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Potsdam Jüdisches Filmfestival 2021 eröffnet mit „Shiva Baby“ im Hans Otto Theater
Lokales Potsdam

Jüdisches Filmfestival 2021 eröffnet mit „Shiva Baby“ im Potsdamer Hans Otto Theater

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12:37 05.07.2021
Szene aus „Shiva Baby“ von Regisseurin Emma Seligman.
Szene aus „Shiva Baby“ von Regisseurin Emma Seligman. Quelle: Utopia Media
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Potsdam

Es ist waghalsiges Konstrukt aus Lebenslügen, das sich Danielle aufgebaut hat – und das sie nun während einer Familienfeier irgendwie aufrecht erhalten muss. Danielle, gespielt von Rachel Sennott, ist die Protagonistin des Film „Shiva Baby“, der das diesjährige Jüdische Filmfestival Berlin Brandenburg (JFBB) eröffnet. Stattfinden wird das Festival unter dem Motto „Sweet ’n’ Jewcy“ vom 12. bis 22. August, die Eröffnungsgala wird in diesem Jahr wieder im Potsdamer Hans Otto Theater gefeiert, wie die Veranstalter am Montag mitteilten.

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Sex, Lügen und eine Beerdigung

„Shiva Baby“ ist eine schwarze Komödie und das viel gelobte Debüt der kanadischen Regisseurin Emma Seligman, das zeigt, wie viel unterschiedliche Töne in ein und demselben Film möglich sind – eine Diversität der Tonalitäten, Farben und Figuren, die sich durch das ganze Festivalprogramm ziehen wird“, beschreibt Lea Wohl von Haselberg aus dem neuen JFBB-Programmkollektiv den Film.

Erzählt wird von der jungen Frau Danielle, die sich von wohlhabenden Männern gegen Sex aushalten lässt, sich überhaupt sexuell ausprobiert und nun von ihrer Mutter zu einer Shiva-Feier, also einer Trauerfeier, abkommandiert wird. Der Familie soll sie Lügen von ihrem angeblichen Erfolg erzählen – von ihren sexuellen Eskapaden sollen sie natürlich nichts wissen.

Zwei Wettbewerbe: Spielfilm und Dokumentarfilm

Neben „Shiva Baby“ wird auf dem JFBB auch Max Nosseks Klassiker „Singing in de dark“ (1956), dessen restaurierte Fassung hier seine Deutschland-Premiere feiert, zu sehen sein. Auch für Gourmetfreunde ist wieder ein Filmbeitrag dabei: Laura Gabberts „Ottoleghi and the cakes of Versailles“ läuft in der Sektion „Kino Fermished“.

Im Blickpunkt des Festivals stehen die beiden Wettbewerbe des Festivals – der „Wettbewerb Spielfilm“ und der neu ins Leben gerufene „Wettbewerb Dokumentarfilm“. Die Reihe „Deutsch-polnische Zeitreise“ sowie die High End-Serien gewidmete Sektion „Serial Fresh: Series from Israel“ komplettieren die neue Programm-Struktur des JFBB.

Jüdisches Filmfestival Berlin Brandenburg 2021 (JFBB). Quelle: JFBB

Filme werden auch im Thalia und Filmmuseum Potsdam gezeigt

Abgesehen vom Hans Otto Theater wird auch das Babelsberger Thalia-Kino Filme des Festivals zeigen. Wie Thalia-Programmdirektorin Christiane Niewald sagte, sei das Kiezkino für alle Festivaltage eingeplant. Außerdem sollen laut Website des Jüdischen Filmfestivals in der Alexandrowka, im Filmmuseum und im Waschhaus ebenfalls Filme gezeigt werden.

Neue Leitung des Festivals

Wie berichtet, hat die Gründerin und langjährige Leiterin des Festivals Nicola Galliner, den Staffelstab nach 26 Jahren weitergegeben. Unter der Führung der neuen Veranstalter Doreen Goethe und Andreas Stein, die auch für das Film-Festival Cottbus, die Nacht der Kreativen Köpfe oder das Gartenfestival Park und Schloss Branitz verantwortlich sind, geht es nun weiter.

Das vollständige Programm wird in den den nächsten Woche erwartet. Für das Filmfestivalprogramm sind Programmdirektor Bernd Buder und das JFBB-Programmkollektiv verantwortlich. Es besteht aus der Produzentin Naomi Levari, dem Filmemacher Amos Geva, der zudem die Kurzfilm-Plattform ‚T-Port‘ mitbetreibt, der Filmwissenschaftlerin Lea Wohl von Haselberg, die an der Filmuniversität Babelsberg „Konrad Wolf“ lehrt und forscht sowie dem Regisseur und frischgebackenen Grimme-Preisträger Arkadij Khaet.

Von MAZonline/sku