
Lokales Potsdam So läuft der Filmdreh zu „Jim Knopf und die Wilde 13“
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17:41 22.05.2019
Drehen aktuell in Babelsberg: Rick Kavanian als Wilde 13, Leighanne Esperanzate als Prinzessin Li Si, Solomon Gordon als Jim Knopf und Henning Baum als Lukas neben Regisseur Dennis Gansel (l.- r.).
Drehen aktuell in Babelsberg: Rick Kavanian als Wilde 13, Leighanne Esperanzate als Prinzessin Li Si, Solomon Gordon als Jim Knopf und Henning Baum als Lukas neben Regisseur Dennis Gansel (l.- r.). Quelle: Jörg Carstensen/dpa
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Potsdam

Emma schnauft und zischt. Weißer Dampf steigt rund um die schwarz-goldene Lokomotive auf, die scheinbar führerlos auf den Tunnel vor ihr zurollt. In Michael Endes Kinderbuchklassikern rund um Jim Knopf und Lukas den Lokomotivführer ist Emma eine „gute, wenn auch vielleicht etwas altmodische Lokomotive“ – mit eigenem Willen und verborgenen Talenten.

Hier, in der Lummerland-Kulisse am Babelsberger Film-Set für den zweiten Jim-Knopf-Film, hat Emma immerhin einen verborgenen Führer. Tief im Inneren der Lokomotive sitzt tatsächlich ein Mann vor Bildschirmen und steuert die sieben Tonnen schwere Lok dorthin, wo eben gerade gedreht wird. Zwischen 200.000 und 300.000 Euro kostete Emma, die eigens für die erste Real-Verfilmung von „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“ gebaut wurde.

So entsteht der neue Jim-Knopf-Film

Einen Kinofilm zu produzieren ist immer auch Teamarbeit. Rund 200 Menschen sind am Film-Set in Babelsberg an den Dreharbeiten beteiligt – insgesamt mehr als 2000 Menschen an der Produktion.

Allein elf Statisten braucht es, um die Wilde 13 darzustellen. Die Piratenbande ist stolz darauf, die einzigen Dreizehnlinge der Welt zu sein – bis sie feststellen, dass sie sich verzählt haben und nur zu zwölft sind. Im Film werden sie alle von Rick Kavanian dargestellt. Bei den Dreharbeiten stehen hinter ihm elf Statisten mit Maske. Am Computer werden ihre Gesichter mit dem von Kavanian ersetzt.

Der erste Jim-Knopf-Film enttäuschte an den Kinokassen

Der Film kam im vergangenen Sommer in die Kinos – und hatte es während der anhaltenden Hitzewelle schwer. „Als der Film anlief, folgten drei Wochen mit hochsommerlichen Temperaturen. Da geht niemand ins Kino“, erzählt Produzent Christian Becker. Aktuell soll der Film laut den Box-Office-Zahlen etwas mehr als zehn Millionen Euro eingespielt haben. Bei 25 Millionen Euro Produktionskosten und damit einem der teuersten deutschen Filmprojekte der Kinogeschichte ein ziemlicher Flop. Doch auch wenn der Film hinter den Erwartungen zurückgeblieben sei, habe man noch keinen Strich drunter gemacht, sagt Produzent Becker.

Vor und wieder zurück: Bis die richtige Einstellung gefunden ist, muss die Lokomotive Emma an die richtige Stelle gefahren werden. Quelle: Ansgar Nehls

Den Nachfolgefilm drehen sie nun trotzdem. Michael Ende schrieb die Abenteuer von Jim Knopf und Lukas dem Lokomotivführer, von Frau Mahlzahn und dem Drachen Nepomuk einst als einen schweren, dicken Band. Erst auf Betreiben des Verlages machte Ende aus einem, zwei Bücher. Das sei der entscheidende Grund, warum nach Teil eins nun auch „Jim Knopf und die Wilde 13“ gedreht werde, sagt Produzent Becker. „Es ist ja eigentlich eine Geschichte. Die wollen wir zu Ende erzählen“.

Gedreht wurde „Jim Knopf und die Wilde 13“ erneut im Lummerland in Babelsberg

Gedreht wurde wurde zuerst in Südafrika. Im Anschluss kamen die zehn Drehtage in Babelsberg dazu. Denn hier steht bereits aus Teil eins das gesamte Lummerland – mit Lokomotive Emma, mit dem Laden von Frau Waas und dem Haus von Herrn Ärmel. Auch weil diese Kulissen nicht noch einmal gebaut werden mussten, kostet der neue Film nun rund fünf Millionen weniger als der erste.

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„Da oben – das müssen Sie sich jetzt vorstellen – da oben würde das Schloss von König Alfons dem Viertel-vor-Zwölften stehen“, erzählt Becker und deutet in die Luft. Hinter ihm werkeln dutzende Menschen weiter an der perfekten Einstellung, lassen Emma unter Schnaufen und Zischen vor und wieder zurückfahren. Immer wenn die Lokomotive kurz vor dem Tunnel Halt macht, tritt Schauspieler Henning Baum als Lukas der Lokomotivführer aus dem Halbschatten und streichelt seine Emma.

Der Film soll im Oktober 2020 in die Kinos kommen

Es ist eine der letzten Szenen des Films, die Becker und Regisseur Dennis Gansel hier gerade drehen. Nach langen Abenteuern kehren Jim Knopf (gespielt von Solomon Gordon) und Lukas zurück nach Lummerland und treffen dort wieder auf Emma.

Am Freitag ist bereits der letzte Drehtag. Dann fällt die letzte Klappe und die übrige Produktionsarbeit beginnt. „Jim Knopf und die Wilde 13“ soll im Oktober 2020 in die Kinos kommen.

Wer die Kulisse des Lummerlandes mit Emma besichtigen möchte, kann dies in den Touren des Filmparks Babelsberg tun. Mehr Informationen gibt es unter www.filmpark-babelsberg.de

Von Ansgar Nehls

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