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Potsdam Jugendliche qualmen weniger, kiffen aber mehr
Lokales Potsdam Jugendliche qualmen weniger, kiffen aber mehr
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19:23 20.06.2018
Cannabis ist landesweit und auch in Potsdam auf dem Vormarsch. Quelle: dpa
Potsdam

Weniger Nikotin, weniger Alkohol, dafür mehr Cannabis – so lässt sich kurz umreißen, wie sich der Substanzkonsum der Potsdamer Jugendlichen in den vergangenen Jahren entwickelt hat. Katrin Hayn, im Rathaus die Koordinatorin für Suchtprävention, erstattet den Stadtverordneten in diesen Tagen Bericht über die Ergebnisse der brandenburgweiten Schülerbefragung mit Fokus auf die Landeshauptstadt.

417 Jungen und 411 Mädchen aus Potsdam wurden befragt

Seit 2005 interviewt das Gesundheitsministerium auf Anregung der Landessuchtkonferenz alle vier Jahre Schülerinnen und Schüler der 10. Klasse aller Schultypen zu Zigaretten, Cocktails und Co. – in der jüngsten Befragungswelle im Schulhalbjahr 2016/17 waren das insgesamt 10 724 Jugendliche aus 17 von 18 Landkreisen und kreisfreien Städten. Das entspricht 53 Prozent aller Schüler der Klassenstufe. In Potsdam wurden von 1390 Zehntklässlern 828 befragt – 417 Jungen und 411 Mädchen.

Fürs Rauchen ergibt sich dabei Folgendes Bild: Mehr als die Hälfte der um die 16 Jahre alten Jugendlichen gab an, noch nie geraucht zu haben, etwa ein Drittel raucht selten, jeder Sechste regelmäßig, also mindestens einmal in der Woche und öfter bis zu täglich. Insgesamt sind laut Katrin Hayn die Raucher aber auf dem Rückzug – so gab bei der ersten Befragung 2005 noch jeder dritte Schüler an, regelmäßig zum Glimmstängel zu greifen. Auch das Einstiegsalter hat sich verschoben – und zwar um ein Jahr nach hinten. Heute rauchen Potsdamer mit knapp 14 Jahren die erste Zigarette.

Beinahe drei Viertel der Jugendlichen haben mit Alkohol nichts am Hut

Auch der erste Rausch fällt in dieses Alter. Dabei sagen 15 Prozent der Jugendlichen, dass sie noch nie Alkohol konsumiert haben, 74 Prozent sagen, dass sie selten trinken. Jeder Neunte gab zu, regelmäßig zu Alkohol zu greifen – 2005, also etwa zu der Zeit, als Alkopops boomten, war das noch jeder Vierte.

Ein steter Anstieg zeichnet sich derweil beim Cannabiskonsum ab. Sagte zu Beginn der Befragung noch jeder 25. Schüler, dass er regelmäßig kiffe, so ist es inzwischen jeder 14. „Diese Entwicklung ist nicht nur in Potsdam zu beobachten, sondern auch auf Landes- und Bundesebene“, sagt Katrin Hayn. „Die Diskussion um die Legalisierung von Cannabis könnte ein Grund sein.“ 67 Prozent der Befragten sagten, noch nie Cannabis probiert zu haben.

Die Jungs daddeln, die Mädchen lesen – das Smartphone lieben alle

Der Medienkonsum ist ebenfalls Gegenstand der Untersuchung – aus den vorliegenden Daten lässt sich jedoch nicht ableiten, ob die Bildschirmzeit zu lang oder gar krankhaft lang ist. Während die Jungen allerdings ihre Zeit lieber mit Konsolen und Computerspielen verbringen, halten sich die Mädchen eher an Bücher – beim Fernsehen und Smartphone sind sie gleichauf.

Von Nadine Fabian

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