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Potsdam Kampf gegen Schilder-Wildwuchs in der Brandenburger Straße
Lokales Potsdam Kampf gegen Schilder-Wildwuchs in der Brandenburger Straße
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01:16 10.05.2019
Wild durcheinander stehen die Werbeaufsteller in der Brandenburger Straße. Auch Tische und Stühle sind zum Teil ein Problem. Quelle: Bernd Gartenschläger
Innenstadt

Wenn Bärbel Schälicke durch die Brandenburger Straße geht, regt sich bei ihr in den letzten Wochen regelmäßig der Unmut. „Überall stehen kreuz und quer Werbeaufsteller“, sagt sie, „dazu die ganzen Tische und Stühle, die im Frühling und Sommer wild auf die Straße gestellt werden.“ Kein Zustand für eine Flaniermeile, findet die Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Innenstadt und fordert die Stadt zum Handeln auf: „Das Ordnungsamt muss einfach konsequenter gegen diese ganzen Stolperfallen in der Brandenburger Straße vorgehen“, sagt sie.

Probleme sieht sie in dem Durcheinander auf der Straße vor allem aus zwei Gründen. Erstens: „Es sieht unschön aus.“ Und zweitens: „Gerade für Menschen mit Handicap, etwa einer Sehbehinderung, ist das Durchkommen bei all den Hindernissen schwierig.“ Die Gehwegplatten müssten aus ihrer Sicht mindestens frei bleiben. Ihr Wunsch: „Im Vorfeld der Sanierung der Brandenburger Straße ab 2020 sollten sich alle Beteiligten an einen Tisch setzen, eine Lösung für dieses Problem finden und die dann auch entsprechend konsequent umsetzen.“

Neues Pflaster für Brandenburger Straße

Im Frühjahr 2020startet die Instandsetzung der Brandenburger Straße im Bereich Friedrich-Ebert-Straße bis zum Brandenburger Tor. Die Stadt geht aktuell von drei Bauabschnitten und einer dreijährigen Bauzeit aus.

Neben der Sanierung des Pflasters sind keine weiteren sichtbaren Veränderungen geplant. Es werden laut Stadt jedoch Leitungen neu verlegt, saniert oder ausgetauscht.

Um die Barrierefreiheit bei Veranstaltungen zu verbessern, sollen zudem verschiedene Vorkehrungen getroffen werden. Ein Beispiel: der Bau unterirdischer Kabeltrassen für die Stromversorgung beim Weihnachtsmarkt.

Tatsächlich gehen Außendienstmitarbeiter der Stadt schon jetzt immer wieder auf Kontrolltour in die Innenstadt und die Brandenburger Straße. „Dabei sind 2018 insgesamt 27 Ordnungswidrigkeitsverfahren in Folge unberechtigt oder den Verkehr behindernd aufgestellter gastronomischer Elemente wie Tische und Stühle eingeleitet worden“, sagt Stadtpressesprecher Jan Brunzlow. Verstöße gegen die Vorgaben für Werbetafeln seien dabei nicht eingerechnet, doch auch für die gelten in der Stadt klare Regeln.

Stadt will Werbeaufsteller ganz verbannen

Wer in der Brandenburger Straße Tische und Stühle aufstellen will, braucht grundsätzlich eine „straßenrechtliche Sondernutzungserlaubnis“. Und wer Werbetafeln aufstellen will, muss sich an die Werbesatzung der Stadt halten. Darin ist unter anderem geregelt, dass Aufsteller nur zulässig sind, „wenn sie sich an der Stätte der Leistung befinden“ – und nicht ein paar Meter weiter auf der Straße stehen.

Regeln gegen den Wildwuchs gibt es also längst – das Problem aber bleibt. Und das sieht auch die Stadtverwaltung so. Der zuständige Beigeordnete Bernd Rubelt (parteilos) beklagt vor allem das „Erscheinungsbild des zentralen Bereichs“ der Stadt und sagt: „Der jetzige Zustand ist dahingehend in der Brandenburger Straße nicht tragbar.“ Als Stadt wolle man deshalb daran arbeiten, die Attraktivität der Fußgängerzone künftig zu verbessern. Und dafür möchte Rubelt die Werbeaufsteller am Liebsten ganz aus der Straße verbannen. „Darauf möchten wir hinwirken“, sagt er, „sind dabei aber auf die Bereitschaft und Mitwirkung der ansässigen Gewerbetreibenden, Gastronomen und Händler angewiesen.“

Schilderwald in der Brandenburger Straße Quelle: Bernd Gartenschläger

Bärbel Schälicke begrüßt den Vorstoß. „Ich finde, es braucht diese Aufsteller nicht.“ Wichtig ist ihr allerdings, dass man die Nebenstraßen nicht außer Acht lässt. „Da halte ich eine Werbung auf den Stelen im Kreuzungsbereich, wie es schon jetzt teilweise gehandhabt wird, für sinnvoll“, sagt sie. „Das sollte dann ausgeweitet werden.“

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Von Anna Sprockhoff

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