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Potsdam Freiland verliert Fläche
Lokales Potsdam Freiland verliert Fläche
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01:16 12.10.2018
Sabine Merkel und Michael Chudoba im Freiland. Quelle: Foto: Gartenschläger
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Das Jugendkulturzentrum Freiland schrumpft. Im neuen Pachtvertrag, der Ende September zwischen den Stadtwerken und der Betreibergesellschaft Cultus abgeschlossen wurde, sei eine früher als Parkplatz genutzte Fläche nicht mehr enthalten. Das erklärten Sabine Merkel und Michael Chudoba vom Nutzerplenum gegenüber MAZ. Das Grundstück wurde Ende 2015 für ein Flüchtlingswohnheim abgetrennt. Das Projekt wurde mangels Bedarfs abgesagt, als bereits die Fundamente für zwei Leichtbauhallen im Boden waren. Die Fläche für insgesamt 27 Fahrzeuge werde benötigt, um die Parkplätze für den Betrieb des Zentrums nachweisen zu können, sagen Merkel und Chudoba. Die befristet genehmigte Übergangsvariante mit Abstellplätzen auf dem Veranstaltungsgelände sei keine Dauerlösung. Stadtwerkesprecher Göran Böhm sagt, der Abbau der Fundamente werde „in den kommenden Wochen“ in Auftrag gegeben. Die künftige Nutzung der Flächen werde „der Eigentümer im Rahmen seiner Langfristplanung“ entscheiden.

Das abgetrennte Grundstück. Die Fundamente für das nicht mehr benötigte Flüchtlingsheim sollen demnächst verschwinden. Quelle: Bernd Gartenschläger

Wie berichtet, wurde der Pachtvertrag für Freiland auf Druck der Stadtverordneten um ein Jahr verlängert, um Spielraum für eine dauerhafte Sicherung des Projekts zu schaffen. Ursprünglich wollten die Stadtwerke den Vertrag Ende September auslaufen lassen, weil die Sicherung eines Kultur- und Veranstaltungsbetriebes nicht zu ihrem Aufgabenspektrum gehöre. Das Gelände wurde 2010 auf gemeinsame Initiative von Politik, Stadtwerken und Stadtjugendring als Jugend- und Kulturzentrum freigegeben. In einer Erklärung kritisierte das Nutzerplenum des Freiland jetzt eine „schleichende“ Verschlechterung der Zusammenarbeit bis zum „Umschwung“ mit der Absicht der Stadtwerke, sich aus dem Projekt zurückzuziehen.

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Merkel und Chudoba verweisen darauf, dass dringende Baustellen liegen blieben, weil die nötigen Antragsverfahren nicht vorangetrieben worden seien. Bisher lag die Zuständigkeit dafür bei den Stadtwerken. Nach dem neuen Pachtvertrag, der erst „in letzter Sekunde“ ausgehandelt worden sei, liegt die Zuständigkeit für Bauanträge bei Cultus. Merkel und Chudoba sprechen von einem erheblichen Sanierungs- und Instandsetzungsstau. Die 2010 erteilte Baugenehmigung für das Freiland sei 2017 ausgelaufen. Alles, was über den Status quo hinaus geht, müsse neu beantragt werden. Als Beispiel nannten die Sprecher die seit langem geplanten Bandproberäume und die langfristige Sicherung von Einrichtungen wie dem Café im Haus 2 sowie den Studios, Büros und Ateliers im Haus 1.

Von Volker Oelschläger

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