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Potsdam Jugendkulturzentrum „Freiland“ darf weitermachen
Lokales Potsdam Jugendkulturzentrum „Freiland“ darf weitermachen
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11:21 07.06.2018
Die Debatte zur Zukunft des Freilands wurde bei einem Public Viewing in den Hof des Rechenzentrums übertragen. Quelle: Bernd Gartenschläger
Babelsberg

Aufatmen bei den Freiland-Fans: Die Stadtverordneten haben am Mittwochabend mit breiter Mehrheit grünes Licht für einen Weiterbetrieb des Jugend- und Soziokulturzentrums an der Friedrich-Engels-Straße in Babelsberg gegeben.

Der Pachtvertrag mit den Stadtwerken läuft eigentlich Ende September aus. Schon im Vorfeld hatte sich eine breite Unterstützung abgezeichnet – immerhin gab es einen darauf abzielenden Antrag von der SPD sowie einen weiteren, ähnlichen von den Grünen, der von den Linken und der Fraktion Die Andere gestützt wurde.

Debatte wurde live ins Rechenzentrum übertragen

Auch nicht alltäglich: Die Debatte der Stadtverordneten im Plenarsaal wurde via Live-Stream in den Hof des Rechenzentrums übertragen, wo sich Freiland-Unterstützer beim Public Viewing zusammengefunden hatten. Anscheinend hatte das Daumendrücken geholfen.

Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) erklärte, er könne sich gut vorstellen, die kommunalen Stadtwerke anzuweisen, den Pachtvertrag mit dem Freiland-Träger – der Cultus UG – bis Ende September 2019 in der jetzigen Form zu verlängern. Jakobs ist in seiner Funktion als Oberbürgermeister auch Gesellschafter des kommunalen Unternehmens.

Cultus-Chef Achim Trautvetter auf dem Gelände des Freiland. Quelle: Bernd Gartenschläger

Die Stadtwerke sind die Verpächter des ehemaligen Areals der Wasserwirtschaft, auf dem das Freiland 2011 eröffnet wurde. Jakobs kündigte zudem ein Verfahren an, das den Weiterbetrieb des Kulturzentrums über den September 2019 hinaus festzurren soll.

Im übernächsten Hauptausschuss am 27. Juni will er das Verfahren vorstellen. Bereits gestern sicherte er zu, dass es „unter Beteiligung aller Akteure“ ablaufen soll. Wie berichtet, hatte sich die Cultus UG zuletzt außen vor bei den Überlegungen zur Freiland-Zukunft gefühlt. Es gebe „nicht soviel Kommunikation zwischen uns und den Stadtwerken“, hatte Achim Trautvetter, Geschäftsführer der Cultus UG, beklagt.

Stadtwerke-Chef will Freiland abgeben – am besten an die Stadt

Fakt ist: Die Stadtwerke möchten ihre Zuständigkeit für das Freiland lieber heute als morgen abgeben. Diese Aufgabe falle schon rein inhaltlich nicht in die Kompetenz der kommunalen Gesellschaft, lautet die Argumentationslinie von Stadtwerke-Chef Horst Müller-Zinsius.

Vielmehr sei die Stadt dafür zuständig – man sei gerne bereit, das Grundstück per Erbaupacht an die Stadt oder an die Cultus UG zu verpachten. Außerdem sieht Müller-Zinsius sein Unternehmen nicht in der Zuständigkeit, die Sanierung des Freilands – Kosten: etwa eine Million Euro – zu finanzieren.

Das Freilandgelände in der Friedrich-Engels – der Sanierungsbedarf ist hoch. Quelle: Bernd Gartenschläger

Für Trautvetter hingegen sind die Stadtwerke offenbar immer noch die Wunschpartner. „Wir mögen die Stadtwerke“, sagte er am Mittwoch in einer eindringlichen fünfminütigen Rede vor den Stadtverordneten: „Wenn wir uns was wünschen dürfen, dann dass die Stadtwerke unsere Verpächter sein sollen.“ Sein Argument: „Sie wissen über diese komplexe Gebäudestruktur Bescheid.“

Einen kurzen Schlagabtausch gab es in der Debatte noch hinsichtlich der Fördergelder fürs Freiland. Die CDU forderte Transparenz: „Hier fließen städtische Mittel – wenn es städtische Zuwendungen gibt, muss es Nachweise geben“, sagte Lars Eichert. Corinna Liefeld (Die Andere) konterte: „Es gibt Verwendungsnachweise für dieses Geld.“

Von Ildiko Röd

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